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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 170)

er Schwierigkeiten schreitet diese Neu- und Umge- 
ig der Sammlungen unvermindert voran. Nach Er- 
der Säle I und lll mit Objekten des Mittelalters, der 
sance und des 18, Jahrhunderts ist Saal lllGotik, 
sance das nächste zu realisierende Teilprojekt. Ein 
zr wichtiger Schritt in dem gesamten Vorhaben war 
l 3. 7. 1980 erfolgte Eröffnung des Saales IX, des 
lugendstilsaalesii. Damit wurde endlich ein lange 
endes Desiderat des Osterreichischen Museums 
art. nachdem Bemühungen fruchtlos blieben, die 
dieser Zeit aus Raumnot in einem frei gewordenen 
raßenpalais zu repräsentieren. Die Ablehnung des 
ts bedingte eine Beschränkung des reichen Samm- 
estandes auf kleineren Raum, die strenge Auswahl 
istgewerblichen Objekte der Zeit um 1900 aber ist 
2h äußerst repräsentativ. 
ellungen mit Vorschau bis Oktober 1980 
erchische Kunst um 1900 - Neuaufstellung der 
iungsbestände des Museums. Altes HauslSaaI IX, 
k. geöffnet ab 4. 7. 1980. 
andwerk des Buchbindens in Vergangenheit und 
wart. Ausstellung der Bibliothek und Kunstblätter- 
ung mit dem OGClAustrian Crafts Councii. Altes 
tusstellungsraum der Bibliothek und Galerie, 
k. 11, 7. - 31. 8. 1980. 
zichische Keramik 1900-1980. Altes HauslEitelber- 
I, 1. StOCk. 16. 5. 7 31. B. 1980. 
irlagenwerk der Wiener Porzellanmanufaktur. Aus- 
us den Beständen des Museums. Neues HauslVor- 
um Vortragssaal. 1. Stock. 16. 5. - 31. 8. 1980. 
Wohnen. Wiener lnnenraumgestaltung 1918 bis 
leues HausIAusstellungshalIe. ß. 5. - 24. 8. 1980. 
iderle Öffnungszeiten: Di-Sa 10- 17, So 10 bis 
i 
lies 
nderführungen Dr. Angela Völkers erfreuen sich 
naßig guten Interesses. im Vergleich mit Versu- 
nderer museaier Institutionen ist festzuhalten, daß 
iterreichische Museum durch die Besonderheit sei- 
jekte vor allem zu derartigen Führungen geeignet 
ir Vorteil besteht darin, daß jeder künstlerisch 
ebildete, kunsthandwerklich geformte Gegen- 
elztlich auch ein Gegenstand täglichen Gebrauchs 
so das Kind über das Praktikablezum Verständnis 
srischer Außerungen und Prinzipien geführt werden 
endveranstaltungen - derzeit ist Sommerpause - 
l im Herbst 1980 wiederaufgenommen. Zu Themen 
askunst werden sich Dr. Waltraud Neuwirth und 
Rest. OR Ludwig Neuslifter mit instruktiven Farb- 
rägen wissenschaftlich und technologisch ausein- 
etzen. Die neuadaptierte Fotoabteilung unter Lei- 
an Prof. W. Narbutt-Lieven setzt ihre Aktivitäten, in 
_inie Seminare, auch den Sommer über fort. 
istellen 
ller-Schlössel Sammlung Sobek. Wien 18., Pötz- 
irfer Straße 102. Empire und Biedermeiereinrich- 
tltwiener Uhren. Fixe Führungszeiten Sonntag 11 
Uhr. 
PetroneiIlKunstgewerbemuseum. Möbel, Porzel- 
ramik, Glas, Elfenbein, Silber, Zinn, Eisen u.a. vom 
i. Jahrhundert. Dienstag bis Sonntag 9 - 17 Uhr. 
museum Riegersburg. Möbel, Tapeten, Kleinplasti- 
d Bilder des Barock und Klassizismus. Religi e 
astik des 16. - 18. Jahrhunderts. Khevenhuller-Fa- 
nuseum. Derzeit noch bis Ende der Saison 1980 die 
ausstellung iiChinamode - Beispiele der Ost- 
iegegnung im 17. und 18. Jahrhundert-i. (Diese Aus- 
g wird anschließend im Haus am Stubenring zu se- 
in.) Dienstag bis Sonntag 9- 12 und 13 - 17 Uhr. 
