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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 169)

Varia, Buchbesprechungen 
 
Für alle demonstrierten Verfahren werden Arbeitsmetho- 
den gewählt (und zum Teil sogar neu entwickelt), die ei- 
nen möglichst geringen Zeitaufwand benötigen. Zweck 
der Maßnahme: Der Kunsterzieher soll möglichst gleich 
nach einem Arbeitsvorgang über Erfolg oder Mißerfolg ur- 
teilen können und am Ende jedes Seminarnachmittages 
die von ihm hergestellten Bilder mit nach Hause nehmen 
können. Diese Art eines i-Erfolgserlebnissesn scheint vor 
allem für die zukünftigen Schüler der Seminarteiinehmer 
wichtig. 
Die regelmäßig jedes Jahr eintreffenden Neuanmeldun- 
gen zu derartigen Seminaren sowie der weiterhin aufrech- 
te ständige Kontakt mit früheren Seminarteilnehmern las- 
sen darauf schließen, daß das Interesse an derartigen 
Veranstaltungen nicht nachgelassen hat. 
Wladimir Narbutt-Lieven 
Augsburg - Kunstsammlung 
Vor 450 Jahren wurde auf einem Reichstag in Augsburg 
vor Kaiser Karl V. die Bekenntnisschrift der deutschen 
Protestanten, die Confessio Augusfana, verlesen. Aus 
diesem AnlaB zeigen die Städtischen Kunstsammlungen 
Augsburg diesen Sommer eine Ausstellung unter dem Ti- 
tel i-Welt im Umbruch. Augsburg zwischen Renaissance 
und Barockitf Sie umiaßt eine kunst- und eine stadtge- 
schichtliche Abteilung und dokumentiert mit rund tau- 
send Exponaten die wirtschaftliche und kulturelle Blüte- 
zeit der ehemaligen Relchsstadt im 16. und frühen 17. 
Jahrhundert. 
Die kunstgeschlchtliche Abteilung im Augsburger Rat- 
haus zeigt in fünf Abteilungen Werke Augsburger oder in 
Augsburg tätiger Meister, die im Gefolge der europä- 
ischen Fürsten zu den Reichstagen erschienen. So hiel- 
ten sich im Jahre 1550 Lucas Cranach und Tizian in der 
Stadt auf. Ausgestellt werden außer Gemälden auch 
Goldschmiedearbeiten, Kunstmobel, Prunkrüstungen und 
Zeichnungen, Uhren, wissenschaftliche Instrumente und 
Skulpturen. Gebäude und Brunnen aus dieser Zeit prägen 
noch heute das Augsburger Stadtbild. 
Der historische Teil der Ausstellung vermittelt anhand 
von Dokumenten eine Übersicht über Ursachen und Hin- 
tergründe des Reformationszeitaiters in Augsburg. Por- 
träts, Flugblätter, Karten und Bücher sind hier vertreten, 
eine eigene Abteilung betaßt sich mit den Kunst- und An- 
tikensammlungen sowie den Bibliotheken Augsburger 
Patrizier. 
Zur Ausstellung, die vom 28. Juni bis 2B. September 1980 
dauert, wird ein zweibändiger Katalog erscheinen. 
