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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 183)

hleierl; ihre Erscheinung läßt sich einmal als klar 
ometrisch und ebensoals undefiniert impressioni- 
1, ja entmaterialisiert bezeichnen. Das Einigende 
n der Berufung auf die Stereometrie und die Ver- 
ung einerHandvoll immerwiederkehrenderMate- 
1. Die bisher wiederholt unternommenen Versu- 
zwei grundsätzliche Qualitäten, nämlich die Beto- 
der Konstruktion und den Funktionalismus als stil- 
inent hervorzukehren (und so den kausalen Zu- 
"ienhang innerhalb der historischen Entwicklung 
istellen), müssen zumindest als problematisch, je- 
lllS aber als einseitig betrachtet werden. 
on Kolo Moser und Josef Hoffmann zu Beginn un- 
l Jahrhunderts geschaffenen kunstgewerblichen 
rte und Möbel können funktionell sein; es gibt aber 
g Beispiele, die sich dieserQualifikation entziehen 
Hoffmanns Eßoesteck von 1903). Ebenso gibt es 
eiche. die die Konstruktion erkennen lassen, wie 
ikehrt solche, die diese gehörig verschleiern. Die 
likation npuristischir läßt sich noch am ehesten 
cht erhaltens. Zeichnet doch die Produktion jener 
einAbwerfen überkommenen Ballastes(indergro- 
NiQ in der kleinen Form) aus. Holfmann selbst 
ht dies klar aus, wenn er sagt: "Das reine Ouadrat 
er Gebrauch von Schwarz-Weiß als dominierende 
an interessierte mich deshalb so besonders. weil 
klaren Elemente nie in früheren Stilen erschienen 
n.ti' 
MITTHEILUNGEN DER VEREINIGUNG 
BILDENDER KÜNSTLER ÖSTERREICHS 
 
1901 
HEFT 19 
VER SACRUM 
- Qualität ist so entscheidend, daß sie nicht genug 
itwerden kann, nämlich die Mitaufnahme des Kon- 
as. Gemeint ist damit folgendes: die kubische Me- 
zhachtelwird ihrerstrengen stereometrischen Wir- 
durch die stereotypen quadratischen Löcher be- 
L Die durch die große Form zu erwartende körper- 
Erscheinung wird entmaterialisiert, aufgelöst in 
ung impressionistischer Erscheinung. Positiv- und 
itivform halten sich die Waage. Bei den gehämrner- 
letallobjekten ist es ähnlich. Die kompakte Metall- 
ewird durch den Hammerschlag ivaufgerissenu, ih- 
lompaktheit beraubt; die strengen MKEAYIOFIEQGM 
en durch fließende Tunkpapiere naufgeweichtu, 
tlare, durchsichtige Glas durch den Lüster schil- 
r-trüb; durch die strenge metallene oder hölzerne 
ierung wird überdies dem werdhaftenr Glas eine 
ende, intellektuelle Qualität beigegeben und 
hwertig gegenübergestellt. Alle Objekte zeichnet 
es vdualistische-i Prinzip aus, dieses Operieren mit 
rnsätzen, Gegensatzpaaren, Letztlich kulminiert 
es Prinzip im Nebeneinander von Schwarz und 
rder Entwicklung unserer Gedanken vergreifen zu 
an, sei darauf verwiesen, daß verschiedentlich, 
l auch in etwas anderem Zusammenhang, auf die- 
hänomen hingewiesen wurde. Wenn etwa Werner 
iann das Haus Steiner von Adolf Loos als Exem- 
plum der nGleichzeitigkeit verschiedener Realitätsebe- 
nen- apostrophiert, darauf hinweist, daß Straßen- und 
Gartenfront in ihrerGegensätzlichkeit nurderAusdruck 
zweier Prinzipien (auf die wir gleich eingehen werden) 
sind, dann erkennen wir auch hier die verwandte wduali- 
stischer Grundhaltung? 
Festzustellen ist, daß - speziell in derArchitektur - im 
Wiener Raum bereits in den 90er Jahren dieses "Arbei- 
ten mit gegensätzlichen Prinzipien: zu beobachten ist. 
Otto Wagners Majolikahaus ist geradezu ein Paradebei- 
spiel. Der blockhaft wirkende, nurdurch einen übergrei- 
fenden Doppelbalkon gegliederte Baukörper mit seinen 
eingeschnittenen Fenstern und dem weit vorkragenden 
vFlorentineru Dach wird gegensatzhaft begleitet und ge- 
mildert durch den stilisierten, aber in seiner Wirkung 
durchaus wnaturhaftenu lloralen Majolikadekor. 
Ähnlich verhält es sich mit Olbrichs etwa gleichzeitiger 
vSezessionu. Der aus vgeschlossenen, scharfkantigen 
und geradeflächigen Blöcken  zusammengestellter 
Baus erhält seinen Widerpart einmal in Form der einge- 
planten Kugelbüsche vor dem Haupteingang, dann 
durch den akzentuiert applizierten Lorbeerbaumdekor 
und schließlich und vor allem durch die in vergoldeter 
Bronze gearbeitete Lorbeerkuppel, die als rundes. na- 
turhaftes Prinzip von vier kantigen Pylonen gehalten 
wird. Dieses Ausspielen der Gegensätze wird uns noch 
entscheidend beschäftigen. 
V. 
Trotz dieser Überlegungen ist festzuhalten, d: 
hauptsächlichste Empfindung bei Betrachtung de 
ner Kunstgewerbes dievon Klarheit und Überschr 
keit ist. Die ordnende Kraft der stereometrische 
men wirkt unvermindertaufden Betrachter. DieO 
haben etwas wKünstlichesr, nDurchdachtesk, ß 
wogenes an sich - ohne ästhetischerZustimmui 
lustig zu gehen. 
All diese Eindrucks- und Empfindungsqualitäteni 
sich subsumieren im Begriff des Rationalen al 
druck einer abstrakten ldee. 
Wir sind damit an einem ldeengebäude angelani 
die Zeit selbst sowie die zeitgenössische wie na 
gende Kunstforschung bevorzugt beschäftigt hat 
lich das ldeengebäude, das sich um den 1901 vor 
Riegel eingeführten Begriff des i-Kunstwollensu 
Es ist hier nichtder Platz. aufdie Wurzeln, aufdie 
nesedieses nPrinzipsit, aufdie Stellung Conrad Fii 
auf Riegel selbst, noch auf Worringer und Kan 
und ihre Rolle innerhalb der Entwicklungsgesc 
dieser Idee einzugehen; das geschah bereits an k 
tenterer Stelle und mit größerer Gründlichkeit, 
dieser Platz erlaubtw. Es sei nursoviel vermerkt,( 
Zeit selbst dem Begriff nKunstwollenu ein dualist 
Prinzip überbaut, das seine Antipoden in der wAl 
tionr und wEinfühlungrt (nach Worrlnger) oder
	        

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