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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 180 und 181)

ielles KunstgeschehenIÖsterreich 
le Hllger - Lothar Bruckmeier 
it 1961 in Niederösterreich lebende Maler bot 12 Ölbil- 
d 8 Aquarelle. Seine Darstellung ist schon seit vielen 
1 und vor dem jetzigen Trend der Landschaft. in die der 
h zerstörend einbricht, gewidmet. Oft nur durch Ver- 
ngsstäbe gekennzeichnet. bahnt sich Verderbliches an. 
der sind kühl. distanziert. Eine Mappe mit Radierungen 
enfalls diese Thematik. Die Blätter sind sehr sauber ge- 
. B.s Anlagen kommen aber nicht überall richtig zum 
i. (10. 9. - 7. 10. 1981) - (Abb. 15) 
ie Schwarzer - Karl Josef Gunsam 
ange Zeit an der Wiener Akademie tätigen Maler (1900 
72) wird hier eine Gedächtnlsschau gewidmet. Das Her- 
an von Cezanne ist in etlichen der ca. 60 Ölbilder und 
alle zu spüren. Bei anderen ist eine Verbundenheit mit 
euen Sachlichkeit evident. Was bei der Beschriftung der 
in dieser Galerie leider immer wieder fehlt. ist ein Ver- 
ier Entstehungszeit. Und gerade bei Überbiicken. wie 
fr immer geboten werden, wären diese Angaben wich- 
e. - a. 10. 19B1)-(Abb. 1a) AloisVogel 
iurg 
verein - Hans Müller 
ihtet man die Metailskulpturen des Salzburger Bildhau- 
x erinnert man sich eines Satzes von Johan Hulzinga: 
Freude am Spiel. insbesondere am Spiel mit dem Zu- 
ibe es keine Kultur; Ausgangspunkt für das gestaltende 
i Müllers sind die Schutthalden einer sich modern wäh- 
n Zivilisation. sind die Lagerstätten der Alteisenhändler. 
and diese Dingen, so schrieb Hans Müller im Katalog. 
ltatten der Wertlosigkeit. die. ihrer Funktion entrissen. 
ahre Gesicht zeigten, und ich gab ihnen den Auftrag, 
rdazuseiri. um eine neue Sprache zu spreohenm Und da 
sein Handwerk beherrscht und seinen Skulpturen sei- 
sprit einhaucht mit allen Bedeutungen dieses Wortes. 
rist. mit Witz. mit Scharf-Sinn also. so entstehen und ent- 
an von seiner Hand Werke von hoher künstlerischer 
Hi. (4. - 26. 11. 1981) - (Abb. 17) 
ie Academla - Wolfgang Bier 
ians Müller hat auch Wolfgang Bier überzeugende lab- 
sn Skulpturen geschaffen, über die er selbst schreibt: 
"lache Figuren und Objekte. ich will damit ein Bild vom 
1 des Menschen zeigen. wie ich es erlebe. nicht wie es 
iußerlich darstellt. Dieses Erlebnis ist geprägt von Be- 
mg und Verletzung. von Jagd und Tod. ich verschweiße 
uchte, vorgefundene Eisenteile. Ihre Form. ihre Oberflä- 
nd ihr Eigenleben beziehe ich bewußt in mein Vorhaben 
leben dem Eisen verwende ich auch Leder. Leder ist 
und als solche setze ich es in meinen Arbeiten einx 
D. - 12. 11. 1981) - (Abb. 173) 
'le Welz 
tusstellung während des Novembermonats war zwei 
lern gewidmet, deren Werke schon öfters hier gesehen 
"u Recht. bewundert werden konnten. im Hauptraum der 
ie zeigte Rudolf Hradil neue Beispiele seiner hohen 
. während im ersten Stock neue Radierungen von Mar- 
lallazza Seele und Gestalt großer Persönlichkeiten 
ldetena.(2B.10.-22.11.19B1)-(Abh.18,19) fw 
iruck I Landesmuseum Ferdinandeum - 
anni Segantini 
usstellung zeigte einen Überblick des ganzen Schaffens. 
ialweise stand nur in der Technik den Polntillisten und Di- 
lsten nahe, auch der damals in Blüte stehende Symbo- 
s hat S. innerlich kaum berührt. Das bäuerliche Leben 
lie unberührte Natur des Berglandes waren die Themen 
r Bilder. Leihgaben aus der BRD, DDR. Italien. Ungarn. 
