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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 166 und 167)

15 Kremsmünster, Stift. 
GirolamcAlfieri, Stuk- 
katur an der Decke im 
Kapitelzimmer 
15 
Grazer Mausoleums markiertdie epochale Synthese 
des römischen und österreichischen Hochbarocks 
durch Fischer v. Erlach. Die Einbeziehung von ge- 
nerationell jüngeren Ornamentmotiven aus der Bar- 
barincschule beweist nach meinem Dafürhalten, 
daß die Synthese Fischers v. Erlach eine grundle- 
gende Veränderung des zeitlichen Flhythmus verur- 
sacht, in dem Sinne, daß auf der Basis des römi- 
schen Hochbarocks der italienisch geprägte öster- 
reichische Hochbarock und der Spätbarock der 
18 Schloß Ludwigsburg, 
D. F. Cerlone. Wand- 
stukkatur im Trep- 
penhaus des Riesen- 
baus 
Epoche Fischers v. Erlach als Einheit aufzufassen 
sind. Die festgestellte Wirksamkeit der konstanten 
Grundstrukturen und Ornamentmotive zwischen 
1670bisgegen 1725, wofürdie Putten mit dem verlo- 
renen Profil nur ein Beispiel sind, beweist einen völ- 
lig andersartigen zeitlichen Rhythmus als im Re- 
gence und Rokoko. Die synthetische Bündelung der 
Stilebenen von unterschiedlicher Generationszu- 
gehörigkeit zeigt sich besonders klar im behandel- 
ten Emblemstich und seinen Auswirkungen. Hier 
 
entsteht, wie es Sedlmayr formuliert hat, eine Art 
Barriere gegen die "moderne" Kunst Frankreichs". 
Die gemeinsame Verwurzelung der italienischen 
Stukkatoren und Fischers v. Erlach im römischen 
Hochbarock ist als die eigentliche Ursache der 
übergreifenden Einheit dieses Epochenstils zu be- 
zeichnen, der den spätbarocken Ornamentstil in 
Österreich und Süddeutschland wesentlich mitbe- 
stimmt hat. 
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