[1 
Rupert Feuchtmüller, Schüngrabern - Die stei- 
nerne Bibel, Herold, Wien-München 1979, 204 Sei- 
ten, üS 240.- 
Schon im ersten Kapitel, das der Frage nach dem Stifter 
der Kirche nachgeht, durchleuchtet Feuchtmüller, der zur 
Zeit das Erzbischüfllche Dom- und Dlözesanmuseum in 
Wien leitet, die geschichtliche Situation und die theologi- 
sche Haltung des Landes, in dem die Kirche von Schön- 
grebern steht. Dabei weist er darauf hin, daß mit größter 
Wahrscheinlichkeit der Kuenringer Hademar II. am An- 
fang des 13. Jh.s als Stifter in Frage kommt. im zweiten 
Kapitel, das über das Schicksal der Kirche handelt, wer- 
den die Entstehungszeiten der einzelnen Kunstwerke un- 
tersucht und gewisse Korrekturen, die zum Teil auf neue 
Forschungen, zum Teil auf neue Funde zurückgehen, zu 
den Erörterungen des Buches in der Ausgabe von 1962 
eingebracht. Ein sehr ausführliches Kapitel ist der Archi- 
tektur gewidmet, wobei auf den Symboigehalt der Gliede- 
rungen hingewiesen wird. Bei der Erörterung des innen- 
raumes, bei der auf Deutungen Wiebeis kritisch eingegan- 
gen wird, setzt nun Feuchtmüller die Sinndeutung fort 
und ortet bereits zu jenen an dem Außenbau, mit dem sich 
die weiteren Kapitel sehr ausführlich beschäftigen. Auch 
hier werden die Flgurengruppen gedeutet und zu den ver- 
schiedenen vorhergehenden Auslegungen kritisch Stel- 
lung genommen (bes. Dietheuer). Das Kapitel ulm Schnitt- 
punkt der Einflüsse-t geht dem Herkommen der Formen 
nach und bringt Vergleiche mit den Bauskuipturen an an- 
deren Kirchen, stellt die geschichtlichen Ereignisse dar 
Entstehungszeit fest und berichtet über verschiedene 
Fehlinterpretationen, aber auch schon grundlegende Er- 
kenntnisse (J. Feil und G. Heider) im 19, und 20. Jh. Auf 80 
Seiten folgen nun ausgezeichnete Fotografien von Erwin 
Relchmann, die uns durch und um die Kirche führen und 
in Nahaufnahmen eindringlich das Konzept nahebringen, 
wie feine Durchführungen von Details zeigen. 
Abschließend werden Quellen, Literatur, Vergleiche und 
Interpretationen, überslchtsartig und auch mit etlichen 
schematischen Abbildungen ausgestattet, gebracht. Wo- 
mit sehr wichtige und ausführliche Nachschlagemögiich- 
keilen gegeben werden. Alcls Vogel 
54 
E 
Bundesministerium für Wissenschaft 
und Forschung 
Besucherstatistik der staatlichen 
Museen und Kunstsammlungen 
1 979l80 
Das Bundesministerium für Wissenschaft 
und Forschung gibt bekannt, daß in den ihm 
unterstehenden staatlichen Museen und 
Kunstsammlungen in den Monaten 
Dezember 128.119 
Jänner 97.398 
Februar 108.982 
Besucher gezählt wurden. 
Werkverzeichnis der Maler Carl, 
Juiius, Eugen von Blaas 
Da ein Werkkatalcg der Maler Carl, 
Juiius und Eugen von Blaas ausgear- 
beitet wird, in dem alle erreichbaren 
Arbeiten obengenannter Maler kata- 
logisiert werden sollen, erbitte ich 
Hinweise auf Werke in privatem oder 
öffentlichem Besitz. Private Semm- 
ler bleiben auf Wunsch ungenannt. 
Zuschriften werden erbeten an: 
Thomas Wassibauer, 
A-5020 Salzburg, Ernest-Thun-Straßeß 
Salzburg - Neue archäologische Grabungen in 
der Benediktinererzabtei St. Peter 
in der Geschichte der im Herzen der Altstadt liegenden 
Bendiktinererzabtei St. Peter ist die Frage offen, ob der 
heilige Rupert zu Ende des 7. Jahrhunderts die tatsäch- 
lich erste Zelle baute oder ob vielleicht jenes Kloster, das 
Severin 476 in Juvavum vorgefunden hatte, ein Vorläufer- 
bau des heutigen St. Peter gewesen ist. Manche Histori- 
ker sehen in St. Peter gar die Nahtsteile, an der sich spät- 
antik-romanisches und importiert-fränkisches Christen- 
tum begegneten und durch die Bemühungen des Worm- 
ser Misslonars verbunden wurden; tragen doch noch zu 
Ende des B. Jahrhunderte (in der Unterschriftenreihe der 
nlndiculls Arnonisit) von den 18 München zehn romani- 
sche Namen, während bei den Laienunterschriften die 
germanischen Namen überwiegen. in einer ersten, vorn 
