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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 166 und 167)

charakteristischerawarischerSchmuckwarenm. 
len Awaren scheint die Art der Giirtelbeschläge 
l der sozialen Stellung abgestuft gewesen zu 
Gold, Silber. Bronze oderBIei",Selbstverständ- 
Ierwendete man Blei zum Beschweren, man goß 
aus Silberblech getriebene Rosetten an ihrer In- 
eite mit Blei aus, versah sie mit Ösen aus Bronze 
Befestigung auf Lederriemen". Die awarischen 
izen seit der Mitte des B. Jahrhunderts beginnen 
laden zu wirken, die Fliemenzungen werden dick 
schwer, den achtziger Jahren gehören dann 
ke von übertriebener Länge an, schwere Vergol- 
i der oft überladenen Schauseiten der Bronze- 
e sowie Güsse aus Blei, aber auch dünner Zinn- 
zug zur Erzeugung eines Silberglanzes sind 
hfalls Zeichen späterer Entwicklung". Als Bei- 
sei die in Blei gegossene und stark verwitterte 
algarnitur aus Mistelbach angeführt". Unter den 
schen Grabfunden nördlich der Donau wird eine 
gliedrige Halskette aus Blei beschrieben, wo 
gepreßte kreuzförmige Hangeglieder" schon zu 
nichtigen Bleikreuzen überleiten. 
rühgeschichtlichen Metallfunde von Domburg 
Walcheren zeigen lebhafte Beziehungen zur 
lsächsischen Welt, die Funde beginnen im 
wrhundert und sind dann zum Großteil von der 
de vom B. zum 9. Jahrhundert. Hier wurden aus 
ischem?) Zinn und aus Blei Schmuckstücke an- 
tigt, die sich in die großen Gruppen der Schei- 
beln - rund. kreuzlörmig oder eckig, stets nur 
iitig getragen - und der Anhänger ein- 
l lassen, gelegentlich kommen auch Riemen- 
en und Knöpfe vor". Manche von den großen 
n gehören zu den karolingischen Heiligenfibeln 
menschlichem Kopf und Nimbus". die kleinen 
reuze kommen in der Übergangszeit zwischen 
zntum und Christentum auch andern- 
z.B. in Schweden vor. sie sind ohne Zweifel als 
ruck des Bekenntnisses zum christlichen 
ben zu verstehen". Die Bleikreuze aus Thunau 
12). Bernhardsthal und Unterwisternitz in Mäh- 
allesamt aus derselben Gußform stammend, 
chnete man als Jaufgeschenke westlicher 
onare-J" und will sie mit der Christianisierung 
lawen von Baiern aus in Verbindung bringen". 
leikreuz mit griechischer Aufschrift aus Sady" 
las Vorkommen kleiner Bleikreuze (Abb. 13) im 
nd 11. Jahrhundert in Polen und den Balkan- 
im" lassen Zweifel an der Deutung aufkom- 
Vielleicht ist es richtiger, den größten Teil der 
tr bekannten Kreuze als fremden Import zu be- 
nen. der mit den verschiedenen Strömen der 
onierung in das slawische Gebiet (Großmäh- 
t gelangte. Daß daneben auch andere Anhän- 
IUS Blei vorkommen, etwa in Zahnradform 
st"), beweist die häufige Verwendung dieses 
ls. 
tleibergbau in Kärnten hatte im hohen und spä- 
littelalter große Bedeutung. Schon in einem 
 
 
Privileg Alexanders lll. für Seckau vom 10. Februar 
1171 ist von einem Berg die Rede, wo man Silberund 
Blei gewinntss. die Venezianer betrieben durch das 
Kanaltal über Villach Handel mit Blei: 1331 mußte 
Konrad von Aufenstein einen welschen Kaufmann 
aus Venedig wieder freilassen, der in Handelsge- 
schäften nach Villach gekommen war. 1346 wird das 
Kanaltal als Handelsweg genannt: "auch mit pley, 
daz enthalben fir Villach funden wirt, daz mag man 
wol varn durch den Canal . . .35, die Klöster sicher- 
ten sich auch in anderen Gegenden ihren Anteil an 
den Bleiminen". 1480 mußte den Gossensasser 
Gewerken die Ausfuhrvon Blei außer Landes gestat- 
tet werden. weil sie im Inland keinen hinlänglichen 
Absatz mehr fanden; bald darauf brachten sie das 
Blei vorn Schneeberg bei Sterzing zur Silbergewin- 
nung nach Brixlegg und Rattenberg". Im 16. Jahr- 
hundert hatten die Fugger ihre Niederlassungen in 
Villach, auch an dem Bleibergbau zu Litija (nLa- 
thay"), östlich von Laibach. waren sie beteiligt". 
Blei war inzwischen als Kriegsmaterial bedeutend 
geworden. Schon im 15. Jahrhundert stellten die 
Zinngießer "Munition" her, so Erasmus Kannengie- 
ßer in Görlitz im Mai 1443 ngemengeß, d.h. ge- 
mischte Bleiladungen für Büchseng". Im Inventarder 
Burg Flunkelstein finden wir in der "Elüchsenkam- 
mert- zwölf ganze Bleiplatten, wozu noch zu Aller- 
seelen 1493 eine große ß-pleiene platen-A im Gewicht 
von einem Zentner 28 Pfund kam, auch vier große 
Bleikugeln für wschlangent- (Feldgeschütze) und 
netwevil kugl pleien zu hand - und haggenpuchsent- 
waren vorhandenm. Zwischen 1500 und 1502 er- 
baute Maximilian das prächtige Zeughaus in Inns- 
bruck speziell für die Artillerie". auch die anderen 
Landeshauptstädte hatten Zeughäuser für die stän- 
dischen Truppen, in Wien gab es ein kaiserliches 
und ein bürgerliches Zeughausi". In Linz lagerten 
beispielsweise 1592 über zweihundert Zentner Blei, 
fast fünfzig Zentner gab man damals für das Kugel- 
gießen aus". Für die Geschütze gab es eiserne Ku- 
geln. aber auch t-eisene Kugeln mit Pley uber- 
renndtt-Qä. Man hat damals für die Jagd auch kleine 
Holz- oder Kohlekugeln hauchdünn mit Blei umgos- 
sen, um das Geschoßgewicht zu vermindernss! Daß 
man zum "Wetterschießenu auch geweihte Sachen, 
etwa vom Rand einer Wetterglocke ausgebrochene 
Stücke, in die Wetterkugeln einschmolz", daß der 
Jäger Abschabsel eines Donnerkeiles zum Blei 
mischte. damit dasWiId wie vom Donnererschlagen 
umfiel", das gehört schon in das weite Feld des 
Aberglaubens. 
Größere Mengen an Blei wurden aber für Bestattun- 
gen benötigt. Da gab es einmal die Möglichkeit. di- 
rekt einen Bleisarg herzustellen, wie diesja schon in 
römischer Zeit üblich war. Die Leiche des 1208 in 
Bamberg ermordeten Königs Philipp von Schwaben 
wurde in einem Bleisarg geborgen, der erst 1216 im 
Speyrer Dom beigesetzt wird". In Prag waren die 
Gebeine des hl. Wenzel ursprünglich in einer in den 
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