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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 182)

" schen Figuren der ravennatischen Mosaiken in f 
Variationen in die Großbürgerwelt übertragen un 
oströmischen Prinzessinnen durch nicht weniger: 
ble Damenfiguren aus der Wiener jüdischen Bour 
sie ersetzt. Man kbnnte sich gut vorstellen, daß 
Adele Blech-Bauer am Vormittag Klimt Modell sal 
Nachmittag die seelenärztliche Praxisvon Dr. Sigi 
Freudkonsultierte,währendsich dieabendliche H 
grundmusik aus Richard Strauss" "Salornen wie 
selbst ergäbe Das Zerreißen dieses schönheitsg 
tigten Theaterschleiers war der nächsten Gener 
vorbehalten. 
Österreich wardamalswieein altes Mosaikbild, de 
Kitt, der die einzelnen Steinchen zusammenbindi 
und brüchig geworden ist; solange das Kunstwerk 
berührt wird, vermag es noch sein Dasein noch v 
vorzutäuschen, sowie es jedoch einen Stoß e 
bricht es in tausend Scherben auseinander. Die i 
waralso nur die. wann der Stoß kommen wurde D 
Stoß brachte auf der ästhetischen Bühne die k 
schau-Ausstellung von 1908, dem Jahr des 60. F 
rungsjubiläums Kaiser Franz Josephs. Diese Au 
lung vereinigte den Kulminationspunkt der überre 
wordenen Jugendstilkunst von Gustav Klimt, Carl 
Berthold Löffler und Josef Holfmann rnit dem Eint 
desNeuenimWerke KokoschkasMitKokoschkas 
nerDichtung DIETRÄUMENDEN KNABENwirdde 
satz gegeben. Seine Illustrationen zu den freien F 
men sind teilweise noch eine Huldigung an die Fläl 
kunst Klimts (Abb 6).Wiedas Werkjaauch Klimtg 
rnet ist, aber die reife lin-de-siecleeOrnamentik i: 
wußt durch eine prirnitivere, volkskundlich rnotii 
Bildersprache verdrangt worden. Es ist, als hätte 
endlich Byzanzverlassen undsich den nördlichen 
den Edvard Munchsgenahert, wodieÄngste der P 
tät in kindlich-dünnen, verschreckten Gestalten 
Erlösung harren: 
rrnichfdieereignissederkindheilgehendurchrnichuridriii 
dermanribarkeiiiaberdieknabenhaftigkeitIemzrigernde 
ienldasunbegruridete schämen vordem wachsendenli. 
iunglingsschalt i das ucerfließen und aileinsein I ich err 
mich und meinen korperrund ich fiel nieder und rraurnrei 
be In (OSKAR KOKOSCHKA. "Die traurnenden Kflübäfiri 
Text und llluslrationeri gehen nicht immer konforr 
__ Illustrationen mussen ähnlich wie die Klavierbegle 
.ai Kokoschka. Plakat zu seinem 1912 gehaltenen Vor- 5 Gustav Klirni, riAdele Blech-Bauer lir, 1907. Wien, OSIQUQP zu Liedern aufgefaßt werden als Vernemng UndE 
1 "Von der Natur der Gesichieri im akademischen Ver- chische Galerie des 20 Jahrhunderts _ _} 
id lur Liieraiur und Musik, vvieri 6 Oskar Kokoscrika, irDle iraumenderi Knaberw, Illustration terung Beunruhigende Motive, wie Baume aus me 
rar Kokoschka. "Die Windsbrautw, 1914. Basel, zur eigenen Dichtung ncnen Händen odergespanene Fische} müssen In 
isthalle 

	        

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