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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 168)

 
raviertes Hlrschgeweih. 
363, aus der Sammlung 
earst 
etatl mit Wappen der Fami- 
2 Lang von Wellenburg 
etail mit Wappen der Fami- 
2 von Kuenburg 
etail mit Ftgurine 
Wabanon (Brabant) 
etail mit dem tiKaskunigerr 
51'111 (Kaiserlich kuniglicher 
ehnrlch) 
etail mit Flgllrlne 
iiapania. 
 
der törichten Jungfrauen Stichen von Virgil Solis(1514 bis 
156212) entnommen sind. Dabei entsprechen die Figuren 
auf den Geweihen den Vorlagen fast vollständig, sind je- 
doch bald gleichseitig und bald im Gegensinn verwendet; 
die architektonischen Hintergründe sind stets abgeän- 
dert. Zu erwähnen ist noch, daß an der (heraldisch) linken 
Stange des Lang-von-Wellenburgschen Geweihs oben ei- 
ne große Figur eines Fahnrichs in Harnisch und Sturm- 
haube mit geschulterter Fahne oilenbar nach eigener In- 
vention des Thomas Boos graviert ist; die verballhornte 
Inschrift KASKUNIGER FEN bedeutet: Ka(i)s(erlich) Ku- 
nig(lich)er Fe(h)n(rich). Wer damit gemeint und abgebildet 
ist, muß noch offenbleiben. Was die ornamentalen Kom- 
positionen beiriff, die bei der Gliederung eine große Ftolle 
spielen, so könnten wahrscheinlich für Vorlagen zum 
Floll- und Beschlagwerk auch Werke anderer Stecher 
nachgewiesen werden. Aber das Kopieren von graphi- 
schen Vorlagen war für das 15. und 1G. Jahrhundert im ge- 
samten Bereich des Kunsthandwerks allzuoft geübter 
Brauch, um hier einzelne Vor-Bilder festlegen zu müssen. 
Zuletzt wäre noch nach der Ursache des offenbar nicht 
vereinzelt vorkommenden und durch manche Burginven- 
tarel3 nachgewiesenen Brauchs zu tragen, Jagdtrophäen 
prächtig lassen und in der "Guten Stube-r aufhängen zu 
lassen. Hirschgeweihe wurden schon im Altertum als 
Weihegeschenk für die Jagdgottheit aufgehängtü, meist 
aber hatten sie apotropäische Bedeutung. So trug man in 
den österreichischen Ländern oft ein Stück eines Hirsch- 
geweihs als Amulett gegen den Blitz mit sichl5. Im Volks- 
glauben des 16. Jahrhunderts aber galt der Hirsch ganz 
allgemein als Symbol der Fruchtbarkeit und als glück- 
bringendes Tier16. 
Anmerkungen 1 - 16 
' Kunslversteigerungshaus Weinmuller, 1965. Vgl. Trapp, wie 
Anm. B. 
2 Firmensland Ceslaw Bednarczyk. Kunst und Antiquitäten, Ge- 
, schättsadresse: Doroiheergasse 12, 101D Wien. 
r Franz Martin. Die Wappen der Salzburger Erzbischöle, Salz- 
Durg 1949. 
l Dazu: Judas Thaddäus Zaurier, Chronik von Salzburg, 5. Teil, 
Salzburg 1803, S. 219 und 221. 
5 Kasper Schwarz, Tiroler Schlosser, Innsbruck 1907, S. 69i70. 
öJoset Hirn, Erzherzog Ferdinand von Tirol, 2 Bde, Innsbruck 
7188587, l., S. 196 Anm. 
Erich e. Kuenburg, Familie Kuenburg (bei Franz Martin, 100 Salz- 
burger Familien), in: Mitteilungen der Gesellschaft für Sallbllr- 
ger Landeskunde, 90, 1950, S 115 - 141, hier 5.119. 
ß Oswald Trapp, Das gravierte Hlrsohgewelh aus Caetel Eeseno, 
in. Verdllentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinan- 
deurri, 4B, 19GB, S. 149 -17B. 
ß Trapp. wie Anm. s. 
i" Ebenda, S 163. 
1' Diese Mitteilungen in einem 1922 verlaßten Brief von F. Robert 
HeiSCh, dem damaligen Starriser Sttttsbiblinthekar, im ArChIV 
der Churburg; Trapp, wie Anm. a. s. 16a. 
12 FrltZ Schulz, Artikel Virgil SOIiS d.A.. in: Thiemeßecker. 31. 
1937. S. 248 - 253. 
Ü Etwa das Inventar von Castel Beseno iPiseirtJ; Trapp. wie 
Anm. s, s. 151. 
't E. Hoffmann ted.), Handwörterbuch des deutschen Aberglau- 
beris, 4, Berlin 1931132, S. 101 7102. 
ß LSODOIG Hüter in: Zeitschrift ltJr österreichische Volkskunde. 33. 
192a, s. 21. 
mAndreae Tentzel, Medicinlschrphllosophische und sympatheti- 
sche Schriften, Leipzig 1725, s. 235. 
gesehen auf der 
Salzburger Kunst- und Antiquitäten- 
messe 1980, Karabinierisaal, Stand K 9 
KUNST UN D ANTIQUITÄTEN 
C. BEDNAFtCZYK 
WIEN 
1, Dorotheergasse 12 - Telefon 02221524445 
43
	        

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