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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 182)

I Österreichisches Museum für angewandte Kunst 
 
äeit Gründung des (damaligen) Österreichischen Museums für 
(unst und Industrie, 1863, vorerst als Expositur auf dem Ball- 
iausplatz, der unmittelbar die Erbauung des Stammhauses am 
ätubenring von 1868 -1871 folgte, stand die Raumordnungsfra- 
)E der Sammlungen im Vordergrund Schon 30 Jahre spater, 
1905-1908, sollte ein (1.) Erweiterungsbau, das sog. Neue 
lauslweiskirchnerstraße 3 ersten Notwendigkeiten Flech- 
iung tragen Dieser Zubau loste die Fiaumfrage lange bis in das 
20. Jahrhundert hinein. Nun ist neuerlich zur Jahrhundertwen- 
te, um 2000, erforderlich, infolge uberouellender Sammlungen 
iinen (2.) Erweiterungsbau aufzurichten Die Sammlungen sol- 
endurchdiesen neuundbessergeordnet biszurGegenwart ein 
(ontinuum bilden. 
Erster Schritt hiezu die kürzliche Präsentation des Modells iiEr- 
veilerungsbau des Österreichischen Museums für angewand- 
eKunst-Jugendstilmuseumii Pressevorschauivertreterdes 
iundesministeriumsfürWissenschaltund ForschungMin -Rat 
Jr. Carl Btaha, die beteiligten Veranlwortungsträger, Dr. Her- 
iert Fux. Direktordes Österreichischen Museums, S M. Rektor 
'rol.()swald OberhubenArchitektProt. Hans Hollein. der Präsi- 
lentderFreundedesWienerJugendstilmuseums,Dipl -lng.Pe- 
er Landesmann Architekt Hans Hollein. Professor an der 
tochschulefurangewandte Kunst, stellte sein Projekt mit einer 
itternative vor. Übereinstimmung beider Institutionen über ein 
ugleich zu errichlendes, beiderseits nutzungsmogliches iiAu- 
litoriumir auf Museumsgrund. 
iieser (2.) Erweiterungsbau, rund 80 Jahre nach dem (1.) Zu- 
iau. soll als freier verbindender Baukörper in der Lücke ZWl- 
chen Museum und Hochschule am Wienfluß stehen Dem Mu- 
eum wurde dies einen großen neuen Sammlungsbereich iJu- 
endstilir, ca. 600 m2, sowie in zwei Ebenen zu je 300 m? eine 
ompakte Prasentation der Oslasiensammtung bringen Dazu 
ie neue Möglichkeit fur aktuelle Ausstellungen. ca 500 bis 
000 m2, Eingang separat vorn Wienfluiä her Das beide Institu- 
onen verbindendeAuditoriumböte 300 bis 400 Personen Platz. 
ine Tiefgarage, 60 - 70 Stellplätze, soll Dienstnehmern von 
luseum und Hochschule gemeinsam dienen 
rofessor Hollein erstellte das Projekt. wie er ausluhrte. mit 
ücksicht auf stadtebauliche und stadträumliche Gesichts- 
unkte. Als pavillonartiger, freistehender Bauträger eine Syn- 
iese klassischer Proportionalitat mit jugendstilhaften Fassa- 
enelementen und -zügen. Durchaus modern. aber auch zeit- 
is.Objektalssinnvollgeordnete,platzschaffendeErweiterung 
es Museums, im neu zusammenzuordnenden Stadtbildaus- 
chnitt von positiver Zuträgtichkeit. 
iem Beschauer. vom 3. Wiener Gemeindebezirk herankom- 
