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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 174 und 175)

aus: "Betrachtung der WlldEh Thiereu, Augsburg 
S. - Osterreichisches Museum für angewandte 
15k, Bibliothek, C ll 12 (aus dem Nachlaß der Wie- 
Porzellanmanufaktur) 
  
{Ümglhm .4... flupur. 
7 ubu. 
 
13 
gthor von Aussenu, wohl Jakob Schufried, um 
;1B6x295 mm. - Osterreichrsches Museum lür 
iwandte Kunst, lnv. K.l. 7630112 
lil eines Tellers mit Ansicht "Das neue Burgthor 
en die Vorstadt) zu Wien". Wiener Porzellan, 1827 
später, eingepreßter Bindenschild, undeutlicher 
esstempel, Weißdrehernummer 13. D 24,2 cm. - 
irreichisches Museum für angewandte Kunst, lnv. 
41 (aus dem Nachlaß der Wiener Porzellanmanu- 
lr) 
son de Campagne de Solimenes, situee pres du 
lve dans la partie d'0ttayanor- aus: vVoyage pitto- 
ue de Naples et de Sicilelr, 1. Band, 1. Teil, Paris 
. - Osterreichisches Museum für angewandte 
a1, Bibliothek, E lll 24a (aus dem Nachlaß der Wie- 
Yorzellanmanufaktur) 
etplalte, Wiener Porzellan, 1799 oder später, blau- 
indenschild, Elossiererzeichen P eingestempeli. 
x 32,3 cm. - Osterreichisches Museum für ange- 
lle Kunst, lnv. Ke 4167 
wurden, als die Porcellanfabrik, wie oben gesagt, 
in ihrer Blüthe stand. 
Dahin gehört zunächst eine Sammlung von Kup- 
ferstichen, welche als Vorlagen für die figürlichen 
Malereien auf Tellern und Schalen gedient haben. 
Diese Kupferstiche sind die beliebtesten und 
bekanntesten Blätter aus den letzten Jahrzehn- 
ten oder überhaupt aus der zweiten Hälfte des 
18. Jahrhunderts. Es sind demnach durchweg 
Werke, die den Stempel der Manierirtheit tragen, 
den Stempel des manierirten Zeitgeschmacks, 
dem am Ende auch eine populäre Anstalt wie die 
Porcellanfabrik mit Naturnothwendigkeit unter- 
liegt, aber man muss ebenso sagen, es sind 
durchweg wirklich Meisterarbeiten, Werke, die 
man eben damals für die besten hielt. Was später 
zu dieser Sammlung hinzugekommen ist, von dem 
kann man dies keineswegs behaupten, ia es lässt 
sich stufenweise der künstlerische Verfall der An- 
stalt daran nachweisen. 
Eine zweite ausserordentlich reichhaltige Samm- 
lung bilden die Blumenzeichnungen, Studien nach 
der Natur, Meister- und approbirte Schülerarbei- 
ten, Compositionen theilweise von höchst vorzüg- 
licher, wahrhaft künstlerischer Ausführung. Auch 
hier lässt sich eine auffallende Bemerkung nicht 
unterdrücken. Was der älteren Zeit angehört (eini- 
ge Zeichnungen reichen bis 1790 zurück), weiset 
alles, selbst in den Studien, mehr auf künstleri- 
sche Compositionen in der Art der holländischen 
Blumenmaler hin, während mehr und mehr mit 
dem werdenden Naturalismus im allgemeinen Ge- 
schmack das blosse, vereinzelte Copiren nach der 
Natur und das vereinzelte naturalistische Wieder- 
verwenden Oberhand gewinnt. Damit sinkt auch 
zugleich die Vollendung der künstlerischen Arbeit 
daran. Man möchte fast sagen, je jünger diese Ma- 
lereien sind, um so ungenügender ist ihre Ausfüh- 
rung. 
Einige wenige vorzügliche Oelmalereien und 
Aquarelle, theilweise in grösserem Massstabe 
ausgeführte Copien nach bedeutenden Gemälden 
der ersten Meister, unter ihnen die Jo von Correg- 
gio, der Dariuscyclus von Rubens, sämmtlich von 
Künstlern der Porcellanfabrik gemacht, und ge- 
wiss nur noch Ueberreste einer grösseren Anzahl 
solcher Copien, beweisen, wie ernst man es mit 
den Malereien figürlicher Gegenstände auf den 
Prunktellern nahm. Man wollte offenbar die vor- 
züglichsten Gegenstände und wollte sie in vorzüg- 
lichster Ausführung... Den reichhaltigsten und für 
die Zukunft vielleicht noch nützlichsten Theil der 
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