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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 166 und 167)

1 J. L. Hildebrandt unter Mitarbeit 
von A. Beduzzi, 1705, Castrum 
doloris für Kaiser Leopold I. in der 
Augustinerkirche. Stich von 
A. Pleffel und C. Engelbrecht 
2 A. Beduzzi. 1705, Castrum doloris 
lür Kaiser Leopold I. in der Micha- 
elerkirche, Stich von J. A. Plelfel 
und C. Engelbrecht. Historisches 
Museum der Stadt Wien 
Anmerkungen 1-13 (Anm 1(kl3 s. S. 38) 
' A llg. Antonio Beduzzi, ln' Berichte und Mitteilungen des Alter- 
tUmS-Vürstrles zu Wien, XXX, 1894. S. 67-77 r Eine nicht ganz 
richtige Zusammenstellung der wenigen bekannten Angaben zu 
Eeduzzl lindet sich D8! n, Schmidt, Österreichisches Kunstleriexl- 
kon.Wlen197S,S 139 
Diese Forschungsarbeit wurde vdrn Fonds zur Forderung der WIS- 
senschaftlichen Forschung ermoglicht. Eine die Kurts! Beduzzls 
ausluhrlich erdrternde Publikation, diesich weitgehend aufblshar 
unbekanntes Quellenrriaterial stutzen kann, ISK lur den nächsten 
Band des Wiener Jahrbuches tur Kunstgeschichte geplant 
M. Koller, Der unbekannte Kunstlerkrels VON J. L Hildehmndts 
Frühwerk. in. Alte und moderne Kunst, 130fl3l, l973, S 29-37 
a. Grimschitz. Johann Lucas von Hildebraridt. Wien-München 
1955. s. 22. - L Puhringer-Zwanowetz, Unbekannte Zeitungs- 
nachrichten zum wiener Barock, in. WlerterJährbullh l Kunstge- 
schichte, XXVIII, 1975, s, zos i. e siene auch w c mm, Johann 
Lucas von Hildebraridt e Ergänzende Forschungen zu seinem 
Werk, Diss. tectin. wien 1975. s. 155 fl. 
M. am, Trauergeruste lLlr Habsburger in wien, in- Wiener Jahr- 
buch l. Kunstgeschichte, xxvi, 197a, s. 260. 
i Koller. Hildebrandts Kunstlerkreis im. Anm. a). s. 29 -Nachrich- 
ten zu dem fur Beduzzi gesicherten Porlalbau vor der Michaaler- 
kirchs bringt A. Kiesiinger, Der Bau von s: Michael m wien und 
seine Geschichte, 1 Jahrbuch d vereine f. ceeenieriie d. Stadt 
Wien, io, 1952152. s. 5a ii 
o. Passavant, Studien über Domenico Egidio ROSSI, Karlsruhe 
1967, s. lOlH 200 t. 
M. Leithe-Jasper, Das Gartenpalais Clernin ein der wieden - Ein 
Fruhwerk Johann Lucas von Hildebrandts? in Burgen und 
Schlösser in Österreich. 2, Wien 1956, S 12-19 
Rlllt, Erganzende Forschungen (Iit Anm 4), S 247! -Nach einer 
freundlichen Mitteilung von Hallmut Lorenz, Wien. hat auch 
DcimehlCO Mäftlrtelll einen Entwurf lur das Czernin-Falais auf der 
Wieden gelielen, der in dieser Form jedenfalls VliCht realisiert wur- 
de. 
 
weitgehend gleicht". Stammt der Wiener Palast aber 
nicht von Hildebrandt, dann konnte dieser sich in 
Flackeve des fremden Vorbildes bedienen. Die Ur- 
heberfrage ist derzeit nicht klar zu entscheiden. da 
Baukörperform und Grundriß des Palais Czernin 
zwar bekannt sind, die wenigen Abbildungen aber 
über die Behandlung der Außenhaut keinen hinrei- 
chenden Aufschluß geben. Das Problem gestaltet 
sich auch insofern vielschichtiger. als neben Dome- 
nico Egidio Rossi, der bis 1697 in Czerninschen 
Diensten stand. seit 1696 auch Giovanni Battista Al- 
liprandi und bis 1698l1699 überdies noch Giovanni 
Battista Maderna festbestallte Architekten des Gra- 
fen Czernin wareng. Wenn wirjedoch hören, daß Be- 
duzzi als Freskomaler an Rossis Stelle treten mußte, 
dann erhebt sich außerdem die Frage, ob er nicht 
auch wie jener als Architekt konsultiert wurde, wozu 
das Palais auf der Wieden jedenfalls Gelegenheit 
geboten hättem. 
Über Beduzzis Tätigkeit als entwerfender Architekt 
ist bisher so gut wie nichts bekanntgeworden". An- 
hand von authentischem Pianmaterial läßt sich Be- 
duzzis Rolle als Architekt nunmehr jedoch deutlich 
erfassen und aufzeigen. daß sich der Künstler sehr 
früh bereits in dieser Sparte versucht hat. 
In diesem Zusammenhang soll allein das soge- 
nannte Palais Fürstenberg in Wien. Ecke Grünan- 
gergasse 4 und Domgasse, vorgestellt werden. zu 
dessen Sockelzone sich ein von Beduzzi signierter 
und mit der Ausführung übereinstimmender Ent- 
wurfsplan erhalten hat". Die freiplastische Gruppe 
der beiden Windhunde am Portal zeigt uns den Bau- 
herrn dieses Palastes an; es sind die Wappentiere 
der Familie Hatzenberg. 1702 kaufte der kaiserliche 
Fiat und TruchseB der Silberkammer Johann Ernest 
Freiherr von Hatzenberg und Gronberg das Ge- 
bäude vom Wiener Magistrat, das ihm wegen großer 
Baufälligkeit billig überlassen wurde. Von seiner 
Familie wurde das Objekt sodann bereits 1707 an 
den H0fkanzlerSeilern weiterverkauft". Die Entste- 
hungszeit des Beduzzischen Entwurfs läßt sich da- 
her im unmittelbaren Anschluß an die Erwerbung 
des ruinösen Objekts 1702 vermuten. Bruno Grim- 
schitz hat den Palast zunächst in die Zeit um 1720 
datiert und festgestellt. daß der unbekannte Bau- 
meister, nvon Hildebraridts Kunst berührt. die Spra- 
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