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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 177)

A Künstierprofile 
Marga Persson 
 
 
1 Projekt: Textile Müflllmßnle - 1a 
Variationen der Pyramide (i), 196D 
1 a Markierung II, 1980 
Entwurf 
 
 
2 Markierung ll, 1980 
Blldtepplch 
3 Fenster mit blauem Gitter, 1977 
Blldtepplch. Österreichisches 
Museum für angewandte Kunst, Wien 
4 Projekt: TBXlilB Monumente V 
Variation der Pyramide, 1980 
Stele 
5 Marga Perssori 
6 Projekt: Textlle Monumente - 
Variation der Pyramide (5), 1980 
6 
  
40 
 
Marga Persson ist in Schweden geboren. Hier be 
auch ihre handwerkliche Ausbildung als Weberin, ' 
sie 1965 nach Wien an die Hochschule für angewa 
Kunst kommt, um bei Prof. Ftader-Soulek und vor . 
bei Hildegard Absalon Bildteppichweberei zu studi 
Vcn1974 bis 1977 wird sie nach erfolgreich abgelegt 
plomprüfung selbst Lehrbeauftragte an dieser Institi 
In den Jahren zwischen 1977 und 1980 leitet Marga 
son die Webabteilung in dem von Fritz Riedl gegrüni 
iilnstitut für künstlerische Textilgeslaltungr in Linz. 
te hat sie alle Lehrverpflichtungen aufgegeben, um 
ausschließlich ihren eigenen Arbeiten widmen zu kö 
Ausstellungen in Privatgalerien und Museen sowie; 
ten für öffentliche Institutionen haben ihre Werke 
nur In Osterreich und Schweden, sondern auch ii 
Schweiz, Israel, England und in den USA bekanr 
macht. 
Marga Persson setzt ihre malerischen Entwürfe eige- 
dig in das textile Material um; dabei kann sie in das 
formatig konzipierte und sehr langsam, Faden um F 
entstehende große Werk verändernd eingreifen. ihi 
beit am Webstuhl versteht Marga Persson rials ein 
detailliertes Zeichnen oder Malenii. Textllkünstler, c 
re Entwürfe selbst in eine Tapisserie umsetzen, bevi 
sich auf zwei Ebenen: als Entwerfer sind sie Male 
Ausführende Bildweber. Diese Verqulckung von l 
und Handwerk hat heute - in der Geschichte der'l 
serie allerdings keineswegs begründet - dazu ge 
daB Textilkunst oft als "kunsthandwerkliche diskrim 
und in vielen Sammlungen moderner Kunst riselb 
standlichir nicht vertreten ist. Die Bildteppichwe 
muß aber als ein eigenständiges künstlerisches 
drucksmittel gesehen werden. Man kann sie wede 
Malerei zurechnen, noch darf man sie als so weit vor 
terlal bestimmt betrachten - entsprechend der Vc 
lung vom Fetisch "Materialgerechtigkeit-r -, wiedai 
te leider häufig betont wird. In der Tal ist der haridiii 
che Vorgang der Bildweberei sehr einfach, so daß 
lenfalls als Basis gelten, aber hinter der Gestaltung 
Form oder eines Themas ganz zurücktreten kann 
mand denkt daran, die handwerklichen Voraussetzt 
beim Malen ln ähnlicher Weise für bestimmend zu l' 
und damit zu überschätzen. Marga Persson formuliei 
künstlerische Eigenständigkeit in dieser Frage lrei 
wenn sie schreibt: riln meinen Arbeiten versuche ici 
terial und Technik nicht in den Vordergrund treten z 
sen, sie sollen wie selbstverständlich dasein, von rr 
herrscht. als Träger meiner Vorstellungemi In der bi 
ten Entscheidung Marga Perssons tür den Terr 
nBild-Teppichi- für ihre textilen Arbeiten liegt ebenfa 
ne dezidierte Stellungnahme für die Synthese vor 
und textilem Material zum eigenständigen, wenn an 
bildhalter Funktion gebrauchten Kunstwerk. 
Zeichnungen und Aquarelleverwendet Marga Perssr 
liebsten als Entwürfe, und so zeigen ihre textilen Ai. 
rungen auch deutlich die zarten Striche und filigi 
Strukturen, die diesen künstlerischen Ausdrucksm 
eignen; Aquarellcharakter haben vor allem die Farb 
rer Arbeiten. Die Thematik der Kunst Marga Per: 
spiegelt ihre scheinbar pessimistische Einschatzur 
Zukunft des Menschen wider: Titel wie r-Einengungi 
terrr oder "Verschnürungii unterstreichen die Darst 
gen. Andererseits ist die von ihr intendierte Fiuhe, j 
lassenheit, nicht zuletzt durch die technische Perfe 
mit der sie arbeitet, deutlich zu spüren. Ihr Mahnen i 
aggressiv, grellt den Betrachter nicht direkt an. t 
wohl eher ein in ihr selbst bohrendes Gefühl, das s 
aufdringlich vermitteln will. Trotz der pessimisti: 
Thematik haben ihre Bilder nichts Anklagerides, 
wurlsvolies. Die harmonische Wirkung geht wohl v 
lem von der subtilen Farbigkeit aus. Bei näherem i- 
hen erst entsteht Beunruhigung, wenn man die s; 
Pfeile, beengenden Verschnürungen, undeutlich Vi 
Senden Formen, die Schlieren erkennt, die sich mit 
vor den Blick zu legen scheinen. Marga Perssons V 
lassen dem Betrachter viel Raum zum Nachdenken: 
ich aber mit und in meinen Arbeiten anstrebe, ist ei 
nere Ruhe, die sich, falls es mir gelungen ist, sie sic 
zu machen, auch auf den Betrachter übertragen mä 
Angela li 
Alle Zitate der Künstlerin aus: wMarga Persson. Bild-Teppich 
bis 191er- AussL-Kal. Maerzrßalerie, Llnz, 1978.
	        

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