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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 180 und 181)

nlage von Treppen zum vunteren und oberen 
höhergesetzt. Die (ziemlich sicheren) Zugänge 
n mit Eisengittern versehen (1440-1442): vain 
und ain klainers oben und untenrr werden unter- 
len, Das Ausmaß der Arbeiten, vor allem im Ver- 
: zum romanischen Vorgängerchor, kann hier 
iestimmt werden, doch deuten zwei Notizen hin, 
uch im Gewölbe wenigstens Modifizierungen 
tommen wurden: vitem umb den tufft von dem 
gechaufft zw dem chorgebelb..." (1440) und 
. umb das gwelb des chors zw verbesserno 
r vertunichenir (1441). Es war konsequent, daß 
i Chor auch eine Reihe anderer für den "refor- 
nir Ablauf der Liturgie notwendiger Vehikel be- 
t wurden, so ein neues tigestülri (1440), das 
der Abrechnung vom folgenden Jahr recht 
ig gestaltet war: die Stühle erhalten ein irge- 
ZibON. Da 42 davon bestellt und geliefert wur- 
iuß der Chor einen sehr dichten Eindruck gebo- 
39H. Bei den vsex glesii sind wohl Glasgemälde 
Chorfenstern gemeint (1442), dasselbe gilt von 
zway gleser auff den newn kor und das scheyb 
er" (1445) - war etwa ein Rundfenster im Chor- 
al angebracht? Für die letzte Anschaffung wird 
ter Heinricus pictorir genannt, der auch andere 
rbeiten ausführte. Erreicht wurde dichte wre- 
ntatiot des Rahmenraums und damit der Litur- 
bsl. Die Reformsentenzen der ersten Jahrhun- 
fte drücken immer wieder diesen kausal ge- 
n Konnex von innerem reformiertem Status 
ßerer Repräsentation aus. 
bt es in der weiteren Beschreibung der Agen- 
1 den Chor Charakteristika, die über den Chor 
Meisen und zur Kapelle der hl. Margaretha zei- 
emit sich dieser Bau der zweiten Jahrhundert- 
in die große übergreifende geistige Situation 
zsters einfügen ließe. Unter Abt Martin (1584 
5) erfolgte ein den Reiormchor völlig zerstören- 
ibau; Abt Martin las aber noch Verse iwqui vise- 
scripti majusculis litteris supra chorum fra- 
Die Unterschrift war "Petrus abbasM Ange- 
urden darin die Renovierung der ganzen Kir- 
e Veränderung des Chors. die Errichtung einer 
All dies zusammengefaßt 1441. Abt Petrus 
mit als Veranlasser der Inschrift gesehen wer- 
fahrscheinlich ist sie identisch mit vder ge- 
innen und außen des chörsri. Über der Schrift 
wzinnen darauffgemachtk (1442). im genannten 
nenhang erwähnt die Chronik noch eine zweite 
t über dem Hochaltar riin choro fratrum per cir- 
abulati sequentes versus pariter majoribus lit- 
teris expressiii. Dies wäre die vinnenir genannte," wah- 
rend die äußere sich vielleicht am Beginn der Chor- 
wände befand. Die nzinnenu könnten einen hervorhe- 
benden illusionistischen Architekturrahmen bedeuten. 
Die innen angebrachte Schrift geht auf ein zentrales 
Anliegen ein: es waren Namen und Bilder (es können 
auch Plastiken gewesen sein) des hl. Amandus und 
von sieben anderen Bischöfen hinter dem Alter, der 
selbst wieder die Körper der Heiligen (gemeint sind 
Reliquien) barg. Wir kennen nicht die Namen. viel- 
leicht waren es die ersten Bischöfe bzw. Äbte von 
St. Peter selbst, die lokal als heilig verehrt wurden (Ru- 
pertus, Vitalis, Ansologus. Savolus, Ezzius. Flobargi- 
F" 
 
