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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 184 und 185)

des vvanueis zum ioue erscnernt das wMonumenti- des 
knienden Papstes, Denkmal der Dauer, nicht selbstver- 
ständlich als Denkmal, sondern in dieser Szene im An- 
gesicht seines Endes bedingt aus innerer Haltung. 
Ein später Bernini-Nachfahre, Louis Franqois Floubil- 
liac, 1725- 1762. hat 1761 am Grabmal von Lord und 
Lady Nightingale in der Westminster-Abtei zu London 
gezeigt. wie der Tod auf das entsetzte Ehepaar zielt. Al- 
sind im 16. und 1 7. Jahrhundert in den Niederlant 
auch sonst eine eigene Bildgattung. Sie u. a. b 
die WGÖHGIW Stilleben des 17. bis 20. Jahrhunde 
Wie Kurt Bauch es formuliert, gehören sie zum x 
matischen Denkenw, das einzelne Erfahrungs- ur 
sprüche anschaulich versinnlicht. wEs (das ernb 
sche Denken) verbreitet sich als Übergang von 
matisch-analogistischen Denken des Mittelalte 
ngen 1 -14 
ls Vortrag gehalten vor dem Arbeitskreis ror Symboltorschurtg, 
vSymbole des Wandels, Wandel der Symboleu. Salzburg Oktü- 
a. hier in Teilen sßünden. 
orenz Dittmenn, Uberdes Verhaitnisvon Zeitstruktur und Farb- 
ng in Werken der Malerei, Festschrilt Wollgang ßraunfels, hg. 
u..l.Traeger,Ti1blngen1977,S.93 -109;ders..Uberisgurrgen 
bachtungen zur Zeitgestaitdes Gemäldes, neue hefta itirphilo- 
8119 (1980181 i. Anschauung als ästhetische Kategorie, s. 13a 
jeweils mit Lil, Manche von Dittmann behandelten Gesichts- 
xonnen hier nicht eingehend aurgegrltten werden, wie Helldun- 
1. Rhythmus. Die von Anfang gegebene Komrontatrun mit der 
k bedingte die Auswahl auch vieiversprochener Werke. 
n(s. 0.. Uberlegungen . . ,). nennt S. 133 nicht die Zeltsymbollk. 
geschichtliche Zeit aIsZeiiespekt an Werken der Malerei. Die- 
nächst, niCht dargestellksondern des Kunstwerk iStin ihr. Zwar 
l selbst (Kunstwerke in ihren Slilperioden. Salmurger Universi- 
lfl. h. 54m Salzburg-München 191a; Zur Gestalt der Kunstge- 
t, Ztschr. l. Asthelikund allg.Kunstwiss..Bd.XXl,1976,S,3-1 bl8 
Ilelen zwischen dem Stil derwerke und dem ihrer Epochen oder 
autzuzeigen versucht(m. Ebestäiigtundz. T. abweichend von 
itzsecker, Gestalt und Zeit, s. dazu Dittmann S. 136, Anm. 7). 
n kann von ihnen nicht ausgehen. 
eZeitbei Oaravagglo. Heftedes KUHSthIStOr, Seminarsder Uni- 
München. 5- 1D, München 1964. S. 55 - 71, S. hier S. 55. Wir 
enunsererr vorliegerrderrAuisatz als. allerdings wenmasenlge. 
ung von jenem. Wichtige Werke, Künstler (Rembrandt. POUSY 
iS1kr9iSS, Probleme (S. Anm. 1) können nicht oder kaum behan- 
den. 
iriotsky. FatherTime. In ders, Studlss In lconnlogy, New York 
952. 
dlmayr. in: Der Tod des Lichtes. Salzburg 1964, S 242, 
lClLAnlänge der neuzeitlichen KLInStH 932) in ders. Studien Zu 
schichte, Berlin 1967, S. 7G. 
inoieky. Ei In Arcadia egü (1936), in ders; Sinn und Bedeutung 
ldenden Kunst. Köln 1975. Zum Teil umstritten. 
lsolchan. dieden Anspruch der heutigen Iknnologie kritisch bis 
h gegenüberstehen. wie 1. e. dem VerL, vorgehalten werden. 
Panolskyßrabplastik. Kbln 196451011" Kurt Bauch, Desmlt- 
che Grabbild. Berlin-New York 1978, S. 252 N. 
gar Hertlein. Masaccios Trinität, Florenz 1979. S, S6 11.. spielt 
anke an das Grab Adams herein. 
