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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 168)

6 Johann Michael Rottmayr, "Die Verherrlichung des 
Namen Jesu durch die vier Erdteilen Feder über Blei- 
griffel, aquarellieri, 305x325 bzw. 378 x 323 mm. Vor- 
bereiiender Entwurf auf zwei Blättern iür das 1704 bis 
1706 ausgeführte Deckenfresko der Jesuitenkirche in 
Breslau. Der dazugehörige Modello im Barookmuseum 
der Osierreichischen Galerie in Wien, Unteres Belve- 
dere. Lombardischer Privaibesitz 
 
 
"l 
7 Johann Michael Rollmayr, "Triumph des Lichtes über 
die Finsternisii. Feder über Blelgrllfel auf Papier, 
aquareiiiert, 411x287 mm. Entwurf für ein Decken- 
fresko? - Lombardischer Privatbesitz 
den nKlelnen Saalti des Schlosses Schönbrunn, 
die Deckenfresken der Jesuitenkirche St. Matthias 
in Breslau, die Seitenaltarbilder der Salzburger Jo- 
hannesspitalskirche, die Arbeiten für das Garten- 
palais Liechtenstein in der Floßau, für die Kirche 
der Theatiner in Prag, für den Wiener Stephans- 
dom, für die Salzburger Kajetanerkirche, für die 
Prunkräume der Salzburger Residenz, für die Wie- 
ner Peterskirche, für das Kcllegiatsstift Mattsee, 
für die Deutschordenskirche in Lalbach, für die 
Seitenaltäre der Salzburger Kollegienkirche, für 
das Alte Rathaus in Wien, für die Melker Stiftskir- 
che. 
Für alle diese Blätter gilt, was Erich Hubala schon 
1954 über die damals erst bekannten Handzeich- 
nungen geschrieben hat: "Die Schönheit der 
Handzeichnungen Rottmayrs liegt in der physio- 
gnomischen Wucht der Form, in der rhythmischen 
Sicherheit ihrer Anlage, im kontrapunktischen Zu- 
sammenwirken von Lavierung und Linie. Rottmayr 
massiert die technischen Möglichkeiten und wer- 
tet sie nur im Hinblick auf sein künstlerisches 
Ziel: das farbige ,Konzertieren' mit ,Solo' (: mit 
allen Mitteln akzentuierte Einzelfigur bzw. Gruppe) 
und ,Ftipieno' (-_- zentrifugale oder zentripetale 
,Fassung' des Solos, oft bildfüilend und stets oh- 
ne tektonische und bildraumliche Motivierung). 
Damit aber nähert sich die Handzeichnung schon 
in ihrer technischen Fraktur weitgehend der 
Farbskizze, so daß beide vom gleichen Geist ge- 
prägt, diese von jener aber nicht mehr prinzipiell, 
sondern nur graduell verschieden ist... Damit wird 
nicht nur deutlich, daß Rottmayr in diesen seinen 
so urmalerisch behandelten Zeichnungen - von 
denen man also wohl von Aquarellen sprechen 
kann, auch wenn es keine "echten", d.h. solche 
ohne jede Vorzeichnung sind - ebenbürtige Ge- 
genstücke zu den für den im damals üblichen Ver- 
handlungsstil mit den Auftraggebern notwendi- 
gen Ölskizzen sah. Damit erweist sich schließlich 
auch Masers lombardischer Fund in seiner Ge- 
samtheit wie in jedem einzelnen Blatt als einer der 
besonders großartigen Höhepunkte des österrei- 
chischen Barock, mit dem zu beschäftigen die 
Salzburger Ausstellung des Sommer 1980 reich- 
lich Gelegenheit geben wird. 
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