nes pro stallis in kathedra chorik (welche Kai 
präzis gemeint ist. kann nicht entschieden Wf 
vielleicht die vsive amboir, an deren Schranken 
Figuren aufgestellt wurden) bezahlt. Der zieml 
cher selbe Johannes scissor hat im folgender 
acht Holzfiguren, und zwar die der nepiscopi a 
perto usque ad s. Virgilium inclusiveri geliefert 
Vokabel episcopus ist etwas ungenau und oft 
nur summarisch zu verstehen; wir würden daf 
bereits Genannten vorschlagen, einige davon t 
nur Äbte.) Der mit dieser Aufstellung gegebeni 
weis ist klar: Hier in St. Peter ist die Heimat der 
gen Gründerbischöfe bzw. Äbte, hier ist aber auf 
rrg. Margarethenkapelle im Petersfriedhof (1485 bis 
Ansicht von Westen 
irg, Margarethenkapelle. Skulpturen des Tympanons 
estportals. 1943 gestohlen 
ingen 1-9 
imum Crtronicon antiqui monasterii ad Sancium Petrum Salis- 
Ndinls Sanctl Benedicli... Augustae Vindcelic. G! Oeniponti 
7 S. 365. Weiterhin zitiert unter Chromcon. 
con S. 365. 
con S. 378 N. im Jahr der Visitation 1451 findet in Salzburg ein 
riaikonzll unter Vorsitz des Kardinals NICOISUS Cusanus Still; 
nlluß in dieser HlCriturig kann noch nicht abgeschätzt WQIGBH, 
jedenfalls sehr groß. 
wgeben mit Jahreszahlen finden sich in: Tletze, Hans. Die 
lale des Benediktiner-Stiftes St. Peter in Salzburg. - Wien. 
österreichische Kunstlopographie, 12. in den abgedruckten 
n zur Baugeschichta S. XII ll. Ihre genaue Lesung Ist rnlt der 
sbenen Jahreszahl leicht möglich. 
30h S. 333 i. DBVTGXI ist nach der Wiedergabe des Abtes Mar- 
erhert, er wird deswegen nur inhaltlich zitian. 
:on S. 384: 
a si quorum vis, plclurasque videre 
rs ciere. si respicis retro altare. 
:is sarrcli tenet am hec curpus Amandr 
a pontilicum seotem slipanl simul illud. 
rsiellt nach Chromcon S. 1 ll. 
Anselm. WGQWGISSF Zu den Kurist- und Alterthums-Denkmalen 
ndes Salzburg und seiner Nachbarschaft. - Salzburg, 1564 
I2. T. 1,5. 99 II. (Manuskript iri der Sliltsbibliothek von St. Ps- 
irn Bibliothekar das Stiftes. Herrn Dr. Adolf Hehnl. ssl hier lur 
rußzüglge Entgegenkommen und Hinweise sehr herzlich ga- 
K. T. 12 hat an Stelle von slve das uns unverstandiicne slne Es 
hier riSCh u. M. verbessert wiedergegeben. 
sus, Joannes l.)'. Der Stolz auf den Besitz dieser und 
die Bedeutungszentrierung im eben neu erbauten 
Chor sind unübersehbar. im Protokoll zur Heiligspre- 
chung des Bischofs Vitalis von 1462' wird als Beförde- 
rungsinstrument angeführt, daß vin circumferentia 
majoris altarisu (sc. der Stiftskirche) neben dem Bild 
des hl. Fiupertus auch sein Bild vorhanden war (unter 
alios sex Sanctos episcoposu). Es waren Rupertus, 
Vitalis, Ansologus. Savolus. Ezzius, Flobargisus und 
Joannes. Die nur hier überlieferte Inschrift: Hi patres 
grati de dulci germine nati. Quando vivebant, hic Jus 
cathedrale gerebant. Die Stoßrichtung der damit in- 
tendierten Aussage ist eindeutig. 
Die Abtei sah auch weiterhin in der Pflege dieser Tra- 
dition eine besondere Verpflichtung. im Chor sollte 
noch klarer der in der Geschichte liegende Schwer- 
punkt dargeboten werden. 1496 - die Arbeiten be- 
gannen aber sicher, wie sich aus dem gesamten Kon- 
text erschließen Iäßt, unter Abt Rupert Keutzl - wird 
eine vkathedra lapidea sive ambo pro verbo Dei semi- 
nandou" mit Säulen und Schranken errichtet, und 
1497 werden eine wkathedra pcntificaiis et slalla in 
choro inferiori circa altare maiusrt erwähnt. Es könnte 
sich dabei um eine besondere Sitzaniage für Abt und 
einige Konventsmitglieder gehandelt haben. im sel- 
ben Jahr wird ein wJohannes scissorr für acht wimagi- 
storisch begründet. exklusiver und damit rechtski 
legitimierter Verehrungsmittelpunkt der ersten 
gen nicht nur der Abtei. sondern auch der kirchli 
Existenz des Erzstiftes Salzburg. 
Wir dürfen somit zwei Punkte festhalten: das Bei. 
sein des Abtes Petrus um seine historische Rolli 
züglich der Neuerstellung und der Neuorganis 
des Mittelpunktes des nun reformierten Klc 
Iebens, nämlich des Chors, als räumlich vielfältig 
ordneter Organismus mit darin aufleuchtei 
Schwerpunkten. vorausschauend zu dem noch i 
nanter sich hervorhebenden Bewußtsein des Nac 
gers liegt vielleicht schon ein humanistisches Err 
den um den geschichtswirksamen Wert einer fül 
den Persönlichkeit vor. 
Und der nächste: Anreicherung des Neuchors 
Hinweisen, besser mit durch Kunst gebildeten B: 
urkunden der Abtei. Man darf also sagen. daß di 
nere Dichte, das vielfältige lneinanderwirken der 
mente Architektur, Plastik, Malerei und Kunstgew 
(großzügige Anschaffung von Kleinodien. Meßgei 
dem, Altarausstattungen). wozu wir uns einen 
sprechend wsplendidenri Gottesdienst ergänzen r 
sen, gezielt beabsichtigt und von der Reform errt 
wurde. Die Erzabtei St. Peter zeigt eine aggres 
und wahrscheinlich auch defensive Kunstpolitik
	        

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