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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 177)

Franz Windisch-Graetz 
Neues zum Werk von 
Ludwig Heinrich Rohde 
Gerade ein Ehrenheft bietet den willkommenen 
Anlaß und den richtigen Rahmen, um als Thema 
eines Beitrages allen, die an der deutschen Möbel- 
kunst interessiert sind, die erfreuliche Mitteilung 
zu machen, daß ein seit vielen Jahren verloren ge- 
glaubtes Meisterwerk wiedergefunden und ein 
sehr verwandtes, bisher unbekanntes Gegenstück 
entdeckt werden konnte. Beide sind tischlerische 
Leistungen von hohem Rang. 
Fritz Arens stellt in seinem 1955 erschienenen 
Werk aMeisterrisse und Möbel der Mainzer Schrei- 
nerrr einen prächtigen Schreibschrank (Abb. 1- 3) 
des Kunstschreiners Heinrich Ludwig Rohde (1683 
bis 1755) vor, wobei er, was dessen Besitzer be- 
trifft, folgenden Bericht gibt: nBis 1891 befand 
sich das Möbel in der Sammlung Buchner in Bam- 
berg, war bis 1894 im Besitz der Tochter Carl 
Buchners, Frau Oberst Lilli Ament Wwe, und soll- 
te damals bei Rudolph Bangel in Frankfurt verstei- 
gert werden. Der Auktionator behielt schließlich 
selbst den Schrank. Sein heutiger Verbleib ist un- 
bekanntnrt 
Was den Schrank H.L. Rohdes neben seiner 
künstlerischen und handwerklichen Qualität noch 
zusätzlich bedeutsam macht, ist eine ungewöhn- 
lich ausführliche Signatur. die Ftohde eigenhändig 
auf einen Zettel niederschrieb. Den Text hat Arens 
nebst zwei Abbildungen und einer kurzen Be- 
schreibung, die er dem Katalog der Sammlung 
Buchner entnahm, in seinem Buch wiedergegeben 
(Abb. 4). Daraus geht hervor, daß die Arbeit an 
dem Möbel zwei Jahre in Anspruch nahm - von 
1725 bis 1726 - und Flohde damals kurfürstlich 
Mainzer Hofschreiner war, in welcher Eigenschaft 
er den Schrank für Herrn Hofkammerrat "von 
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Auch Heinrich Kreisel kommt im zweiten Band sei- 
ner großen Publikation vDie Kunst des deutschen 
Möbelsu anlaßlich der Erwähnung Rohdes auf den 
nVGFSChOIIQHQU Schreibschrank von 1725 bis 1726rt 
zu sprechen und bildet gleichfalls die Signatur 
(nach Arens) ab} 
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