GrafenegglNÖ. Große Welt reist ins Bad - Kuror- 
nonarchie1800 - 1914. Ausstellung aus Beständen 
iliothek des Österreichischen Museums und zahl- 
anderer öffentlicher und privater Sammlungen. 
leopold netopil 
 
noriam Norbert Schlesinger 
bert Schlesingers Lebenswerk nehmen seine be- 
den Ausstellungsgestaltungen einen großen Raum 
fdiesem Gebiet stand er auch in besonders frucht- 
lerbindung mit dem Österreichischen Museum für 
andte Kunst. Das Großartige dieser seiner Tä "g- 
r der unmittelbare Bezug, den er intuitiv und unmit- 
zum auszustellenden Objekt herstellte. Seine Pla- 
l waren nie abstrakt: sie entstanden aus der An- 
ing der Exponate, dem Verstehen ihrer Bedeutung 
er inneren Ordnung, verbunden mit einem hervorra- 
I ästhetischen, vor allem sehr stark ausgebildeten 
 
Ausstellung i-Dle 
Fresken von 
Faras-i, Osterreichl- 
sches Museum für 
angewandte Kunst, 
Gestaltung Prof. 
Arch. N. Schlesiri- 
ger 
Ausstellung nir- 
chaologische Fun- 
de aus der Volksre- 
publik China-i, 
Osterreichisches 
Museum für anga- 
wandte KuriSl, GB- 
staltung Prof. Arch. 
N. Scnlesinger 
Lyoner Kalbsleder- 
einband, 2. Hälfte 
17. Jahrhundert 
Pariser Kalbsleder- 
einband, l. Hälfte 
17. Jahrhundert (Bi- 
bliothek des Öster- 
reichischen Mu- 
seumsi 
Miroslava Symon, 
Gästebuch 1979 
Titelvignette der 
Ausstellung "Große 
Welt reist lris Bad-i. 
Schloß Grafenegg, 
Sommer 195D 
lung, die man mit ihm unternahm, ein gemeinsames 
Werk. 
Das Osterreichische Museum verdankt ihm seit zwei 
Jahrzehnten viele solcher Werke: Iranische Kunst, Hun- 
dert Jahre Osterreichisches Museum, Die Fresken von 
Faras, Wiener Werkstätte, Theatrum Orbis Terrarum, Ar- 
chaologische Funde aus der VR. China, Goldschätze der 
Thraker, Bulgarische Ikonen, Far West - Der amerikani- 
sche Westen, um nur die wichtigsten zu nennen. Auch die 
Gestaltung einzelner Säle 7 vor allem der neue China- 
Saal - ist ihm zu verdanken. An der Einrichtung von Au- 
ßenstellen des Museums hatte er ebenso großen Anteil, 
so an dem Museum in Schloß Petronell, den Räumen in 
der Riegersburg und einer Textitausstellung in der Go- 
belsburg. 
Mich personlich verband mit ihm eine enge Freundschaft, 
die anläßlich der besonders schwierigen Aufgabe der Ein- 
richtung der Ausstellung "Frühchristliche und Koptische 
Kunstii in der Akademie der bildenden Künste entstand. 
Bei Ordnung, Sichtung und Präsentation dieses so beson- 
ders komplizierten Materials erwies sich die Zusammen- 
arbeit mit ihm als außerordentlich fruchtbar, und es ent- 
stand eine Ausstellung von internationaler Bedeutung. 