iend. böte sich über den Wienlluß hinweg eine eigenständig 
rofilierte Bauform an. den bestimmenden Großholelbauten 
ntercont und Hiltonri im Bereich als ein Element sirengerer 
assischer Formgestallung Paroli bietend Funktionalistisches 
rfordernisneuerMuseumskonzeptionplusästhetisch befriedi- 
ende Baulosung ist abzulesen. Hollein erktarte in allem seine 
ereitschalt. bei endgültiger Realisierung des Erweiterungs- 
aues seine architektonischen Grundvorstellungen zu Gunsten 
raklischer Erfordernisse optimaler Flaum- und Flachennut- 
ing zu modifizieren. Als versierter Architekt zeitgenössischer 
luseumsbauten in Monchengladbach und Teheran erfolg- 
iich, istsichendaßerin Zusammenarbeit milden zuständigen 
istitutionen einen sehr brauchbaren Bau aufrichten wird Ab- 
:hließend meinte Hollein, im günstigsten Falle konne man 
385l56 mit einer Fertigstellung rechnen 
äestecke des Jugendstils I Sammlung Giorgio Silzer. Berlinii 
1d iiJosel-Hoffmann-Bestecke für die Wiener Werkstälteir, 
oppelausstellung im Eitelbergsaal. Eine übersichtliche Schau 
i höherer Eiikullur, hauptsächlich erstellt aus dem reichen 
ammelgut des ehemaligen Berliner Musikers G Silzer. Be- 
ecke als Träger künstlerischer Ideen. sichtbar an Produkten. 
e 1900-1920 entstanden sind, vorwiegend deutscher, engli- 
rher sowie dänischer Provenienz. Formaten Wandlungen in 
itremsterWeise unterworfen, ist innerhalbzweier Jahrzehnte 
er ungeheure Sprung vom verspiell-verschnorkelten Besteck 
im flachen, vorerst unhandtichen. neuzeitlichen Besteck Jo- 
zf Hoffmanns feststellbar. Besonders die Griffe boten hoch- 
en Anreiz zur Dekorierung mit allen Elementen des Jugend- 
its. vom stark Ornamentierten bis zum Abstrakt-Geometrisie- 
indendieTrachtigkeitdieses künstlerischen Bereiches iürden 
wtwerfer bezeugend. Die zunehmend industrielle Fertigung 
in Elestecken brachte auch edlere Formungen iiunter das 
Jtkii, in die Hände des Bürgers 
es Hoffmann, dieser überzeugende Universalist wirklich tei- 
ete. machte die anhangige spezifiziertere Schau, der Beitrag 
es Museums, deutlich. Wie revolutionär seine Formreduklio- 
an auf allereintachsten Nenner gewesen sein müssen, bewei- 
in kritische Stimmen seinerZeitgenossen. Von brüsker Ableh- 
ingbiszuversteckterAnerkennung blitztedocheinzelnesver- 
"andnis für Hoffmanns strenge, neue Besteckform durch. Und 
an nahm diese hin, iiweil man sich an alles gewöhntii. und 
zhließlich auch eßpraktizierend anfreundete. Tatsächlich 
ihienen dieseflachen, unhandtichen Formen vorerst alten bis- 
irigen iiGreif- und Haltensgewohnheitenii zu widerstreben. 
esarriteindruok der Doppelschau: ein nicht sehr pubtiker Sek- 
rdes Kunsthandwerks bot hervorragendeVergleichsmöglich- 
iiteri in einem Rahmen. Funktionelle Brauchbarkeit. aberauch 
irmschoriheit in mehreren Entwicklungskriterien waren offen- 
  