eiz, Großbritannien. CSSR und Österreich, insgesamt 
)lbilder und Graphiken. boten einen einmaligen Einblick 
s Werk dieses Einzeigängers. (3. 9. - 4. 10. 1981) 
rie Krinzinger - Sammlung Heidy und Louis 
Jelet. Basel 
e von annähernd 50 zeitgenössischen Künstlern von 
. Und doch. wie die Begleitadressen der Sammler verra- 
ein Stolz. keine Besitzerallüren. keine Wertaniage in ma- 
er Hinsicht, sondern eine Wertzuwachs an Freunden, an 
len, an Lebensintensität. Ein wünschenswertes Samm- 
(enntnis. (22. 9. - 4. 10. 1981) 
leck I Galerie Elefant - Reiner Schiestl 
dem der Kufsteiner Maler mit seinen Landschaftszeich- 
en und Aquarellen sehr bekannt geworden ist. legte er 
ein Buch nMorgensterns Zoo-r mit 22 Radierungen und 
artig hintergründigen Graphiken zum Thema MPUDDGTN 
15. 9. - 2. 10. 1981) - (Abb. 20) 
gtl I Galerie Perlinger - Traditionelle afrikanische 
l 
irrdelte sich um eine Serie westatrikanischer Kuilgegen- 
le. die von verschiedenen Ethnologen entdeckt und zu- 
iengesteilt wurden. Die gezeigten Objekte veranschau- 
in die reiche westatrikanische Kulturlandschaft und ga- 
Einbiicke in das Schaffen der wichtigsten Stämme. (26. 7. 
1. B. 1981) 
Steiermark 
Graz I Landesmuseum Joanneum Neue Galerie - 
11 Jahre Kunst in der Steiermark 
Neben den Würdigungs- und den Kunstpreisträgern des Lan- 
des wurden für jedes Jahr jeweils von 2 Kritikern und 2 Kunst- 
historikern 6 Künstler für diese umfassende Schau ausge- 
wählt. Somit fand sich eine sehr groß angelegte Sammlung zu- 
sammen. die von alten und älteren Künstlern. die mit dem für 
ein Lebenswerk bedachten Wlirdigungspreis ausgezeichnet 
wurden. bis zur Generation der in den 50er Jahren Geborenen 
reichte. Es handelte sich bei allen um bekannte Namen. inter- 
essant sind Vergleiche zwischen den Gruppierungen der von 
den Kritikern und jener von den Historikern Ausgewählten. 
Zum Nachdenken gibt auch, daß manche Künstler eine Teil- 
nahme ablehnten. (15. 9. - 9. 10. 1981) 
XVl. internationale Malerwochen 
Wie schon die letzten Jahre, so fanden auch heuer die inter- 
nationalen Malerwochen in Gleisdorf statt. und hier wurden 
die Ergebnisse präsentiert. 11 Künstler aus verschiedenen 
Ländern nahmen daran teil. H. Brandl mit seinen expressiv- 
informellen Bildern ist der Jüngste. D. Crncevic aus Belgrad 
zeigte kleine bemalte Plastiken. N. Fidanoski aus Skopje neigt 
zu einem visionären Konstruktivismus. Zomaz Gorjup aus 
Ljubljana befragte mit Hohlformen die Realitäten. G. Held. 
Steirer. bringt konzeptuelle Untersuchungen mit der schwar- 
zen Farbe. A. Krenn, ebenfalls Steirer. zeigte 6 Porträts in Ol- 
kreide. gegenständlich, realistisch. Die Bilder des ltaiieners 
L. A. Maglis sind expressiv. wild, der Gegenstand geht im 
Überschwang der Bewegung unter. Die Italienerin E. Montes- 
sori beschäftigt sich in ihren Graphiken mit dem Thema "Daf- 
ne in Stiriax. Die zweite Frau. E. Schubert aus Zagreb, gestal- 
tet Objekte. die aut vorzeitliche Funde verweisen. Der einzige 
Ungar. C. Valko, macht Objekte und Ocllagen mit dokumenta- 
rischem Charakter. E. Wurm, Stelrer. ist, nach Skreiner. ein 
geistreicher Charakter eines Zwlschenreiches. Heiter, sicher. 
