MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 176)

Notizen 
 
Cleveiand - The C. Museum of Art 
r-Eight dynasties of chlnese painting: the coiiectlons of 
the Neison Gaiiery - Atkins Museum I Kansas City and 
the Cieveland Museum of Art.rl Mit dieser Ausstellung 
zweier der hervorragendsten Kollektionen chinesischer 
Malerei außerhalb Chinas vereinigte man hier 280 Werke 
- darunter Objekte, die noch nie gezeigt worden sind 4 
zur umfangreichsten und geschlossensten Präsentation. 
Vorhaben der Verantwortlichen: Eine Überschau chinesi- 
scher Maltraditionen zu geben. Eingeschlossen alle Mei- 
sterschuien und berühmtesten Künstler (noch bis 29. 3. 
1981). Eine begleitende edukative Show l-Chinese 
Palnting-Themes and Techniquesu soll dem westlichen 
Betrachter Aufsohiuß geben über das Besondere, Geniali- 
sche der fernöstlichen Pinseihandschrift, einzelne The- 
mata, Landschaft vor allem, und ihre angewandten Tech- 
niken inoch bis 5. 4. 1981). 
Anschließend l-Textlle Arts Club exhibitionu. Mitglieder 
des Clubs präsentieren in ihrer Jahresaussteiiung die 
neueste Entwicklung amerikanischer Textiikunst der Ge- 
genwart. Beispiele in allen Textiitechniken, wie Weben, 
bedruckte Textilien, Wandbehänge, Skulptur und andere 
Materialien und Fertigungsmethoden. 
Esslingen - Die Künstiergilde e.V. 
Ausstellungen: "Alfred Kllbiflu, Städtische Galerie Haus 
Coburg. Deimenhorst 124.4. - 22.5. man. uHugo Steiner- 
Pragrr, Galerie der StadtNiila Merkel (17. 5. - 21.6. 1981). 
Gleichzeitig findet die aillährlich wiederkehrende l-Esslin- 
ger Begegnung 195141 im Schwörhaus statt (bis 21.6. 
1981). Weitere, von Anfang bis Mitte Mai beginnende, bis 
in den Juli 1981 laufende Ausstellungen in Esslingen: 
"Künstler porträtieren Künstler-l, ilAlfred Seidel", nEVä 
Schwimmer zum 80. Geburtstage und "Gerd NEiSSSFm In 
Stuttgart: l-Franz Kauifersch zum 80. GGDUHSfEQu I Haus 
der Heimat. 
Köln - Museen der Stadt 
im Overstoizenhaus präsentierte man den bedeutenden 
Wegbereiter der industriellen Formgebung des 19. Jahr- 
hunderts "Christoph Dresser - ein viktorianischer Desi- 
gnera (1834-1904). Dieser durchbrach erstmals die Ano- 
nymität von Entwürfen für Industrieprodukte. im Gegen- 
satz zu seinem Zeitgenossen William Morrls schwor Dres- 
ser auf industrielle Fertigungsmethoden. Sein reiches 
künstlerisches Erbe in Textil, Möbel, Keramik, Metall und 
Glas läßt erkennen, daß er sowohl Funktionalität wie äs- 
thetische Kriterien der Form anstrebte. 1877 besuchte 
Dresser als einer der ersten europäischen Künstler Ja- 
pan. in der letzten Schaffensphase prägen der Jugendstil 
und die Prinzipien des Bauhauses sein Werk. Es war die 
erste Ausstellung des Künstlers in Deutschland, und in ei- 
ner hiezu publizierten Essaygruppe fand sich ein beson- 
ders aufsohlußreicher Beitrag von Sir Nikolaus Pevsner 
zum Werk Dressers aus dem Jahre 1937. 
Kopenhagen - Det Danske Selskab 
Besonderer Hinweis auf die dem l-Scandinavian Summer 
Seminars 1981ll zugeordnete spezielle Veranstaltung 
r-Crafts and Design in Denmark-l (255. - 8.6. 1981). Die- 
ses wtravelling seminarrr veranstalten zusammen die 
lwWorid Crafts Councii European Conference Denmarku 
urld die llDanish Design Cavaicade 1981-1. Namhafte Per- 
sönlichkeiten bestreiten Lesungen und Diskussionen 
über neue Ideen und Initiativen angewandter Kunst und 
des industriai design. Studiobesuche, Ausstellungen, 
workshops und meetings mit dänischen Kunsthandwer- 
kern und Designern u.a. in Aalborg, Arhus, Koiding, Oden- 
se, Bornholm und Kopenhagen. 
