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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 168)

"man! r g, , - 7- -- -- -_ L."mb uullwluv vull etwa 1.140 zeigt eine IVIUIICIIIKIVI 
' {mwltwtmqpgrlääämwqtärwmmf9""""W"-f1'uiiwii-rqrgrqimmmw"; M Sie war bis 1939 in der Kapelle der Fuggerhäu: 
r " ' m"(Mijämilttitflttiigqyrquvmwn„,,.'.....„„;"„,;:„ der Maximilianstraße und wurde dann nach B: 
' W ' A b hausen übertragen. Aus Babenhausen stammti 
scheinlich auch ein geschnitzter Flügelaltar mit 
Marienkrdnung im Mittelschrein, der ebenfall 
1939 in den Fuggerhäusern am Weinmarkt gevi 
ist und sich heute in der Fuggerei-Kirche St. M. 
befindet". Wohl kurz nach 1596 malte Hans 
Aachen seine Marienkrönung für Philipp Er 
Fugger(s.o.), und MarkusdJ. Fuggerstiftete um 
Rottenhammers 1614 datiertes Allerheiligenbil 
einer Krönung Mariens in die Augsburger Franz 
nerkirche St. Max". 
Das Bild von Heintz fügt sich als prächtiges unc 
minentes Glied in diese Reihe. Seine Marienkrö 
ist im Rahmen der ikonographischen Tradition, 
wohl ohne Benutzung vorformulierter Darstellui 
frei und selbständig gestaltet. 
Die Fragen nach der zeitlichen Einordnung ii 
Heintzsche Werk und der ursprünglichen Be 
mung des kürzlich in einer relativ entlegenen 
schaft der Fürsten Fugger-Babenhausen aufget: 
ten Bildes ließen sich nur mit vagen Vermutunge 
antworten, gäbe es nicht eine Nachricht. die 
nicht mit absoluter Sicherheit, aberallerwahrsc 
lichkeit nach auf das Marienkrönungsretabe 
Heintz bezogen werden muß: 
wChristoph Fugger-Behausung bei St. AnnaKa, 
Erbaut durch Veit Eschay (Zahlungen 1600-1602 
tabel vom Kais, Kammermaler Jos. Heintz (erhä 
25, Sept. 1602 die Summe von 300 fl.) Die Tafe 
vom Haus des Malers ins Fuggerhaus bei St. 
(später luth. Kollegium) verbracht (dasxGesindrc 
30 kr Trinkgeld)?" 
Wahrscheinlich hat es sich bei "Christoph Fur 
Behausung bei St. Annaß um das direkt an derl 
seite der Kirche St. Anna gelegene Anwesen gi 
delt, das die Stadtpläne von Schissler-Mair (1 602 
Wolfgang Kilian (1626) deutlich, wenn auch in: 
verschiedener Form zeigen. Nach der Fugger-t 
nik von 159925 hatte Hans Fugger, der Erbaue 
Schlosses Kirchheim, einen Teil des Anwesens 
zwar den direkt an das Grundstück der Kirct 
Anna anschließenden, nplantweis von den H 
schen erlangt". Dies war anscheinend im Vei 
des Konkurses der Handelsgesellschaft David l 
Hans Langnauer und Mitverwandte um 1574 ge: 
 
    
 
