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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 174 und 175)

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Dekoration entstammen französischen V 
des beginnenden Fiokoko, die ganz Europa 
hen 18. Jahrhundert beherrschen. Die G: 
helt und Präzision der Arbeit ist unnach. 
englisch. Glänzend durchgeführt an diesei 
sind die zu Rocaiilen umgebildeten Biattoi 
te in der unteren Zone des Gefäßkörpers 
dem Deckel. 
Wie sehr die Rocaiile das europäische 01 
der Mitte das 18. Jahrhunderts beherrsci 
man an dem Hamburger Deckelhumpen v 
rad Bloem (Abb. 12). Das Gefäß selbst is 
Besonderes, sondern bietet nur eine sehr 
nelle Form eines Trinkbechers, wie sie s 
16. Jahrhundert genügend bekannt ist. Dii 
fuhrung des getriebenen und zlselierte 
koornaments aber ist in seiner Dichte un 
haltigkeit ein hervorragendes Beispiel 
"neuen ornamentaie Üppigkeit, die das 
lsche Kunstgewerbe der Mitte des 1B. . 
derts beherrscht. 
Alle bisherigen Meisterwerke übertreffen 
die Umsetzung der Rocaille, ja iiberhau 
Ornaments in eine Gesamtform die 
Deckenschussel mit Unterteller mit dem 
des Königreichs Savoyen aus dem Besitz 
herzogs Franz Ferdinand d'Este, höci 
scheiniich ein Werk des Lorenzo Lavy aus 
um 1750 (Abb. 20, 20a). Abgesehen von I 
hervorragenden Bedeutung des piemonti 
Barock innerhalb der europäischen Kuns 
ses Stuck auch innerhalb dieses Kunstkre 
einmaliger Qualität. in iedem seiner d 
ebenso wie in der Ganzheit dieser Teile 
der, so man sie zusammensetzt, äußert 
geniale Umsetzung eines zeichnerische 
ments in plastische Form. 
Bei voller Wahrung der Benutzbarkeit ist i 
ne mit dem Teller wie ein körperlich gev 
Ornament. Auf die Frage nach der Ambivz 
Kunstgewerbes ist mit dieser Komposit 
geradezu abschließende Antwort geset: 
wandt sind dabei alle technischen Mögii 
des Silberschmiedes: getriebene Form, v 
sche, hohigegossene Figuren, flache Fte 
ziselierte, gravierte und gepunzte Ornam 
Den Abschiuß dieser Auswahireihe mö 
Frlihstücksgefäße von Frangois Joubert 
79 - bilden (Abb. 21). Alle Üppigkeit un: 
tigkeit des Barock ist hier einer edlen, e 
"klassizistischen" Form des Louis-sei 
chen. So dekorativ die Stücke - eine Scr 
kanne und zwei Marmeladetiegel - w 
sehr steht ihr Gebrauch als formbildenr 
dergrund. Nur sparsame Ornamente sini 
nehmbar in die glatten Flachen gesetzt. k 
später entstanden ja auch gerade in Paris 
fast völlig ohne Ornament, bei denen nur. 
Glatte der Flache und das Geschlossene 
perform wirken sollen. Diese sparsami 
mente aber sind der römischen Antike e 
meisterhaft dabei ist die Ausführung di 
wogen-zarten Form. 
So fuhrt diese Reihe den Weg durch die 
Ornamentik, der aufzeigen kann, daß die 
Aufgaben fur silberne Tatelgerate in ver: 
artigster Weise gelöst werden können. 
einzelnen Gegenstand ist aber zu allen 2 
mer entscheidend, eingefügt zu werden i 
samtbild eines innenraumes. der selbst 
schaft eines Ornaments unterliegt. 
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