Mailand - Modi l und Centro Sfilate 
Eine internationale Konferenz für ein hier zu begründen- 
des Modemuseum war Höhepunkt nach Modevorführun- 
gen. Auch in Mailand will man institutionell an historisch 
gewachsenen textilen Sammlungen anknüpfen und diese 
aktualisieren. Wichtigste Modemuseen befinden sich in 
New York, Kyoto, Paris, London, Wien, Bath und La Haye. 
Ein reger Erfahrungsaustausch sollte das Vorhaben fun- 
dieren. im Rahmenprogramm, zum Thema, der Beitrag 
aus Wien höchst aktuell: "Förderungen und Einkäufe von 
Modekoiiektionenrr von Lucie Hampel I Historisches Mo- 
demuseum Wien. 
OlympiaIWashlWien - Galerie Lobmeyr 
Benjamin P. Moore zeigte zuletzt sein freigeblasenes 
Glas in Kyoto und Tokio. Der Absolvent der Centrai Wa- 
shington University, Eiiensburg, war später Student und 
Lehrer an der Rhode Island School of Design. Nach einem 
Aufenthalt in Mexiko arbeitete er 1975-1979 in der be- 
rühmten Fabrica Venini in Venedig, seit 1980 bei Lob 
meyr. Angeregt von Richard Royai, der ihm assistierte, 
präsentierte er neueste Objekte seines freigebiasenen 
Glases, Glasschöpfungen von klarem, großzügigem Li- 
nienfiuß des Oberflächenbildes, perfekter Durchformung 
und voller Effeklierung geblasener Materie. Moore repu- 
46 
tierte damit Lobmeyr in seinem steten Engagement für 
das Weiterkommen der Glaskunst außerordentlich. 
Paris - Bibliotheque Nationale 
Eilzza C. Wongs Fotoproiektserie r-Reliquaire de ia tele- 
wurde kürzlich vom Leiter des Departement des Estam- 
pes et de ia Photographie, M. Lemagny, in die berühmte 
Sammlung eingereiht. Anerkennung und Würdigung für 
die seit geraumer Zeit als kreative Fotografin tätige 
E. Wong. Sie hat auf ganz natürliche Weise ihr Medium 
entdeckt und ihr Schaffen darauf ausgerichtet. Haupt- 
komponenten einerseits das Element, das Meer, und da- 
mit die engst adhäslve Ideal-kreative Symbiose mit Leos 
Ion Thaiagaeos, zum anderen ihre innere Bedrängnis, die 
sie für alle Unterdrückten empfindet. Sie sieht sich als 
Botschafterin der Märtyrer aller Zeiten, von Diokietian bis 
Soischenizin. 
Wongs Fotoschöpfungen sind Zeugnisse intensivster in- 
nerer Eriebbarkeit, gepaart mit dem äußerlich Sehbaren. 
im frei gewählten wechselnden Zusammenleben mit ih- 
rem kongenialen Partner Thaiagaeos kann sie mühelos 
an Ursprünge menschlicher Anfänge in Handlung, Exi- 
stenz, ins Primitiv-Einfache zum elementaren Leben zu- 
rück. Alles Geschöpf, Gewächs, Relikt der Strände ver- 
wandelt sich vor ihren Augen zu höchst sinnlicher Weihe. 
Den Atem der Jahrtausende erkennt sie im ange- 
schwemmten, schonen, bleichen Stück Holz, an irgendei- 
nem Sandstrand: l-Weiß, ganz weiß, weißer als alle Mau- 
ern Greecesnr Alles ist ihr Opferung, die Erlösung bedingt, 
ist Aufgehen in duaiistische Einsamkeit, die sie faszi- 
niert, ihre Fotografien, aussagestark, als suggestive auto- 
nome Schöpfungen verstehen läßt. 
