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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 176)

frühniederländische Einflüsse aus dem Oeuvre der 
Brüder van Eyck (vgl. die Turiner Kreuzigung von 
Hubert van Eyck; New York, Metropolitan Mu- 
seum). Dagegen ist die Hussitenschlacht im IIJQ" 
naer Codexe (Prag, Nationalmuseum, Cod. lV B 24, 
Ende 15. Jh)" auf fol. 56r (Abb. 9) von Kennzei- 
chen italienischer Schlachtenbilder beeinflußt, et- 
wa der wSchlacht von San Fiomanoii des Florenti- 
ners Paolo Ucello (Florenz, Uffizien; Mitte des 
15. Jh.s). 
Die anfänglichen Erfolge der Hussiten beruhten 
auf einer besonderen Waffentechnik, der Wagen- 
burg, die auf dem Kupferstichblatt in der Bildmitle 
zu sehen ist und im Kriegsbuch des bayerischen 
Arztes Johann Hartlieb auf fol. 147 der Wiener Ab- 
schritt (Abb. 10) (ÖNB, Cod. 3062; ca. Mitte des 
15. Jh.s)"' großformatig gezeigt wird. Wohl unter 
dem Eindruck des Zeitgeschehens und mit Rück- 
griff auf das Kriegsbuch des Conrad Kyeser, ent- 
standen am Ende des 14. Jahrhunderts (vgl. die 
Abschriften von ONB, Cod. 3068 und 5728)," ver- 
faßte um 1430 Johannes Hartlieb am Wiener Hof 
Albrechts V. seine Kunst der Kriegsführung (uOno- 
matomantieii). Der Illustrator greift hier auf die 
herkömmliche gruppale Schiachtenordnung zu- 
rück, wobei im Bildvordergrund Flammen als Glie- 
10 
6 Jacobus de Cesulis, De moribus et viventium, 1. Vier- 
tel 15. Jahrhundert. "Bauer." Prag, Kapitelbibliothek 
St. Veit I G 42, tol, 119V 
 
Anmerkungen 41- 5C 
(Anm. 39, 40s. S. 9 un 
Anm. 51 -56 S. S. 12) 
11 F. uriierkircher (Anm 
so, 105. - H. Menha 
(Anm. 26) B56 - B57 u 
1119 - 1120. 
11 P. E. schramm, H. Fi 
Derikmale der deuts( 
Könige und Kaiser ll 
diieniiichungen des 
iraliristiiuts ior Kuris 
schichte in München 
Munchen 197a, 76, N 
H Die Forschung lokali 
den Kodex bisher na 
Süddeutschland. i 
mas, o. Gamber. Kai 
der Leibrusikammer, 
I. Tell. Der Zeitraum 
500 bis 1530 (Kunstii 
sches Museum, W1ei 
iensammlung). Wien 
66, Abb. 10. 
H Vavslav Tdmek, Gesi 
ie der Prager Univer: 
Prag 1649. 24 - F. l 
rer. Kollegium zum h 
kolaus an der univer 
Wien wien 1909, 2. 
Cistercienser Chrom 
25l303 (1914) 289 blS 
s J.M Canivez. Sta 
Capitularum General 
ordinis Cistercierisis 
anno 1116 ad annurr 
Band 3 (1935) 554. - 
stellungskatalog, Dlt 
sterzienser, Ordensli 
zwischen Ideal und l 
iichkeii. Aachen 1961 
ü K. Kubes, J. Hössl (l 
50. 
1' st. Fibssier, verzeich 
der Handscririiten d1 
bliothek des Stiltes. 
(xenia Bernardina 2! 
wien 1891, 364 e 365 
1' J. Krasa, Cesky Ruki 
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Knihovny v i-ierzogei 
(Eine böhmische Hai 
schritt der Moralia d 
Papstes Gregor aus 
Herzogenburger eibi 
thek). urneni 10 (196. 
1111 s 156, Abb. S. 1a 
G. schmidi, Malerei 
1450 s Tatelrnalerei 
Wandmalerei - Buc 
rei. Goilk In Bohmen 
v. K. M. Swobbda. M1 
chen, Wien 1969, 231 
t" K. Holter, Die Biblioi 
Handsctiritten und ii 
nabeln OKT 43 2. TE 
(1977) 156, Abb. Nr.1 
" J. Krasa, in- Ausstel 
Kaiaibg Die Parler. i 
197a. 737 (mii resiiic 
Lireraiurangabe). 
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Linz 1916. s Ftledfii 
Reischi. Beitrage ZUl 
schichte der Wissen 
schaltsptlege irn Sti 
Scniagi. i-iausarbeii 
stltut liir esierreichi 
Geächlchtslolsctiuri 
Wien 1965, 264 - 265 
derungsmittel verwendet werden. Im Kriegs 
des Conrad Kyeser etwa wird in Hexametervi 
die Technik und praktische Anwendung 
Kriegswagen, Belagerungsmaschinen, Be 
gung von Burgen, Rammen, die Wasserte 
mit reicher Bilderlauterung erklärt. Im "Kl 
und Pixenwerkri (Wien, KHM, Sammlung fü 
stik und Kunstgewerbe, P 5014, Österreichli 
ka1437)" sind als Kampfmittel gegen Reiter 
spitzen und Sterndornen gestreut (fol. 35r; 
11). Neben den thematisch umfassenden Ki 
büchern gab es eigene Fechtbücher, z.B 
i-Thalhoffersche Fechtbuchii oder etwa ein l 
nymes Fechtbuchv (Wien, KHM, Sammlun 
Plastik und Kunstgewerbe, P 5013; Östei 
lWienl, um 1430)," in dem auf fol. 1v(Abb. 12) 
Nahkampf mit Texterläuterung die Anwen 
der Lanze überliefert ist. 
Wenn die Prager Universität (Gründung 134i 
wichtigste geistige Zentrum für den mittel- 
deutschen und österreichischen Raum in der 
ten Hälfte des 14. Jahrhunderts war, so äL 
sich dieser Umstand auch in der Konzenti 
verschiedener Ordensangehöriger im Unl 
tätsbetrieb. Auf Wunsch Karls IV. und durc 
Beschlüsse des Generalkapitels der Zisterzi
	        

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