14. Jänner bis zum 23. Februar 1980 durchgeführten Etap- 
pe umfangreicher archäologischer Grabungen im Lang- 
haus und in den Seitenschiffen der Stiftskirche konnte 
nun zwar noch kein iwabsoluterit Beweis für die kontinuier- 
liche Besiedlung während den Stürmen der Völkerwande- 
rungszeit gefunden werden, wohl aber die von Rupert ge- 
baute Kirche wie auch der karolingische Nachfoigebau, 
der dann 1127 abbrannte, worauf unter Abt Balderich der 
heute noch stehende hochmittelaiterliche und von der 
Ausstattung des 18. Jahrhunderts iiverkleideteii Bau er- 
richtet wurde. Als wichtiges Indiz mag aber gelten, daß al- 
le Vorgangerbauten, selbst die kaiserzeitilchen römi- 
schen (Wohn-'?)Hauser, und die heutige Kirche in einer 
Bauachse liegen. Weitere ebenso bedeutende Funde sind 
bei der im Herbst beginnenden nächsten Etappe im Vie- 
rungsquadrat und im Chorbereich zu erwarten; die Gra- 
bungen werden vom Österreichischen Archäologischen 
Institut unter Leitung von Dr. Stefan Karwiese durchge- 
führt. Franz Wagner 
Duisburg - 4. Duisburger Akzente 
Noch bis 20. 5. 1980 wird hier nRuBIands große Realisten 
- Dichter, Maler und Musiker des 19. Jahrhunderts-t als 
Mittelpunkt eines Theatertreffens und literarischer Prä- 
sentationen gezeigt. In der Hauptsache Puschkin, Gogol, 
Turgenjew, Ostrowski, Dostojewski, Toistoi, Tschechow 
und Gorki. im Rahmenprogramm Filme, Konzerte, Vorträ- 
ge und Lesungen. Die i-Dulsburger Akzente 1980.- wollen 
ein Beitrag zum Verständnis der Völker untereinander 
sein und sollen mithelfen, Mißverständnisse und Vorurtei- 
le abzubauen und Information über vielfältige Zeugnisse 
einer reichen Kultur zu geben. 
Essen - Kommunalverband Ruhrgebiet 
Wir weisen voraus auf die Fachtagung "Historische Frei- 
räume und Denkmalpflegeu am 8. und 9. Oktober 1980 in 
Essen. Dortselbst werden vorn Kommunalverband Ruhr- 
gebiet und der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst 
und LandschaftspflegelArbeitskreis der historischen 
Gärten aktuelle Probleme zum Thema behandelt werden. 
Vor allem Erfassung und Wertung historischer Garten, 
Parks und öffentlicher Anlagen sowie Fragen ihres Schut- 
zes, ihrer sachgemäßen Pflege und Restaurierung. 
Karlsruhe - Badisches Landesmuseum 
im Karlsruher Schioß läuft derzeit die angekündigte Aus- 
stellung ttKunst und Kultur Sardiniens vom Neolithikum 
bis zum Ende der Nuraghenzeit (4000 - 500 v. Chr.), dau- 
ert noch bis 13. Juli 1980. Die Hälfte der Exponate steuer- 
ten italienische Museen bei, vorwiegend Cagliari und Sas- 
sari. Darunter sind sehr bedeutende Neufunde, die, Fach- 
kreisen weitgehend unbekannt, Italien erstmals verlassen 
haben. insgesamt 300 Objekte aus Stein, Ton und Bronze. 
London - Victoria 8. Albert Museum 
Zu den gewohnten Aktivitäten ein i-Spring and Easter Pro- 
gram-t des "Museum of childhood at Bethnal Greenu und 
anschließend eine "Japan Season 1980". Vorrangig die 
Ausstellung (noch bis 20. Juli) i-Japan Style at the Victoria 
ä Albert Museum-x, Kunsthandwerk und Design des mo- 
dernen Japan. im Gefolge (noch bis 15. 6.) eine Ausstel- 
lung von bekannt quaiitätvollen japanischen Plakaten. 
Sie zeigt die Entwicklung dieses Printmediums vorn frü- 
hen Holzschnitt-Druck bis zu den technisch hervorragen- 
den Zeugnissen der Gegenwart auf (s. Abb. S. 48). 
Stuttgart - Das "neuen Kunstauktionshaus 
Dr. Fritz Nagel 
Voraussichtlich (Anfang Mal 1980) schon bezogen ist ein 
altes Prunk- und Prachtgebätude in der Morlkegasse 17 
durch Dr. Fritz Nagel. Damit ist eines der schönsten und 
funktlonellsten Kunstauktionshauser Deutschlands ent- 
standen. Das 1924 begründete Kunstauktionshaus erhält 
durch dieses neue Haus jene Repräsentanz, die seinem 
Ruf, als führend im süddeutschen Raum zu gelten, ange- 
messen ist. Mit einer Sonderauktion weihte man das neue 
Haus, machte diese zu einem festlichen Ereignis. I. n.
	        

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