Ob das Reich aber nicht manchmal sehr dazwischen ist? 
(12. bis 17. 10. TQSU- (Abb. 21) 
Ganggaierie im Rathaus - Siegiinde Mayer-Kum 
Die Klosterneuburger Künstlerin stellte Landschaftsaquaralle 
in ihrer kraftvollen. naB-in-NaB gemalten akzentreichen Art 
vor. Wir brachten im Heft Nr. 170 ein Künstlerproiil über die 
Malerin. (16. 9. - 16. 10. 1981) 
Oberösterreich 
Linz I Nordico - lnge Vavra 
Die Künstlerin. schon seit vielen Jahren mit der Umsetzung 
von Natur- und Landschaftserscheinungen in zeichenhafte 
und zu Sigeln verkürzte Bilder beschäftigt. hat in diesen Gra- 
phiken eine sehr knappe Sprache gefunden. Die industriellen. 
mechanischen Strukturen. die in verschiedenen Blättern auf- 
scheinen. Raster, Pertorationen, geben, vielleicht sogar ge- 
gen den Willen der Malerin. einen ungewohnten und neuarti- 
gen ästhetischen Klimax. (1. - 18. 10. 1981) - (Abb. 22) 
Krzyszlof Glass. K. A. Fleck, Charlotte Strobele, Ernst 
Zdrahal 
Die vier Künstler. die schon gemeinsam im Burgenland ausge- 
stellt hatten. zeigen wieder ihre graphischen Arbeiten. in de- 
ren Mittelpunkt der Mensch steht. Das gilt auch noch für jene 
Blätter von Zdrahal. in denen gerade die menschliche Figur 
aus dem perfekt gezeigten interieur ausgespart ist. Hier wird, 
gerade durch seine Abwesenheit, der Mensch als der Angel- 
punkt der Situation bewußt gemacht. Von Giass gab es noch 
einen direkten Bezug zur Stadt mit den xNeuen Linzer Stadt- 
ansichten- und den 10 Blättern nLinzer Arbeitswelt-r. (1 . bis 31. 
10. 1981) 
Erich Schuschnigg 
Der 1928 geborene Kärntner findet seinen Themenkreis beim 
Zirkus. In phantastischen Gestaltungen dieser Spielatmosphä- 
re versucht er einen Hauch von Geheimnisvoliem und von 
mythologischer Ferne einzufangen. (19. - 31. 10. 1981) 
WelsIGalerie derStadtWels-Hubert Fischelhammer 
Unter dem Titel nSpuren und Wege. Arbeiten auf Papier: wa- 
ren die Graphiken des in Flied Geborenen zu sehen. Vom 
Technischen herkommend. sind Fischelhammers Blätter et- 
was lockerer geworden. Noch immer gibt es Teilungen und 
geometrische Figuren. doch haben sich immer mehr und 
mehr Verwischungen. willkürliche Arbeitsspuren und andere 
Unregelmäßigkeiten in den neuen Arbeiten eingenistet und 
machen damit die Blätter menschlicher und weniger kalt als 
jene der früheren Jahre. (5. - 28. 7. 1981) 
Niederösterreich 
Wien I Landesmuseum - Thomas Ender (1793-1875) 
140 Objekte, Ölbilder. Graphiken. Aquarelle. Eine umfassende 
Schau. Während die Olbilder mit ihrer Weite und Klarheit 
meist einer romantischen Richtung zuzuordnen sind. sehen 
wir besonders in den Zeichnungen. Bleistift und Feder. einen 
Realismus. der mit wenigen Mitteln unglaublich viel an Stim- 
mung. Tiefe und Zeltkolorit wiedergibt. Viele dieser Graphiken 
sind mit zarten Farben aquareliierl. nur hier und da ein wenig. 