Wßhel. Histoire de Part. VII, 1, 62 N; F, lIIQEYSOllSFTIOUSB. L3 
e funeraire en FrdnOS au XVli, le Siehe, Paris 1912. Henriette 
ldeallsm and neallsm, A Study 01 sepulcnrai symbollsm, l.el- 
9.5.2119 ff. (m. Lit.); auch Panutsky a. Anm. 10 a. 0., S. 102 lt. 
2 S. O. 
Ich a. Anm. 7 a, O., S, 72, 
les istda in Handlung aufgegangen (und zwar nicht in ei- 
ner graphischen mahnenden Szeneniolge wie Holbeins 
sogTotentanz. sondernhneinem MaI,wiees seitie dem 
Andenken Dauer gibt. Wie das Grabmal, in ganz ver- 
schiedener Weise, im Barock zur Szene werden kann. 
wäre ein eigenes großes Thema. mit dem sich schon 
manche beschäftigt haben und das noch sehr auszu- 
breiten warefz Erwähnt sei nur das (zerstörte) Grabmal 
der Pfarrersfrau Langhans, gest. 1748, zu Hindelbank 
bei Bern,um1750vonJoh. FriedrichNahl,seinerzeitbe- 
rühmt. von Wieland bedichtet. wo der Grabstein. das 
Dauerndste der Grabdarstellung, birst, also in ein sehr 
verkürztes zeitliches Geschehen, ein rokokohaftes Nu 
einbezogen ist und Mutter und Kind in der künftigen Aul- 
erstehung sichtbar werden. 
Die HauptabsichtdieserArbeit ist nun abernicht, weiter 
auszuführen, wie Zeitsymbole im Barock in Handlungen 
aufgenommen werden - und so ihre Darstellung als 
Symbolgesralren weitgehend abgeschwächt. die als 
Zeiisymbol aber gesteigert wird -. sondern zeitlichen 
Wandel in den Dingen und Figuren als solchen zu zei- 
gen. Mit Zeitdarstellung im Barock haben sich seit den 
wesentlichen Schriften des Philosophen Georg Simmel 
über Rembrandt seit 1914 nun schon manche beschat- 
tigt, zuletzt in weitgeiaßtem Zusammenhang Lorenz 
Dittmann."HiersollZeitdarstellungalsoaneinigenZeit- 
symbolen untersucht werden. Freilich ist das Zeitliche 
in einem Kunstwerk nicht aus diesem auszugliedern. 
Aberähnlich wie das bei Stofflichkeit. Raum, Helldunkel 
naturalistisch-empirischen der Neuen ZeitWA 
hat. wie in letzterZeitofters gezeigtwurde. dabei: 
eigenen Wert. 
Nicht alle Vanitas-Stilleben, besonders nic 
16. Jahrhundert. führen ihr Thema über 
Gegenständlich-lnhaltliche hinaus vor. Der Kölni 
thel Bruyn d. Ä.. 1493 - 1555, ordnet frontalen 
kopf und Kieferknochen, abgebrannte Kerze unc 
nende Schrifttalel symmetrisch ln zwei Zonen. qu 
chitektonisch. zu einem festen prägnanten Ganze 
es der Spruch selbst ist, und alles ist gleichmäßi 
und fest, integer, unveränderlich gemalt. Dingeie 
eines Lebens, niohtseine Veränderung sind darge 
vergleichbar den schon genannten Totengerippt 
Zeit. Wie bei diesen noch deutlicher. ist nicht eige 
etwa Erstarrtes. sondern die prägnante Gestalt 
dauernden Daseins Ziel dieser Kunst. Noch ein 
ben von Georg Flegel, 1563 - 1638, wohl kein V2 
Bild. entspricht im dichten Nebeneinander der ex: 
malten Dinge etwa dieserAufiassung. Dagegen g 
niederländischer Maler des 17. Jahrhunderts, ir 
wir wohl Hercules Seghers (1589 - 1638) anne 
dürfen. den Totenkopf halb umgedreht. voller Sp 
und Risse. Spuren derZeit in ihren vielen kleinen E 
kungen. auf gegeneinander verschobenen Sch 
menschliche Geisteswerke, die leicht zermorscl 
wissermaßen verwest sind. All das paßt ganz zu 
des Hercules Seghers, also seiner Gestaltungsi 
die alles, was er macht, durchwirkt: den gleichsai
	        

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