  
Gnade, die sie ihr erweist, zieht aller Blicke auf 
(Homi en des Gerardus) . . .1 
ngeschichtlich steht das Bild des Heintz der bo- 
tesisch-römischen Tradition näher als etwa der 
ezianischen. Es sind hier am ehesten vergleichbar 
die Figurentypen der Darstellungen von Girolamo 
nanino (Brescia, Pinacoteca Tosio Martinengo 
36), Giuseppe Cesari, gen. ll CavalierdArpino, zw. 
2 und 1615 (Ftom, S. Maria in Vallicella, Cappella 
rieri), Guido Fieni, um 1595-98 (Bologna, Pinaco- 
tNazionaIe Nr. c. 141 i. 440), Orazio Samacchini, 
1577 (Bologna, Pinacoteca Nazionale Nr. c, 150i 
) sowie ein Stich von Agostind Carracci, vermut- 
nach Lorenzo Sabbatini (Bartsch 93)". Der Auf- 
der Krönungsgruppe selbst kehrt am ähnlich- 
t, jedoch auf bescheidenerem Niveau, bei einem 
tekannten Zeichner wohl bayerischer Provenienz 
einem Blatt in Budapest wieder". Die Gestalt der 
ionna ist durchaus einer späteren Radierung von 
ione Cantarini" vergleichbar. Die von Heintz vor- 
agene Auffassung des Themas kommt Rotten- 
tmers wesentlich schlichterem Täfelchen von 
2 in Nürnberg (Germanisches Nationalmuseum, 
431) nahe, des seinerseits unmittelbar von dem 
1h Agostino Carraccis (B. 93) angeregt zu sein 
eint. 
ist nicht verwunderlich, daß die ikonographisch 
I stilistisch am engsten verwandte, in der Auffas- 
g jedoch verschiedene Darstellung des Themas 
von Hans von Aachen zwischen 1596 und 1615 für die 
Grabkapelle Philipp Eduard Fuggers in Augsburg, St. 
Ulrich Bi Afra, gemalt wurde. Aachens Bild folgt an- 
scheinend getreuer der ikonographischen Tradition 
ltaliens, die die HI. Jungfrau, bereits erhöht, kniend 
zwischen Vater und Sohn abbildet und in der Anspie- 
lungen auf die Himmelfahrt seltener enthalten sind. 
Überdies meint man aber, in der Haltung Christi bei 
Aachen auch eine Fleminiszenz an Dürers Holzschnitt 
von 1510 zu erkennen. 
.Es fällt bei Heintz die verhältnismäßig prächtige Ge- 
wandung insbesondere des Vaters auf. An italieni- 
schen Beispielen ist Entsprechendes kaum zu beob- 
achten, wohl aber- und noch ungleich stärker- sind 
die späteren, weiter östlich angesiedelten Darstellun- 
gen von Herman Han und Bartholomäus Strcbel von 
solcher eher unantikischen Prachtentfaltung gera- 
dezu bestimmt". 
Alle diese Vergleiche dienen lediglich dazu. den stili- 
stischen Standort der Heintzschen Marienkrönung zu 
umschreiben. Direkte Vorbilder, aus denen er unmit- 
telbar geschöpft hatte, lassen sich bis jetzt nicht aus- 
machen. 
In der schwäbischen, insbesondere der Augsburger 
Kunst war die Krönung Mariae ein besonders belieb- 
tes Thema, sie wurde häufiger dargestellt ais anders- 
wo": innerhalb dieses Bereichs scheinen Bilder zur 
Verherrlichung der Gottesmutter bei den Fuggern 
ungewöhnlich beliebt gewesen zu sein: Eine gemalte 
Anmerkungen 25-31 (Anm. 27-31 s. Text S. 22) 
ß Fur die freundlicheMitteilung seines Regests aus dem Fug 
chiv habe ich Horst Sliarhef zu danken 
Chronik der Familie Fugger vom Jahre 1599. Hrsg. u, erl. V0 
stlsn Meyer München 1902, 8D. 
Hassler, F r Der Ausgang derAugsburger Handelsgesellsch 
vid Haug, Hans Langnauer und Mitverwandte, 1574-1608. 
burg 192a, Zorn. Wolfgang: Augsburg. 2., varin. Aufl. 197: 
z" ctirbntir a.a.O. (Anm. 2a) 1902, a4 
29 Schon Hans Fugger hatte vsit Eschay1585 auf eine Reise rti 
lien einen Empfehlungsbriaf mitgegeben. Später scheint er 
Diensten Herzog Wilhelms in München gestanden zu iiabai 
a a.o. (Anm 24) 190a, aa Anm. s). 
"i Bull, Adcli: Wend 'etrich. Urkundliche Nachrichten ub 
Leben und seine Tätigkeit. In Zeitschrift des historischen) 
furSchwaben und Neuburg 15.1553, 125-130 Jakob Dietr 
später auch umfangreiche Vertafalungsarbeiten im Augs 
Flathausneubau, insbesondere in den Flirstenzimmerrl, aus! 
(s. Bull. Adolf- Der Bau des Augsburger Rathauses... ii 
Schrift des historischen Vereins für Schwaben und Neubt 
1887137 u.ö.). - Die haute In der Fuggerei-Kirche eingebau 
settendecke stammt aus dGrn Fugger-Haus bei st. Anni 
18,0. (Anm. 2,) Bd, 2. 1958, 416 Abb, 235, Nur die Datlerurig: 
hier unrichtig). 
Die Geschichte des Flindermarkt-Anwasens ist eingehend 
delt bei Lieb 3,: O, (Anm 4)Bd.1.1952, 32-47, Da auch dii 
nen an derAnnastraße gelegenen Trakt hat, muB zuniiriassi. 
Erwagung gezogen werden. obdie zitierteOuelle nislitstiiiiii 
Haus gemeint haben konnte. Es wird allerdings nie t-Hz 
St. Anna-Kurchen-i oder -zum Eisengatter- genannt. Etwa: 
sigkeit stiftet nur derVermerk t-(späteres luth Kollegium)- 
Regest. Das BV. Kollegium St. Anna war nämlich schon 15 
gründet und von Hans Holl auf einer Haussielle neu erbaut v 
die trn 19 Jh die Bezeichnung D221 trug Auf dem Kitian-P 
1s2s ist as ainasutlg zu identifizieren, Das neue Haus crt 
Fuggers nahm iaaaah ais spatersn Hausstellen D 224. 225 
lagen also zwei Grurldstucke zwischen diesem und dem Koll 
Die Identifikation rnit dem Anna-kolleg beruhtarlschelnenc 
ner ZSIKIIChGrI Verwechselung: Das Kolleg wurde zwar tatsi 
aul sinsrii Grundstück errichtet, das zuvor Christoph Fug 
hort hatte; dieser Christoph war aber der bereits 1579 verst 
Sohn Ftayrnund Fuggers. (Zur Geschichte des Kollegs s.- Ai 
Das Cßllegiurrl st. Anna in Augsburg. In: Zeitschrift des 
schert Vereins für Schwaben und Neuburg. 2. 1875, 11171 
2a 
n 

	        

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