und wirken dadurch außerordentlich duftig und locker. Die 
wenigen Radierungen sind dagegen harte und kalte Illustratio- 
nen. Die oft aus topographischen Interessen geschaffenen 
Werke haben eine weit über diesen Wert hinausgehende Qua- 
lität! Eine wichtige Ausstellung! (23. 10. 1981 - 7. 3. 1982) 
NÖ. Art Galerie im Künstlerhaus - Maria M0: 
Malereien und Graphiken der jungen Malerin. die oft 
lich durch ihren längeren Studienaufenthalt in Agyp 
geprägt wurde. Da sind einmal die feinen Ockertoni 
Bildern, die Verwischungen des Sandsturms. Da Sl 
auch die Ausgrabungen rätselhafter Relikte. wMarkie 
ist ein von der Moser gern gewählter Titel. Was wird n 
Wir wissen es (noch) nicht genau. Notizen werden 1 
macht. Auch diese nicht entzifierbar, da in einer ve 
Schrift. ab und zu ist etwas Bekanntes dabei. Man 
chenbehandlungen erinnern an Tapie. Und doch. s1 
uns scheinen. sind hier ganz andere Überlegungen a 
hier wird mit Beispielhaftem auf Allgemeines gesc 
(18. 9. bis 28. 10. 1981) - (Abb. 23) 
Bäume - Träume - Waldlandschaften 
Eine Ausstellung. die in verschiedenen Orten des La 
zeigt wurde und einem didaktischen Bemühen entspr. 
sem entspricht auch der sehr gute einführende Text t 
loges von Harald Sterk. Wer aber von den vielen (7) Br 
in den Landstädten wird sich einen Katalog gekaut 
und wer wird vor der Besichtigung der Ausstellung 
gelesen haben? So sahen wir hier zwar wirklich gul 
vieler Stilarten. geschaffen von den bekanntesten ös 
schen Künstlern. und doch, so glauben wir mit Sicht 
gen zu können. ist das didaktische Ziel nicht annäi 
reicht worden. Dagegen spricht eine falsche Hängt 
Überfülle von Gezeigtem und eine Schockierung d 
durch zu große Gedankensprtinge. Auch das Titelbilr 
talcges und das Plakat des von uns sehr geschätzter 
chers ist für diesen Zweck ungeeignet! 
Gaming I Kartause - Franz Katzgraber 
Viele neue und ältere Arbeiten, jedoch alle aus Kat 
wgeschlossenenr Epoche. Hier werden figurale Au 
gebracht, das Zu- und voneinander. das Gespalten 
das unterschiedliche Stehen des einzelnen zum e 
Zeichnungen ergänzten die umfangreiche Schau. (1 
13. 9. 1981) - (Abb. 24) 
Weitersfeld I Aussteliungsraum - Helmut R1 
fer, Maria Ganser. irmtraud Schmidt. Werner 
im ehemaligen Bürgerspital wurden einige sehr nette 
te Ausstellungsräume geschaffen. die auch für andi 
relle Anlässe verwendet werden können. Rogenhi 
browskyschuler, steht einer Neuen Sachlichkeit nah 
Licht- und Schattenkontraste zeichnen die Bilder. Di 
zeigte sechs ziemlich dichte Aquarelle. Schmidt bc 
zeichnungen. die in ihrer Sparsamkeit ihren Reiz ha 
bertl war der gefäiiigste von allen 4 jungen Künstlern 
hier auf das Motiv Landschaft beschränkten. (4. - 
1981) Al 
Wien I Lobmeyr (s. Abb. 8 S, 72) 
Künstler überschreiten mühelos gewisse Grenzen. 
ohne Kulturabkommen. ihnen gilt vor allem das Vl 
meyr. international voll engagiert. holte Hubert Koc 
DDR. Ein Glasbläser aus jenem wThüringischen Glas 
alte Traditionen zwischen Werra und Saaie hoch 
scha. Koch wandelt den bekannten Lauscha-Dekc 
stets die gesamte Oberfläche eines Objekts überzii 
duziert in zuchtvoller Mäßigung. Seine Objekte. eber 
weltbekannten Grassi-Museum kommend, erkennt c 
rektor. Fritz Kämpfer, als Inbegriff thüringischen l. 
blasenen Glases Was bedeutet, daß er den Begriff r. 
in der Glasszene voliinhaltiich fortführt. Koch orn 
seinen Fiuß sparsam und eriaßt spontan die Endpr 
raschen gestaltenschen Bewegung. so daB man dal 
nem Dekorum von höchst lebendiger Starre sprecl 
Der Künstler fand Anklang. wurde gerne und oft a 
Nach diesem gelungenen Auftakt Lobmeyrs für 198: 
der DDR eine weitere große Ausstellung, liMeißen 
lanrr, heuer im Österreichischen Museum für an 
Kunst den Höhepunkt bilden.
	        

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