E. C. Wong ist Mitglied der Art Group Junis mit der sie - 
B0 Künstler - ihr Fotoprojekt r-Hommage a Giorgio Chiri- 
colr unter dem gleichen Motto mit Erfolg zeigte. Noch 
1981 wird sie nach Belgrad auch in Mailand und Amster- 
dam diese Serie präsentieren. Als Würdigung der aufstre- 
benden Künstlerin ist die Aufnahme ihrer Fotoserie in das 
Modern Museum in Skopije anzusehen. Weitere Bestäti- 
gung ihres künstlerischen Wirkens ist der Ankauf einer 
Fotoserie durch das Kuituramt der Stadt Wien. Damit hat 
sich Frau Wong, die bisher ausschließlich im stillen gear- 
beitet hat, aus echtem künstlerischen lmpetus heraus 
entwickelt und sich Durchbruch verschafft. 
Regensburg - Ostdeutsche Galerie 
in Fortsetzung der Präsentation von Künstlern der Gegen- 
wart zeigte man zu Ehren seines 70. Geburtstages Werke 
von Willi Uifig. l-Ein Maler UTITETWGQSM - Skizzen und Slu- 
dien. in dem "unterwegs-l steckt das unmittelbare sponta- 
ne Kunsterleben dieses Malers. Landschaften, grobgepin- 
seit, wie flüchtig, improvisativ angelegt, atmosphärische 
Verdichtungen. Als Mann des schnellen Strichs erkennt 
Uifig das Wesentliche eines Biidvorwurfes, notiert wort- 
lich Farbsituationen da hinein, diese dadurch charakteri- 
sierend. Mitausgestellte Skizzenbücher verdeutlichen die 
Entstehung seiner Blätter. Uifig, vorwiegend Landschaf- 
ter, verrät auch in einigen Aktstudien und Tierbiidern fast 
instinktive Beobachtungsgabe, kraft derer er das Natur- 
vorbild in straffer zelchnerischer Weise umsetzt. 
St. Gallen - Erker Galerie 
Doppeiausstellung: Piero Dorazio und Eugene lonesco, 
zwei immer wieder hier arbeitende Künstler. Premiere des 
bekannten Theaterschriftsteiiers als Künstler: 15 Origi- 
nailithographien mit Begieittexten eigens für die Erker 
Galerie. ionescos l-Le Bianc et le Noirll macht offenkun- 
dig, wie stark ein kritischer Geist sich künstlerisch auszu- 
drücken imstande ist. 
Dorazio zeigte interessante pciychrome, iängsstrukturier- 
te Felderschraffuren in ausgewogener Farbsetzung. Wer- 
ke aus den letzten drei Jahren 1978- 1980. 
ieopold netopii 
Galerie Basiiisk 
Rares und Seltsames 
Als 250. Ausstellung des Hauses wurden zu sehr günsti- 
gen Preisen alte Blätter von heute renommierten Künst- 
lern, wie Coudenhove-Kaiergi, Klemmer, Fiala, Hoizer, Le- 
herb, Staudacher, Mühi, Stangi u.a., angeboten. In den 
vorderen Räumlichkeiten waren die Zeichnungen von Ar- 
no Zambanini, einem jungen Autodidakten, zu sehen, der 
in realistischer Manier Kindheitseriebnisse und Be- 
drückungen abreaglen. (15. 1. - 7. 2. 1981) 
1 Picasso. -Porträt Marlolo-r. 1903. Aus der Retrospektive des 
Künstlers in der Düsseldorfer Galerie Vömel 
2 Der amerikanische Glaskünslier Ben Moore in der Vorberei- 
tungsphase zu seiner Ausstellung Wreigebiasenes Glas-r bei 
Lobmeyr, Wierl, Frühiahr 1981 
Elizza C. Wong, Prolekt: xHommage a Giorgio de Chlrlco-r, Dar- 
steiler Leos Ion Thaiagaeos 
Ellzza C. Wong. Proiekt: Meeropfer. Darsteller LGOS Ion Thaia- 
gaeos 
Willi ulrlg, nRSgensburg-i, Grafik. Ausstellung in der Ostdeut- 
schon Galerie. Regensburg 
Plero Dorazio lrt SEIVIGIU Atelier Irl Todi 
Eugene ionesco in der Galerie Erker sl. Gallen in aal Doppelaus- 
Stellung mit Piero Dorazio vor seinen Grafiken l-Le Bianc et le 
NQlhr, 1981 
slmursu
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.