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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 182)

Adolt LODS, mieieriierrrusseiiiscii- 
i-ibire 54,6 cm 7 bureirrriesser obere Plat- 
te aus Cm - Durchmesser untere Platte 
so cm Oslerreichisches Museum iur sri- 
gewandte Kunst, Wien, 
lnv Nr n zsis 
Joseph Trier, Darmstadt. Modell Nr seoei 
Detail links bberi, Reklame in. Innen- 
nekbrericrr, 1B98,Bd.lX,Dezerribcrhell, 
s es 
Zeichnung aus: The Cabinet Maker and Art 
Furnisher, LOndOrl, tsse, Jännerhelt, 
s. 17a, Fig. 15 
Detailansicht des ivElelantenrusseitischesii 
(Abb. l), Blick aul obere Partie 
Detailansicht (Abb. n. "riscirbeiri mit 
Metallrnanscnette 
Adolf Loos, irÄgyptischer Hockerit Hohe 
2a Cm - Breite der siiziiecrie es crn, 
Tiefe 2a cm Privatbesitz 
Hugo cbrge, nEßplatz im Wohnraum mit 
Durchreiche zur Kuche uber dem Kamins. 
in'Fr0til,1933,l-tett6 s 207 i Abb 42a 
 
 
auch erklären, daß er trotz seiner Vorliebe für schlichte, e 
traditionelle Mobellormen das dekorative Tischchen gernel 
wendete. Auch in England stellte man etwa seit den neunzi 
Jahren des 19. Jhs in Wohnräume Möbelstücke ausgelalle 
Formen, die als iiduaint lurnitureu bezeichnet wurden. Zur l. 
breitung dieser riFantasie-Möbelrr haben besonders die eh 
schen Fachzeitschriften beigetragen. 1899, im Jannerhettt 
iiTheCabinet Maker and Art Furnisherir erschien eine Skizze, 
den Entwurl des Eletantenrüsseltisches angeregt haben dui 
(Abb. 3), 
Ein ähnlicherTisch, jedoch sechspassig mit einem sechspa: 
gen, dünnen Tlschblatt aul sechs Ftundbögen, wurde 1969 
der Ausstellung der Kunsthandlung lnge Asenbaum im Wie 
Künstlerhaus gezeigt und Joseph Olbrich zugeschriebenFl 
der wurde diese Zuschreibung durch keinen Hinweis begr 
det DieserTisch istsehr zart, seine dünnen Beine sind den e 
lischen iiSpinnenbeinenii ähnlichjedoch viel kürzer; das Md! 
stuckwirkt in seinen Proportionen nicht sehrausgewogen. Ai 
dieser Tisch durlte ein F.-O.sSchmidt-Erzeugnis gewesen st 
Es erscheint wahrscheinlich, daß der Tisch als Probevaria 
von der Firma ausgeführt worden war. 
Aul England weist auch das zweite Sitzmdbel - der iwÄgy 
sche Hockerii hin. Anders wie beim Tisch handelt es sich 
demHockernichtnurumeineAnregungsondern um einedir 
te Nachbildung eines englischen Modells (Abb. 6), 
1884 ließ die Londoner Firma Liberty 5 Co. einen dreibeinig 
Hocker patentieren, der nach Vorbild eines ägyptischen Sitzr 
bels entworten worden warß Dieser von Liberty erzeui 
Hockerwurde nicht nur in London, sondern auch in Paris? 
Kunstsalon von Samuel Bing - verkauftF- T903 ist zwart 
riHandbuch der Ornamentikii von Franz Sales Meyer heraus 
geben worden, in dem auf Talel 247 der dreibeinige Hocker 
gebildet ist, es warjedoch viel einfacher, dem Tischler ein te 
ges Stuck zum Nachbiiden vorzulegen, als eine 2,5 x 2,5 - 
