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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 182)

 
  
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ührer vLe Voyageur fideleu den Kai als nun passage 
nme une espece de gaieriettw. DieGaieriewarimSy- 
im der mit Häusern und Läden überbauten Brücken- 
lrbahnen völlig integriert. 
a wPassage de Gesvresu wies bei einer Grundfläche 
1 1109.47 m2 eine geschätzte Einwohnerdichte (bei 
8 Pers.lHaus) von 1731 Einwohnern pro Hektar auf. 
rweitgespannte. zusammenhängende Baukomplex 
ltaßte zwei mit Wohnhäusern und Läden überbaute 
Jcken. die miteinander durch den dritten Baukörper 
der Rue de Gesvres sowie verkehrsmaßig durch den 
aide Gesvres zu einem architektonisch einzigartigen 
lmlichen Gebilde verbunden waren. Diese Laden- 
aße. wohl die erstevorform einerVerkaufspassage in 
ris. die von der Baugeschichte noch nicht ausgewer- 
ist. wirkte hier als organisches Kontaktglied zwi- 
hen dem starken Verkehrsstrom derbeiden Brücken: 
r Fußgänger wurde last kettenartig von den Brücken- 
nen durch die Durchgänge der Hauser Nr. 63 des 
nt Notre-Dame und Nr. 62 des Pont-au-Change in die 
ge Ladenpassage hineingetührt. 
tdiesem Bau entstand ein kontinuierliches Band von 
ldtischen Wohn- und Ladeneinrichtungen. das die mi- 
nalen Entfernungen zu den verschiedenen geistli- 
en und königlichen Institutionen ausnutzte. Die über- 
chte Schautensteriänge von fast 1l4 km (beide Stra- 
nseiten) ermöglichte den Passanten auch bei 
hlechtem Wetter den Einkauf. 
eser Baukomplex wird zum Modell für die Passage 
s19.Jahrhunderts. Derfunktionalwieräumlich autar- 
Gebäudekomplex enthält fast alle kommerziellen 
trichtungen für die Abdeckung des periodischen und 
lgfristigen Bedarfs. 
diesem schmalen Gang kulminierte von 1647 bis zum 
lbruch der Ladenpassage um 1788 über 140 Jahre 
s öffentliche Leben des wAncien Regimes, das von ei- 
rn immer mehr emanzipierten. selbstbewußten Pari- 
r Bürgertum getragen wurde. 
e provisorischen hölzernen Baracken. die "Galerie 
lBoisrt genannt. im Garten des Palais Royal. die 1786 
12 Pont-au-Change. Zentraluerspektlve. Stich von Aveline, 
1685. im Hintergrunddreleckiger Baublockzur Passagedes 
Quai de Gesvres. Gleiche Fassadenarchitektur wie bei der 
Ledenpassage - Arch.: Jean A. Ducerceau. Bibliotheque 
nationale. Cabinet d'Estampes. Va 221D 
Anmerkungen 12-20 (Anm. 12 -17 s. Text S. 20. 21) 
ß Arch. Nat.. 0' 1099wA.fol.15v;Atch Nah. H 21er. Plan von 11er. 
" Die Konzeption der Wohhungsqrundrisse des Wohnblockes entlang 
dem Quai de Gasvres unterscheiden sich nicht wesentlich von den Mu- 
stetentwürfen für bescheidene Bütgerhäuser aus demTtaktat vnn Pier- 
re L6 Muet. Martiefe d! bien bltir.Parla1623 lt. Besonders bemerkens- 
wert istjedoch der Versuch beim Ouai deGesvres zu werten. dieTreppe 
als bttentilcher Raum von dem Laden räumlich zu trennen. Vmt dem 
vGewerbsbürgerhaus: des Qual de Gesvres rührt der Weg zum nMehr- 
lamlllenmiethausu der Großstadt. Vgl. dazu M. Misiin. Die Entwicklung 
des Mietwohnhauses in der Industriestadt Berlin im Vergleich zu Paris. 
Wien und London. in: Katalog der TU-Ausstellurlg nBerlin: Von der Resi- 
