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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 171)

zu Ornamenten stilisierte Pflanzen, aber 
die expressionistisch malerische Kompo- 
2". Bestechend sind die Originalität der Ein- 
ative und die subtilen Farbzusammenstellun- 
der Muster (Abb. 9). Viele Entwürfe hat man 
lange verwendet: Das hier abgebildete Mu- 
nlrrlandu (Abb. 9) ist sowohl in dem Muster- 
als auch in einer Druckerkartei aus den spä- 
ZOer Jahren nachzuweisen". Dieselben Ent- 
2 werden, auf Stoffe verschiedener Qualität 
rckt, bei der Inneneinrichtung und im Bereich 
lode verwendet. Es sei auf Dagobert Peches 
inau (Abb. 16) hingewiesen, das als Dekora- 
stoff auf der Museumsausstellung 1913 zu 
n ist" und ebenfalls, auf dünne Seide - Pon- 
- gedruckt, in dem genannten Musterbuch er- 
int". Schließlich ist der Stoff des Kleides 
erike Maria Beers, in dem Klimt sie 1916 por- 
-rt, mit demselben Muster bedruckt". 
ibert Peche scheint 1911 von Hoffmann ent- 
t worden zu sein". Offensichtlich hat er 
n vor seinem Eintritt in die Wiener Werkstät- 
l14, Entwürfe für Stoffmuster geliefertlg. Sei- 
hantastischen Muster, meist aus hybriden 
stark stilisierten Pflanzenformen zusammen- 
:zt, werden für den Textildekor der Wiener 
stätte bestimmend. Neben kleinteiligen Mu- 
wie "Marinau (Abb. 16) oder streumusterarti- 
Entwürfen" kreiert er große Rapportmuster in 
rt von "Schwalbenschwanzu (Abb. 15), die ei- 
ich in der Wiener Werkstätte selten sind: Das 
hwarz und einer Farbe - hier ist es Gelb - 
rckte Leinen zeigt große Schmetterlinge und 
erte Blülenkelche, die durch ihre muslerarti- 
nnenzeichnung streng in die Flache gebun- 
rleiben. "Der neuen Stoffniederlage der Wie- 
lerkstatte prägt Dagobert Peches Phantasie 
aweben und Spitzen einen intensiven, be- 
ingten Stil aufu, schreibt Bertha Zuckerkandl 
1 
in Beispiel für Heimarbeit, so wie sie Hoff- 
l 1928 beschreibt, sei hier der Teewärmer Me- 
.öfflers gezeigt (Abb. 12), den das Museum in 
liener Werkstätte erworben hat. Mit leuchten- 
iarben sind Motive in dicker Wolle auf sehr 
Seide gestickt. Ähnliche Arbeiten werden 
bei der Mode verwendet". Als Quelle für die 
n Motive kommen die Volkskunst. aber auch 
lrzeichnungen, die gerade in dieser Zeit be- 
ere Beachtung finden, in Frageäi. 
hließend sei noch auf einen speziellen Be- 
der Textilproduktion hingewiesen, auf den 
Kirchenstoff (Abb. 13, 14), der in Österreich 
ier ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts herge- 
wird" und offenbar immer noch Bedeutung 
i912 veranstaltet das Museum eine umfang- 
a "Ausstellung für kirchliche Kunst", auf der 
eiche Paramente zu sehen sindß. i-Künstle- 
das Wertvollste und das Eigenartigste der 
tellung sind jedoch die TBXÜIBTDGlIBHrr, heißt 
zu in der "Neuen Freien Pressen vom 8. Sep- 
er 1912. Die Bedeutung, die auch das Mu- 
diesen Geweben beimißt, laßt sich daran ab- 
, daB man nach der Ausstellung eine große 
tl von Stoffen, aus denen die Paramente ge- 
t waren, erwirbtsß. Meist werden hier über- 
1ene sakrale Motive, wie das Cnristusmono- 
m, Engel oder Evangelistensymbole, in Me- 
ns in Anlehnung an mittelalterliche Stoffe 
indet. Es gibt aber auch Versuche, den Kir- 
stoff dem modernen Geschmack anzupas- 
Stilisierte Blütenkelche in Spitzovalen wer- 
iit einem Kreuz versehen (Abb. 14), Palmzwei- 
d kleine Kreuze in Kreisen bilden ein dekora- 
Muster mit kleinem Rapport (Abb. 13). Ge- 
sam ist allen Kirchenstoffen die Verwendung 
iarer Materialien, wie Seide, Metall- oder so- 
delmetallfäden, die zu schweren und wertvol- 
rokaten verwebt werden.
	        

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