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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 169)

 
rberarbeitungen) zu nennen und an all die weni- 
' ausgeprägten Affinitäten zu einer derartigen 
amatik zu denken und hat damit den eigentli- 
an österreichischen Beitrag zur Kunst der sieb- 
er Jahre gefunden. Es war Bruno Gironcoli, der 
:h einst - und weil er darin eine unerwartete 
stätigung seiner eigenen bohrend-fragenden 
ltung gefunden hat - auf eine Passage im zi- 
'ten Horkheimer-Text hingewiesen hat, den 
imerz betreffend: 
hat seit je am sichersten Raison gelehrt. Er 
1gt die Widerstrebenden und Schweifenden, 
antasten und Utopisten zu sich selbst, ja er re- 
ziert sie auf den Leib, auf einen Teil des Leibs. 
Schmerz wird alles eingeebnet, jeder wird ie- 
n gleich, Mensch und Mensch, Mensch und 
r. Der Schmerz saugt das ganze Leben des We- 
rs auf, das er ergriffen hat: sie sind nicht mehr 
Hüllen von Schmerz. Es vollzieht sich jene Fle- 
dion des lchs stets noch einmal, von der die 
ize Menschheit befallen ist." 
Jllen von Schmerzu: Sie sind das Thema Giron- 
is in zunehmendem Maß geworden, und bei 
lter Pichler verhält es sich nicht viel anders, 
2h wenn er ihnen eine so eminent ästhetische 
nponente abgewinnt. All die Grilfte, Kammern, 
1ker,ldole und Reliquien dienen letztlich nichts 
terem als dem Aufnehmen, Bergen (nicht Ver- 
gen) dieses Schmerzes in der Hoffnung, sein 
tliches im Unendlichen aufgelöst zu sehen. Die 
iwendung auf eine Dimension des Lebens, die 
zalten Kulturen geprägt hat und deren Verdrän- 
1 die zeitgenössischen Schizophrenien und Ver- 
sktheiten mitbedingt, führt zu Artikulationen, 
en über ein Künstlerisches (als eine Art Le- 
isdekoration) hinausreichender Wert vor allem 
23 Coop Himmelblau, i-Sternensitzrr, 1972. Bleistift, la- 
viert und gespritzt _v 
24 Arnulf Rainer, nTotenmaske-x, 1978. Uberzeichnung 
 
von jenen erkannt wird, die ihn selbst nicht 
in ihr Leben einzugliedern und zu artikulieren 
sen, weil sich für sie dafür aus verschiec 
Gründen keine Möglichkeiten mehr zu erö 
scheinen. r-Mit der Abschaffung der Mußerr. 
Horkheimer (in der Tat muß sich selbst der 
zeitmensch ständig in einer von sich selbst 
führenden Bewegung halten, muß er auf eine 
lose Art naktivrr bleiben) - "mit der Abscha 
der Muße und des lchs gibt es kein nutzloses 
ken mehm Nur noch die Künstler besorgen 
Anders ausgedrückt, wie es Karl Heinz Boh 
einem Bericht in der Frankfurter Allgemeine 
tung am 26. 1. 1980 formuliert hat: nDie Ftüc 
des Mythos in der gegenwärtigen Kultur be 
nur den ihm strukturell eigenen Wiederhol 
zwang - als Ergänzung zur Aufklärung, wer 
blind geworden ist.u 
Die Autarkie, die von Künstlern wie Pichler i 
vatmythologischen Bereichen gesucht wirr 
imaginäre Vorstellungswelt, der sich Gironcr 
terwirft, die Ausbruchs- und Rückwendungsi 
che, die Flainers nervöses Agieren und Fle-Ag 
kennzeichnen, glaubt sich der Normalbürge 
sagen zu müssen. Sofern er überhaupt noc 
Verlangen danach hat, sich selbst in sich or 
anderen oder in der Welt oder in der Phar 
wiederzufinden, lassen sich einige wenigr 
den Gegenwelten der Künstler faszinierer 
stellvertretend für uns leben, denken und 
Pragmatismus zuwiderhandeln. Ihre Schrec 
kammern und Tempel, ihre Todesmetapherl 
Utopien begleiten die Tabus einer nach wie vr 
"Fortschritt" ausgerichteten Epoche, derer 
sich kaum jemand entziehen kann - es sei 
er wähle grundsätzlich anders.
	        

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