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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 166 und 167)

Gottfried Salzmann 
 
 
nAllee 8m Kanalu. 
Kohle, 1976 
Aquarell, 197a 
"Landschaft-r, 197a 
Aquarell 
"Landscnafta, 1976 
Ausschnitt, Kohle 
"Landschaft", 1977 
Aquarell 
Gotttrled Satzmann - 
"Ich blas Euch was", 
1977 
 
  
Uber Gottfried Salzmann und über seine künstlerischen 
Arbeiten, vor allem Llber seine Aquarelle, ist schon man- 
ches geschrieben worden; einfühlsam hat solches Wal- 
ter Koschatzky 1977 in einem Salzmann gewidmeten 
Bändchen aus dem Verlag der Salzburger Galerie Welz 
unternommen. Salzmanns Werke sind auch sicherlich 
vielen Kunstfreunden aus zahlreichen Ausstellungen be- 
kannt, in Frankreich besonders, wo Salzmann seil ei- 
nem Dutzend Jahren lebt, und in Österreich, seinem 
Heimatland. 
1943, mitten in dem Krieg, durch den er seinen Vater 
verlor, wurde Salzmann in Saalfelden geboren und kam 
dann zwanzigiähng an die Wiener Akademie zu Sergius 
Pauser. Dieser Name wird hier nicht genannt, um nun 
eine jener von so manchen Kunstgelehrten tür wichtig 
gehaltenen "Ableitungen des Stils" durchzuexerzieren. 
Denn Persönlichkeiten wie Pauser und Salzmann haben 
es nicht notig, ihre Werke auf "Lehrern oder "Schülern 
hin untersuchen zu lassen. Wichtig aber ist. daß Pauser 
von der selten genug anzutreffenden Ansicht überzeugt 
war, unumgänglich notwendiges Rüstzeug für die Ent- 
faltung eines jungen Künstlers, für die Ausbildung von 
dessen eigener "Sprache-i habe die vollkommene Be- 
herrschung aller technischen Möglichkeiten zu sein. 
Es hat gewiB nicht vieler Worte bedurft, um solch ein 
"Faible-i auf Gottfried Salzmann zu übertragen. Und so 
ist alle seine Aquarellmalerei, wie Koschatzky mit Recht 
meint, iidie echte nämlich, die alle kaum vorstellbaren 
Möglichkeiten dieser Mallechnik nützt und durch diese 
erst zu einem der schönsten, phantasievollsten Mittel 
menschlicher Ausdruckskraft wird". 
Ist Salzmann durch die hohe technische wie geistige 
Virtuosität seines Aquarellierens weitum berühmt ge- 
worden, so haben 1975 Kohlezeichnungen überrascht, 
auf Grund derer er damals den Großen Preis für bilden- 
de Kunst der Salzburger Wirtschaft erhielt. Allein mit ih- 
rem wandhaften und doch in der Oberfläche changieren- 
den Charakter. mit oft scharfen Hell-Dunkel-Effekten, 
die diese Bestandteile der Gartenarchitekturen hervorru- 
fen, sind in diesen Zeichnungen ein häufig wiederkeh- 
rendes. meisterhaft variiertes Thema. In jüngster Zeit 
hat sich Salzmann auch mit dem Medium der Fotografie 
beschäftigt, Nur zu oft durch Heerscharen von "Knip- 
sern-r in undiskutable Abgründe getagt, wird hier sozu- 
sagen das andere Vorzeichen dieses wichtigen Aus- 
drucksmittels sichtbar: Zyklen wie etwa "Aus Gottfried 
Salzmanns Familienalbumu erweisen den hohen Stellen- 
wert der Fotografie in der bildenden Kunst unserer 
Tage. 
Gottfried Salzmann, sensibel und geistvoll, macht m11 
allen seinen Arbeiten deutlich, wie vielfältig in dieser 
unserer Welt die Wege zur Kunst, die Wege in der Kunst 
sein können; und die stetige hohe Qualität seines 
Werks ist wohl auch Zeichen dafür, daß Gottfried Salz- 
mann auch künftighin in der österreichischen, in der 
europäischen Malerei einen bedeutenden Platz ein- 
nehmen wird. Franz Wagner 
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