 
 
1314 
 
kundig, Beiden Ausstellungsteiten liegt jeweils eine Put 
zugrunde. Die der riSammlung Silzerii gewidmete wurc 
Ursula Mayerhofer den hiesigen Gegebenheiten entspi 
vervollständigt. die die Ausstellung auch übersichtlich 
tierte. Da dem Österreichischen Museum für angr 
Kunst so gut wie alle Entwurle Josef Hoffmanns für si 
stecke der Wiener Werkstätte gehoren, war nichts natt 
als eineAuswahtdieses sonstverborgenenGutesmit- 
mit ideal zweckverbindend zur Silzer-Schau - auszus 
Waltraud Neuwirth gibt hierüber in ihrer Publikation ein: 
kundigenund umfassenden Uberblick ubereinewahre F 
Hoffmann-Entwürfen Sie kündigt weitere Pubtikatione 
sem Bereich an 
Abendvortesungen zum Thema iiWiener Kunsthandw 
Biedermeierzeitw Ende April schlossen sie ihr Progra 
Die stattliche Anzahl von 50 Veranstaltungen wurde ei 
iiOrnamentale Variationen des Manierismusii, die Blbl 
ausstetlung, steht vor der Schließung Eine Ausstelli 
Hochschule" i-Einblicke - Professoren der Hochschuli 
gewandte Kunstii steht kurz bevor. Eine Gruppe öste 
scher Textitkünsllerinnen wird unter dem Titel iiVerbin 
-Btaschke + Czerny + Gyrcizka + Hubmerilvom2 
22 8 1982 ihre Werke ausstellen 
iiMöbetdesJugendstitskSammlungdesÖsterreichiscl 
seums für angewandte Kunstii (s untenslehend), einer 
lung im Sommer, auf der gleichnamigen Publikation vi 
Behal aus der Thyssen-Stiftung basierend Die Bibliotl 
Kunstblattersammlung erollnetam 20 5. 1952 eine Auss 
iiDie Künstlerpostkarlen der Wiener Werkstätten, zu c 
Monographie von Traude HansenlOFtF Wien aufliegen 
leopotd 
Ausstellung iiMöbel des Jugendstils e Samml 
des Osterreichischen Museums iürangewandte l 
Vom 1 Juli bis5 September 1982 zeigtdas Österreichisi 
seum einen Großteil seines Bestandes an Jugendstil 
und Holzarbeiten zum ersten Mal in einer Ausstellung. 
gentliche Anlaß zu dieser Präsentation istdie Fertigstelli 
Drucklegung des Kataloges dieses Sammtungsbes 
Vera Behat hatwahrend der letzten Jahre an diesem Wei 
beitet und dabei eine Fulte neuer Details aufgedeckt l 
den bereits erschienenen Banden von Waltraud Neuwir 
das Glas und die Keramik des Jugendstils wurde die B 
rung dieses wissenschaftlichen Werks durch die finanzii 
terstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung ermöglicht. 
Die Bedeutung der Sammlungsbestände des Osterreicl 
Museums aus der Zeit um 1900 liegt in der Gteichzeitigl- 
Entstehung und Erwerbung der Objekte durch das Musei 
durch sind eine Reihe von lnforrnationen uber Entwurf ui 
fuhrung sowie Entstehungszeit gegeben, die einen fixe 
gangspunkl lür die weitere Forschung des Kunstgewert 
serZeit bilden Es sind dies vorallem Arbeiten der Fachs 
aus dem Bereich der ehemaligen Monarchie, von Schilf 
Kunstgewerbeschule und Erzeugnisse der großen ' 
Tischlereibetriebe Auch Beispiele von Möbeln nach Ent 
der wichtigen Architekten der Zeit sind vertreten Darur 
findensichStücke von Loos. Hoffmann, Moseru a Diesi 
gespannte Rahmen schöpferischer Leistungen täßteinei 
Überblick über die Formgebung der Einrichtungsgegen 
um 1900 erwarten. Christian Witt-[ 
t Modell des iiErweilerungSbaues Österreichisches Museum ii 
wandteKunstr ulugeridälllmuseunf.WleriruvtJnAlch Prof H 
lelrt,lndelSlluällorllwlicherl Museumund Hochschuletürang 
te Kunst 
2 Slluallonspiari mitGrundrißderAnlagedesi-Erweilerungsbaus 
3 Ansicht der Baulrorit Österreichisches Museum und Hochscl 
Wienlluß rriii dem die Lücke schließenden Elweiterurigsb 
a. Wiener csrrisinasiwzirk her gesehen 
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kunsi. lnv. Nr Kl 1206519 
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S 212i L 13.5 ciii - SilbenAusfuhrung t904-1906.Österreicl 
Museum fur angewandte kunsi. lriv Nr Kt 12056112 
12 Hoher ArmlehristuhhAhorriholl, massiv. geheilt Entwurf H0 
SChulelAustuhrung WenzeIHollrviarin.19ODlD1 ÖsterreichlsCl 
seuni iui angewandte kunsi. lnv Nr H 2074 
1a Hochlehniger siuni. Euchen- und Weiciliioll, Weiß lackiert E 
Josef Hoffmann, 1902 Österreichisches Museum tLir ange 
KunsLlnv Nr H2304 
iA Schreibtisch. Escheriholz. massiv Entwurf' Henry van r 
delAusluhiung ixaoiirisinrnsi. Wien. 1900-1902 Osterreicl 
Museum iur angewandte kunsr. lnv Nr. H 2039 
(DEN
	        

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