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Object: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 4)

4.34 
Bauelement zu bilden haben. Wie sich diese Sonderstellung der englischen 
Art durch den Einfluß der Lebensweise, der Sitten und Gebräuche in der 
ganzen Raumgestaltung und in der Verwendungsart der Räume ausdrückt, 
zeigt dann die nähere Besprechung der einzelnen Raumgattungen für die 
Zwecke des Wohnens, der Wirtschaft und der Körperpflege. Wenn hier 
auch der Volkscharakter und die Zusammensetzung der Gesellschaft die 
Hauptrolle spielen und manche Abweichungen von den kontinentalen 
Zuständen und klimatischen Verhältnissen Erscheinungen hervorriefen, 
die uns fremd und sonderbar anmuten, so tritt doch auch wieder gerade 
da das Grundelement englischen Wesens besonders deutlich zu Tage: 
die praktische Lebensklugheit. Wie der Engländer sich alles zu nutze 
macht, was die gesundheitsmäßige, bequeme und behagliche Art des Lebens 
fördern kann, wie er mit seinen Mitteln nicht höher hinaus will, als eine 
solide, praktische und dauerhafte Bauweise gestattet, und gerade dadurch ein 
hohes Maß von Schönheit erreicht - das alles kann dem kontinentalen 
Leser nicht ohne tiefen Eindruck vorgeführt werden. 
Hier liegt das Geheimnis der großen Anziehungskraft des englischen 
Hauses, der steigendenEinHußnahme seinervorbildlichenwirkungverborgen. 
Muthesius weist auf alle wichtigen und für uns besonders wertvollen 
Triebkräfte unermüdlich hin, wenn er oft auch Selbstverständlichkeiten sagen 
muß. Man könnte aber mit großer Berechtigung behaupten, daß es ein um 
so besseres Zeichen für das Kulturniveau des Beobachters ist, je mehr ihm 
am englischen Hause als selbstverständlich erscheint. 
MODERNE ENGLISCHE TÖPFEREIEN 50 
VON P. G. KONODY-LONDON Sie 
15., n der vor kurzer Zeit in der Grafton Gallery 
 abgehaltenen Arts and Crafts-Ausstellung 
i, waren zwei Gruppen von Töpfereiarbeiten, 
welche wohl als epochemachend für diesen 
Zweig moderner englischer Kunstindustrie 
bezeichnet werden können. Es waren dies 
die Erzeugnisse der „Lancastrian Pottery" 
von Pilkingtons, Ltd., mit den von William 
und Joseph Burton erfundenen Glasuren und 
jene der alten, historischen Firma Josiah 
Wedgwood 8: Sons, von Alfred H. Powell 
entworfen und bemalt. Grundverschieden in der ganzen Auffassung, ist doch 
den beiden Gruppen der eine Annäherungspunkt gemein, daß in ihnen dem 
echten Wesen der Töpferkunst Rechnung getragen wird, daß sie eine Rück- 
kehr zu den gesunden Prinzipien des Orients von den falschen Idealen des 
XVIII. und der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts bezeichnen. 

	        
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