Ebenso war es auch bei der Ausstellung Ostkirchlicher 
Kunst in Stift Herzogenburg, bei der seine Ratschläge und 
Eingriffe von entscheidender Bedeutung waren. Unser 
letztes gemeinsames Werk war die Einrichtung der 
Schatzkammer des Stiftes Altenburg, deren Katalog in 
der Schriftenreihe des Österreichischen Museums er- 
schienen ist, bei der ich seinen aufopfernden und selbst- 
losen Einsatz wie seine Gestaltungskraft besonders gut 
Kennenlernen konnte. 
ich verlor in ihm einen sehr guten Freund und ständigen 
Ratgeber. Wir alle verloren in ihm einen großen Könner 
und einfuhlsamen Architekten, der gestalten konnte wie 
kaum ein anderer. Gerhart Egger 
Direktor am Österreichischen Museum 
für angewandte Kunst 
Buchbinden. Handwerk in Vergangenheit und Ge- 
genwart. _ 
In der Bibliothek des Österreichischen Museums für an- 
gewandte Kunst findet vom 10. Juli bis 31. August 1980 ei- 
ne Ausstellung unter dem Titel DDaS Handwerk des Buch- 
bindens in Vergangenheit und Gegenwart" statt. Ange- 
regt wurde diese Ausstellung von Frau Miroslava Symon, 
die sich in Hinblick auf den vom 25. Juli bis 1. August 
1980 in Wien stattfindenden 9. internationalen Kongreß 
des Worlds Crafts Councii dafür einsetzte, daß auch der 
moderne Bucheinband in entsprechender Weise reprä- 
sentiert werde. Da der moderne Bucheinband im Kampf 
gegen industrielle Massenanfertigung in sehr bemerkens- 
werter Wefse auf alte, lang tradierte, handwerklich perfek- 
te Techniken zurückgreift, entschloß ich mich, die Ge- 
schichte des historischen Bucheinbandes von der Spät- 
gotik bis zum Jugendstil an ausgewählten Beispielen aus 
dem Besitz der Bibliothek des Österreichischen Mu- 
seums für angewandte Kunst zu zeigen, um damit zu er- 
weisen, von welch großer Bedeutung dieser Zweig des 
Kunstgewerbes in der Vergangenheit war, und zu begrün- 
den, wie wichtig es ist, dieses künstlerische Gewerbe 
auch in heutiger Zeit weiterzuführen. Am historischen 
Beispiel wird gezeigt, daß es für den Aufschwung des 
künstlerischen Bucheinbandes ebenso von Bedeutung 
war, Bindeaufträge rasch zu erfüllen, wenn es galt, einen 
bestimmten Zeitgeist oder kulturelle Veränderungen mit 
Hilfe des Buches durchzusetzen, als auch, daß Mäzene 
und Bibiiophile Aufträge zu kostbaren, besonderen, ihrer 
Bibliothek, ihrem Lebensstil gemäßen Bänden gaben. 
Heute sind wir umgeben von Paperbacks und industriell 
gefertigten Büchern. Warum aber unterwerfen wir uns die- 
ser Art von Gestaltung einer Bibliothek? Ergreifen nicht 
zumindest im Falle des jedem einzelnen besonders auf- 
grund seines literarischen Inhaltes wertvollen Buches, 
des Gästebuches, Tagebuches, Teleionbuches, ja selbst 
des Terminkalenders die Möglichkeit, dieses individuell, 
künstlerisch und in geschmackvoller Art zeitgemäß bin- 
den zu lassen? 
Aufgrund seiner langen, solcherart wirksamen Tradition 
stellt sich das Österreichische Museum für angewandte 
Kunst, in diesem Falle die Bibliothek des traditionsrei- 
chen Hauses, einmal mehr die Aufgabe, Impulse und Mo- 
tivationen zu geben. Anzuregen zu der Erkenntnis, daß 
das funktionelle künstlerische Handwerk, der Buchein- 
band im besonderen auch heute von großer Bedeutung 
ist. Es soll gezeigt werden, daß es für den Kunstschaffen- 
den ebenso wie auch für jenen, der dessen Objekte er- 
wirbt, von Bedeutung ist, gegen die industrielle Massen- 
fertigung aufzutreten und individuell geschaffene Gegen- 
stände richtig zu werten. Hanna Egger 
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