denzsladt zur lnduatrlemettopoierl. Berlin 1961, S. 305 ft. 
1' G. Brice. Descrlptlorl de Paris. Paris 1726. Eid. 2. 
" Elbl. N81. Est. Ed. 47, fel. 6B. 
" Arch. Nah, Q1 IOQQlOA. lol. 16-22. 
" L. Llger. Le Voyageur lldeie. Perla1715. 
1' Llger. op. cit.. S. 345 und passim. 
" ich beziehe mich hier aufdieAngaben von Geist -Passagerl, ein Bautyp 
des19.Jh.su.Aufl. 1969. 1978. Siehe dEZlJ auch Anm. 5 oben. Unklar 
bleibt detversuchvun Gelstden orientalischen Bazarale ev. Vorbildlür 
die Passage heranzuziehen, ohne jedoch die viel älteren und geradezu 
exemplarisch tüf Paris bedeutenden Markthattten und Marktgassen 
des Quartier des Helles. die seit dem Mittelalter bis Mitte des 19. Jh.s 
(also bis zu den Hallen von v. Beltatd) das Stadtbild und den Stadtgrund- 
rlß vcrt Paris entscheidend mitgeprägt haben, zu ennennen bzw. näher 
zu untersuchen! 
Über die erste mit Glas bedeckte Passage scheint auch Geist nicht 
schlüssig zu sein. Er weist zunächst darauf. daß dle Passage Feydeau 
r-dle erste bedeckte Passage- war. die 179D -91 errichtet wurde. Die 
Oberllchter dieser Passage wurden wahrscheinlich nach dem Umbau 
eirlgelügt (dazu: Blbl. Nst.. Est. Va 419j). 
I" Erst die Industriell aafertlate Glasolette und das gewalzte Eisenorofll 
kunstgeschichtlichen Literatur bisjetzt irrtümlich als 
ne neue, plötzliche Raumertindung auf". Ganzdast 
genteil ist der Fall. Eine lange Kette von Versuchen l 
Bauformen waren den mit Glas gedeckten Ladenpas 
gen vorausgegangen. 
Zusammenfassung 
Die Geschichte der Ladenpassagen beginnt im Grul 
genommen mit den symmetrischen Ladenzeiien i 
Pont Notre-Dame . dem Projekt von Marcel Le Roy' 
1622 füreinegedeckte Ladenbrücke.daszwarnicht 
Ausführung kam. aber 1639 als Kupferstich nveröfft 
lichter wurde. und dem gedeckten Ladendurchgangt 
lang dem Quai de Gesvres. Diese Straßenarchitel 
und Ladenorganisation wurde bereits im frü 
18. Jahrhundert bei der Ausgestaltung der vCours 
Commercerr und bei den sogenannten lloffenen Lac 
passagenu angewandt. 
Von dem Projekt von Franque von 1768 für die Pass 
de la Rue de la Truanderie über die Passage du Cl 
merce St-Andre (1776) und die Passage des Pe 
Peresvon1779-allevor1780i-führtderwegzu 
ßGaierie de Bcistl von 1786. Erst im 19. Jahrhund 
durch die Einführung neuer Baustoffe. wie Eisen in" 
bindung mit Glas. erhält die Ladenpassage ein ne 
Raumgefühl. das heute wieder zur Anwend 
kommt". 
Die im 18. Jahrhundert vorhandenen Ansätze zurSt 
hygiene gipteln in Paris in dem Generalbebauungst 
für die Verschönerung der Stadt von 1769. Dieser nl 
des Embellissementsrl von Moreau beschäftigt sich 
nehmlich mitderSanierung und Regulierung des Se 
flusses. dem Bau von Trottoirs und der Profiiierung 
Straßen und Kais. im 16. Artikel des Verschönerul 
plans vom 22. April 1769 wurde beschlossen, die 
samte Uferbebauurtg entlang dem Quai de Gesvres 
zureißen. Der erste staatliche Schritt zur nVefSChl 
rung der Stadtrl wird 1788 getan. Die Entwicklung 
nFiues lnterieuresrr als eine neue Erschiießungsforn 
den Fußgänger ging jedoch auf die private Initiative
	        

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