große, tluchtige Zeichnung, Fur Loos, der für die Ausstattt 
von Wohnungen manches aus England und Frankreich bez 
war es sicher nicht allzu schwer, einen Liberty-Hocker als r 
ster Zu erwerben. 
Ein genauer Zeitpunkt, zu dem Loos den Hocker das erster 
verwendet hatte, kann nicht testgelegtwerden. In den 1903 
gebildeten lnterieurs erscheint er nicht"), und nachhergibte. 
den zeitgenossischen Zeitschriften keine Abbildungen x 
LoosrArbeiten mehr Erst in dem 1931 von Heinrich Kulka h 
ausgegebenen Buch sind wir mit einer umfangreichen lotogr 
schen Dokumentation der Leistungen von Loos kontrontier 
Hier sehen wir den Hocker in der Villa iKarmarr (i 904 4906). 
Haus Steiner (1910) und in anderen Wohnräumen. 
Loos ließ den Hocker von verschiedenen Tischlern anfertigi 
In Wien wurden die besten Stücke sichervon Josef Veillich a 
geluhrt, der Loos die besten Sitzmöbel nach englischen t 
stern lieterte. In anderen Städten ließ Loos ortsansässige Tisi 
ier arbeiten: so war es z. B in Pilsen der Tischler iaöek Die i 
terschiedliche Qualität der Auslührung weist tatsächlich : 
verschiedene Erzeuger hin. 
Der abgebildete Hocker ist aus massivem Eichenholz E 
D-lormige Sitz ist seicht schusseiartig gehöhlt, die Unterse 
des dicken Sitzbrettes ist karniesenartig profiliert, die drei i 
spreizten, mit Bogen abgeschlossenen Beine sind mittels Z. 
ren in den Sitz eingestemrnt 
Anmerkungen lrll 
' Vgl Neues Wohnen wrerier lnrienraumgestaltung ieie-isaa A 
Stellung irn Oslerreichischen Museum lur angewandte Kunst B l 
bis 24 August ieeo KatalogS 72, Nr ae mttAbb (rrscbcbbrivonc 
Nrederntoserl, S 75. Nr 52 mit Abb (Tisch nach Entwurl von Jo 
Frank) 
1 Adoll Loos Wohnungswanderungen (10 und lt Dezember T9! 
Nachdruck in Bautorurn, Wien 1970, Jg 3, Heft 21,5 30 
3 Winlerausstnllling des OSterrelcriiSChen Museumslur Kunst und ln 
strle, lQOO-lQOl AusstelluhgskataiogWien19003 lLAbD ln,Ku 
und Kunsthandwerk, Wien 1901,Jg 4,5 G, Illustrierte kunstgcwer 
Cnc Zeilschrilt lur innen-Dekoration, Darmstadt lQÜl, Bd Xll, S - 
4 VCr Sacrum, V Jahr. Hcttö, T5. Marz W02, Abb. aut S lÜS 
5 Das lnlerißur. Wien 1903. Jg 4, Abb au! S T4. 
' AGOltLOOS Diel-lerrenmode Nacridruckln SarntllCheSChrllten W 
1952, S 2l 
' JugendStiiIEOerJahie Wien i969 Ausstellungskalaiog, Nr 161 
Abb 
' ÜESlQrl Nr lö 674, registr am ll November l884 rvgi "Christen 
Gilberr F-urniture atTernple Newsam Hause arid Lotnertbri Hall Lee 
197a 13a ll_S 3lO,Nr am rrrrrAbb 
1 Vgl Abb OlrlCS Liburtyrt-tockersautdernReklarnebildirL Art Nouve 
22 ruede PIDVQNCQPEHSMH Arretoecbratierr iaseea Vl Dez: 
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"i Daslrttttrißtir ioos Jg 4 Abb autS 14 15 ia 
ii HCihriCh Ktiika Adoll LODS Das Werk des Architekten Wien ie 
Nachdruck Wien l979 Abb 20 42. 77. aß, 239
	        

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