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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 171)

isstellung "Einfacher Hausratri im Österreichischen 
useum für Kunst und Industrie, 1920. Wohnküche in 
wern Arbeiterheim. Entwurf: Josef Frank, Ausfüh- 
ng: Wiener Bau- und Mobeltlschlerei 
isstellung wEinfacher Hausrat" im Österreichischen 
Jseum für Kunst und Industrie, 1920. Wohnzimmer 
t Möbeln aus verschiedenen Hölzern. Entwurf: Hu- 
iGorge, Ausführung: nKLIfiSf und Wohnungt, R. Lo- 
wz 
Jeingarten-Siedlungs- und Wohnbau-Ausstellungtt 
1 Wiener Rathausplatz, 1923. Wohnküche im Kern- 
us der Type 7, Entwurf: Grete Lihotzky 
Gegebenheiten unter dem Motto, so viel wie 
ich Menschen auf kleinstem Raum unterzu- 
len. Dementsprechend war die Möblierung 
1eistens aus Küche und einem Zimmer beste- 
en Kleinwohnungen in der Hauptsache aus 
afstellen zusammengestellt. Das Mobiliar 
imte in der Regel vom Trödler. Bei Neuan- 
ffungen wurden die sogenannten wgekehl- 
Möbel bevorzugt (Abb. 2), ein Möbeltyp, der 
lassenmobel in der Zeit von 1860 bis 1910 ak- 
war und ein bürgerliches Ambiente aus ei- 
Gemisch von Biedermeier und Barock errei- 
wollte. 
versuchte man in Wien mit der Organisation 
X. Internationalen Wohnungskongresses An- 
lß zu finden an die im internationalen Bereich 
ts weitaus fortgeschrittenere Entwicklung 
Arbeiterwohnungsfrage. Als Rahmenpro- 
im zeigte das Österreichische Museum für 
it und Industrie eine Ausstellung gemeinnüt- 
Kleinwohnungsanlagen und veranstaltete 
nals eine Konkurrenzausschreibung zur Er- 
Jng von "Einrichtungen für Kleinbeamten- 
Arbeiterwohnungenßu Zwei verschiedene 
nungstypen waren vorgegeben. Die Type 1, 
zhend aus Zimmer, Kabinett, Küche (eventuell 
nküche) und eventuell Vorraum, und die Type 
istehend aus Zimmer und Küche (eventuell 
nküche) (Abb. 3, 4). Eigens vorgegeben waren 
 
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auch die für die Zimmer notwendigen Einrich- 
tungsgegenstände. Bezeichnend für die Einrich- 
tungswünsche des Arbeiterstandes waren die 
vom Museum gegebenen Richtlinien für die Ver- 
wendung von Materialien: i-Bezüglich des zur Ver- 
wendung kommenden Materials wird den Konkur- 
renten freie Wahl gelassen, jedoch ist bei den Zim- 
mermobeln auf die in jenen Kreisen, welche hier in 
Betracht kommen, herrschende Vorliebe für poli- 
tierte Möbel nach Tunlichkeit Rücksicht zu neh- 
men; es können nötigenfalls auch gestrichene Mö- 
bel gewählt werdenß Es wurde hier erst gar nicht 
der Versuch unternommen, regelnd in den Ge- 
schmack und die Bedürfnisse des Arbeiters einzu- 
greifen. Erst nach dem ersten Weltkrieg begann 
man den Arbeiter verstärkt auf seine kulturelle 
Eigenständigkeit hinzuweisen und von dem 
Wunsch, das Bürgertum in äußerlichen Dingen 
nachzuahmen, abzubringen. im Vergleich zur 
1. Preiskonkurrenz von 1899 hatte sich in der Zu- 
sammenstellung des Wohnschlafzimmers nichts 
verändert. Neu hingegen war der Verzicht auf eine 
Ornamentierung der Möbeloberflachen, was eine 
konsequente Fortführung des eingeschlagenen 
Weges in Richtung einfacher und "modernem Mö- 
bel bedeutete. Ein Weg, der in Deutschland durch 
das Maschinenmöbelprogramm der Dresdener 
Werkstätten bereits realisiert worden war? Eine 
weitere Neuerung bedeutete das bestimmte Ein- 
 
treten für die Verbreitung der Wohnküchen-Idee, 
die bis dahin in Österreich noch wenig Anklang 
gefunden hatte." 
Die am IX. Internationalen Wohnungskongreß er- 
öffnete Diskussion um die Frage "Kleinhaus oder 
Miethaus-r, die auch während der 1911 und 1912 
durchgeführten ersten beiden österreichischen 
Wohnungskonferenzen andauerte, brachte 
schließlich in der im April 1912 erfolgten Reform 
der Bauordnung ein Zwischenergebnis. Mit den im 
Zuge der Bauordnungsreform erreichten Bauer- 
leichterungen, welche die Herabsetzung der Hohe 
von Wohnräumen, die Stärke und Qualität des Ma- 
terials der Mauern, Verminderung der Stiegenbrei- 
te usw. betrafen, kam es zu einer wesentlichen 
Verbilligung der Baukosten für Kleinwohnhäuser. 
Dadurch war es möglich geworden, den in Eng- 
land und Deutschland bereits entwickelten und 
realisierten Gedanken der Gartenstadt auch in 
Wien zu verfolgen. Bereits auf der Frühiahrsaus- 
stellung 1912 des Österreichischen Museums kam 
es zur Präsentation eines Einfamilienhauses samt 
Einrichtung, wobei hier zum ersten Mal die neuen 
Richtlinien der Bauordnung ausgenutzt werden 
konnten (Abb. 5). Der Architekt Robert Örley hatte 
sich die Aufgabe gestellt, das Wohnbedürfnis ei- 
ner kleinen Familie mit geringsten finanziellen 
Mitteln zu befriedigen." 
Ein vom k. k. Ministerium für öffentliche Arbeiten 
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