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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 166 und 167)

scher aufgefaßte und gestaltete Gebilde geschaf- 
fen". Unschwer läßt sich diesen auch derWandaltar 
in der Hauskapelle der Salzburger Residenz an- 
schließen. Der rechteckige Rahmen des Altarbildes, 
dersich gleich den Fenstern BeduzzischerArchitek- 
turen in kräftig-plastischer Dekoration auflöst, wird 
von in sich versunkenen Engelsgestalten flankiert. 
während Putten zwischen den Armen eines Kreuzes 
den oberen Abschluß bilden. 
An der Stelle figuraler Plastik kann bei Beduzzi auch 
ein in sich etwas reicher bewegter Aufbau deren 
Funktion übernehmen. Der vermutlich für das 
Daun-Schloß in Ladendorf bestimmte Entwurf zeigt, 
ähnlich dem 1724-1726 in der Schloßkapelle der 
Abensperg-Traun in Petronell nach Beduzzis Ftiß 
ausgeführten Altar, eine sanfte konkave Ausrun- 
dung, die bereits im stark schwellenden Unterbau 
ansetzt". Bei Hildebrandts zahlreichen, zeitlebens 
kaum variierten Altarentwürfen bleibt der Gesamt- 
aufbau, bei dem das Fietabelbild immer die Haupt- 
sache ist, in sich weitgehend unbewegt; leicht vor- 
gezogen oder frontal in die Bildebene gedreht er- 
scheinen lediglich die seitlichen, oft mit Engeln be- 
setzten Volutenrollen". 
Hildebrandt dürfte daherauch fürden Hochaltar der 
Deutschordenskirche in Linz gegenüber Beduzzi, 
der 1720 dort ebenfalls nachgewiesen ist, seinen 
Entwurf weitgehend durchgesetzt haben", Sicher 
auf Beduzzis Konto geht nur die außergewöhnlich 
plastisch geformte Mensa. deren Dekorationsgut 
allein den Künstler erkennen läßt. Beduzzis Hand- 
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14 A. Beduzzi, 1724, Altar lfl der Schloßkapelle Peti 
15 A. Beduzzi, vor 1723. eigenhändige Entwurfszeict 
vermutlich fur den Altar der Schloßkapelle Lade 
Mährische Galerie, Brunn 
16 J. L. v. Hildabrandt, um 1725, Seiterialtar der Lor 
pelle in Gollersdorf. Stich von B. Gutwein naci 
Entwurlszeichnung von Hildebrandt 
17 J. L. v. Hildebrandt unter Mitarbeit von A. B4 
1720-1722, Hochallar der eherri. Deutschordens 
ll'l Linz 
18 A Beduzzi. um 1722, Johann-Nepomuk-Altar 
Pfarrkirche in FiohraulNiederösterreich 
19 A. Beduzzi-J. L. v. Hildebrandt, um 1725, Hochal 
Hauskapelle im Schloß Mirabell, Salzburg 
 
schrift spürt man übrigens auch bei der etw 
maßstäblich geratenen Fensterkartusche übi 
Portal der Linzer Kirche. Franz Anton Harrai 
hinter seinem Bruder der eigentliche Bauhi 
Linzer Ordenskirohe war, hat bei dekorativen 
ten Hildebrandt offenbar stets zur Zusammen 
mit Beduzzi verkuppelt. Daß es bei Hildebrani 
kannt schwierigem Charakterbild überhaupt 
ner solchen Zusammenarbeit kommen konnti 
erneut sein hohes Maß an Wertschätzung f 
bolognesischen Kollegen. 
Beim Umbau der Salzburger Residenz, der ai 
Neufassadierung der Platzfront einschloß, hat 
brandt nur mit einer der Bedeutung des 
werks entsprechenden Fensterrahmung den a 
Baukörper gegliedert, wobei die vegetabile 
lungen der Fenstergiebel in der Beletage wie 
ein AnteilBeduzzisseindürftenAls BischofH 
zehn Jahre später das Schloß Mirabell durch 
brandt von Grund auf umbauen ließ, ergab sic 
erlich eine Gelegenheit zu gemeinsamer Arl: 
Beduzzi. Stilistisch läßt sich diese vor aller 
Hauptaltar der Hauskapelle erfassen. Der a 
Wand entwickelte und in der Rundung des 
schlusses geführte architektonische Aufb 
scheint mit seiner nach oben abgesetzten 
chinkuppel und der Krone als Beduzzische 
altarlösung vor einem die Körperlichkeit ner 
den Hildebrandtschen Wandaltar vom Typu 
der Brucker Augustinerkirche oder der 
Januariuskapelie.
	        

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