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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 184 und 185)

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üppige, nacn dem Ausrunrnaren imari venanrue 
nisse - und Kutani-Stücke zu nennen. 
Daß das Interesse von Anton Exner aber auch di 
Periode (1867 - 1912) galt, beweisen beispie 
ein 1870 datiertes Bild von Yamamoto Tökoku( 
1890), die nZweite Fahrt zur Roten Wandri nacl 
Text von Su Tung-p'o (1036 - 1101), Metalla 
prächtige Lacke, netsuke und Porzellane. 
Die weiteren Sammelgebiete sind alle wesentl 
ner.Tr0tzdem müssen sie ob ihrer hochstehend 
liläten besonders erwähnt werden, so vor allem 
stand an koreanischen Dingen, für die das Muse 
ausschließlich auf Exner-Objekte angewiesen 
die Einmaligkeit früher koreanischer Metallgeg 
de vom 11. und 12. Jahrhundert, den eigenen l 
Seladonevom12.biszum14.Jahrhundertundd 
fische Eigenart des koreanischen Porzellans u 
Yi-Dynastie (1392 - 1912) veranschaulichen k: 
Damit ist der Horizont der Exner-Sammlung ab 
nicht erreicht. Finden sich doch, wie eingangs e 
auch u. a. künstlerisch ganz hervorragende B 
der lamaistischen, indische und chinesische E 
verarbeitenden Kunst. die Malereien, Metallp 
und Kultgeräte umfassen, hinterindische Plasti 
wenige kunsthandwerkliche Leistungen aus Pi 
Überblickt man die Sammlung Exner in ihreri 
heit, so wird deutlich, daß sie von einer Grbßeni 
ist, die sich in einereinzigen Ausstellung nicht rr 
sentieren laBt, weil damit die Grenzen des Übe 
baren überschritten würden. Dadurch wird vielli 
eindruckvollsten die einzigartige Leistung des 
klar und nicht zuletzt auch der Reichtum und die 
tung seines Geschenkes, das er dem Österreic 
Museum lür angewandte Kunst und damitdemi 
chischen Volk vermachte, aus einem hoch! 
Idealismus heraus, der seinen schönsten Aus 
den Worten seiner Schenkungsurkunde findet. 
heißt: n... daß diese Sammlung dauernd dazi 
solle, es Künstlern, Kunstforschern und ander 
essenten zu erleichtern, sich mit der Kunst des 
Ostens vertraut zu machen und aus ihr zu leri 
daß auch anderen Sammlern ein Beispiel dalüri 
werde, daß wertvoller Kunstbesitz dem Volke 
lich gemacht werden muß, und daß der eigene 
dem Wohle des Volkes unterzuordnen istß 
ara-Epoche (645-7841794) ist mit drei kleinen 
terfiguren vertreten, die den chinesischen Ein- 
iderdekorativerenAutfassungaberauchdasspe- 
l japanische Element verraten, 
iklammert bleibt ferner die Heian-Periode (794 - 
1192), während die Kamakura-Ära(1192 - 1333) 
ei künstlerisch besonders bedeutenden Bronze- 
(en zu Wort kommt: in einem Amida vom Ende des 
hrhunderts, der den Stil der Zeit veranschaulicht 
iermöglichst der Naturnahekommenden Wieder- 
und weitgehenden Vermenschlichung; gegenEn- 
r Periode kündet sich - das gilt für die zweite Fi- 
inen 1318 datierten Jizö (Abb. 19) - in der wei- 
Behandlung derstofflichen Partien und im fleischi- 
esichtstypus eine Entwicklung an, die fürdas wei- 
4. Jahrhundert bestimmend werden sollte. 
-Stücke - ein Amida (Abb. 20) aus der zweiten 
E des 14. Jahrhunderts und ein Zennishi döji um 
zwei Holzplastiken - zeugen für die Muromachi- 
1333- 1573), die ansonsten noch in einfachen, 
ibrochenen Plattner-tsuba aus dem 15. Jahrhun- 
präsent ist. Die Momoyama-Ära (1573 -1603l 
lwird in einem Kanö Gyokuraku signierten Rollbild 
bar, bis endlich mit der Tokugawa-Periode (1603! 
- 1867) ein weites Spektrum erreicht wird. das ei- 
lle an Anschauungsmaterial, wenn auch nicht für 
iattungen und Techniken, zu bieten vermag. Mit 
ahme einer mehr volkstümlichen Byakue-Kannon 
17. Jahrhunderts aus Stein und eines großen 
hpaares des 17. - 18. Jahrhunderts in Bronze 
ilastische Beispiele nur in geringem Maße vorhan- 
eine Vorstellung von der Malerei geben Stellschir- 
me, gleich einem Exemplar des 17. Jahrhunderts. das 
Kyöto abbildet (Abb. 21), sowie etliche Bildrollen unbe- 
kannter Künstler und signierte Werke. 
Die Bedeutung dersammlungjapanischer Holzschnitte 
wurde schon hervorgehoben, das hohe Niveau der Me- 
tallkunst laßt sich an Schwertern und vor allem an 
Schwertzubehorablesen, das die VieltaltderTechniken 
dokumentiert. Nichtschlechtbestellt ist es auch um die 
verschiedenen Lackverfahren, überdie einige exquisite 
Schöpfungen unterrichten, beispielsweise ein Toilette- 
kasten des 1 7. Jahrhunderts in Art der whatsune-Lackelr 
des Köami Nagashige, der zu den absoluten Spitzenlei- 
stungen der Lackkunst gehört. Er vereint eine Fülle von 
spezifisch japanischen Lacktechniken, denen wir bei 
den von Exner gesammelten inro wieder begegnen. an 
den kleinen mehrteiligen Döschen für die Aufbewah- 
rung von Stempeln oder Arzneien, die an einer Trag- 
schnur im Gürtel getragen wurden. Ein Herausrutschen 
verhinderten Knebel aus Elfenbein, Lack, Holz usw., die 
sogenannten netsuke, die eine eigene, allerdings nicht 
sehr umfangreiche Kollektion bilden. Von noch gering- 
tügigerer Anzahl sind die Textilien, denen sich einige 
Färberschablonen anschließen. 
Eine eigene Gruppe bilden Tonwaren und Steinzeuge, 
die etwa Seto-. Flaku- und Satsuma-Produkte aufweisen, 
ebensowie Oribeyaki oder ln Art des Oribe gestalteteAr- 
beiten, wie eine Kato Shuntai (1799-1877) signierte 
Kanne, die sich durch eine Bemalung unter der Glasur 
In einem flüchtigen und freien Pinselstrich auszeichnet. 
Von den Porzellanen sind Arita - darunter blau-weiße 
Waren, solche im Stildes Kakiemon I. (1 596 - 1666), die 
einen sparsamen Dekor über der Glasur aufweisen, 

	        

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