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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 184 und 185)

iOÜBFI und gleichfalls mit Email gefüllt. Nun aber 
I die aulgelöteten Drähte durch schon mit dem 
naterial mitgegossene Grate ersetzt; dadurch 
it der Negativlorm eine beliebige Anzahl von Zel- 
iilarbeiten entstehen. 
itische Emailarbeiten wurden bei der Weltaus- 
g 1862 in London gezeigt. Sie waren Anlaß für die 
tion gleichartiger Emails von Barbedienne. 
JliSChG Firma Elkington hatte ebenso fernöstli- 
lorientalische Einflüsse übernommen, sie arbei- 
ch auf Silbergrund mit nachträglicher Vergol- 
td leuchtenden Farben (Abb. 6 und 5). 
erschieden davon sind die Arbeiten nach franzö- 
l Vorbildern von Emails aus dem 16. Jahrhundert 
i. 
ienannten Limousiner Maleremailarbeiten zei- 
einem zunächstschwarzen Emailgrund mehrfa- 
tragungen von WeißundGrautönenmitsehrzar- 
bübergangen. Nur wenige inkarnatfarbige Flä- 
zreichern diese Grisaillemalerei. Die technisch 
spruchsvolien Arbeiten zeugen von einer Präzi- 
aerstaunlich ist. Eigentlich istdiese Technik der 
tnmanufaktur in Sevres zu verdanken, die ab 
imit experimentierte. 1845 wurde ein eigenes 
ür Emails auf Eisen, Kupfer, Gold und Platin ge- 
, das erst 1871 schloß. Hauptsächlich wurden 
ive Bildplatten, aber auch Fu ßschalen nach M0- 
IS der Malerei der Renaissance angefertigt. In 
allkunsffinden sich wie in allen anderen Sparten 
wstgewerbes oft auch gleichzeitig Motive und 
verschiedenster Stilrichtungen vergangener 
iderte an einem Objekt: Das beweist auch das 
edaillon eines großen Zinntellers (Abb. 16), der 
zren Rand eine Godronierung wie etwa um 1700 
ihat, dann nach innen zu erngerollte Bänder, die 
schlagwerk des ersten Drittels des 17. Jahrhun- 
enauso nahestehen wie etwa auch abstrakten 
en,dannwiedereineGodronierung und letztlich 
elpunkt eine Dame in altdeutscher Tracht. Die- 
er ist ein Untersatz für eine Kanne, die den For- 
2h auch dem Manierismus entstammen könnte. 
ie Beschäftigung mit den alten Werken wurden 
ch längst vergessene Techniken wieder einge- 
JWUIGQH häufig Nielloarbeiten geschaffen. Die 
ation von Emailschmuck, Steinschnitten und 
l in Kontrast zu der Glätte des Edelmetalls 
lnd 3)warjedoch etwas Neues, das kaum Vorbil- 
xhergehender Zeit hatte. 
agrierte letztlich auch das freie Kunstobjekt, das 
 
nun losgelöst von Funktion zu denken ist und durr 
sondereSchwierigkeiten inderFertigung beeindri 
sollte. DieseNeigung,dieGrenzendesfechnischI 
chen zu erreichen, war nur durch die Einsetzun 
schiedenster Meister, die an einem Stück arbei 
durchzuführen. Dadurch kam es zur Arbeitsteilun 
zunächst natürlich schon den Entwerfer von der 
führenden Meistern trennen konnte. 
Dieser Arbeitsteilung steht die Forderung nach 
Kunsthandwerker-einem Begriff, der injenem} 
ter erst geprägt worden ist - entgegen, Entwui 
Ausführung sollte ein und derselbe vollbringen. 
Die Überladung mit ikonographischen lnhaltenz 
die für dieses Jahrhundert auch so typisch war, s 
aber an den Handwerker, so er nicht alte Vorlage 
nutzte. Anforderungen, denen er nicht gewachsen 
konnte. Hier war die Ausbildung in den nun zah 
entstehenden Zeichenschulen und Akademien ein 
zu unterschätzender Vorteil, dem in kleinen Meist 
trieben nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen 
Dennoch war die Arbeitsteilung nicht zu umgehet 
führte dann bisweilen auch zu einer Qualitätss" 
rung, da man sich nun der wenigen Spezialisten t 
nen konnte und die vielfältige Anwendung von get 
ten Techniken dies auch erforderlich machte. Br 
serienmäßigen Erzeugung, die dann infolge der gr 
Auflage weniger Arbeitsaufwand erforderte, is 
eher negativ zu sehen. Auch schon bei den ch 
schert Emailgefäßen von Barbedienne, bei denei 
Email nur mehr in die vorgegossenen Kammern z 
len war, was natürlich auch ein ungeübter Arbeiti 
werkstelligen konnte, fehlt das Gefühl der vper 
chen Handschriitir des Künstlers. hinzu kommt aut 
den Käufer das Wissen, daß dieser Gegenstand 
Unikat ist. 
Nach der Aufhebung der traditionellen Zunttord 
war es auch Personen außerhalb der strengen Me 
ordnungengestattet, Firmen zugründen. Die Anzai 
Meisterbetriebewarfrüherbegrenzt gewesen und 
eine Qualitatsauslese bewirkt. Nun entschied die t 
frage der Käufer über die Produktion. Das erstark 
Bürgertum, das sich nun vorn Gebrauch von Ste 
und Zinn abwandte und sich Porzellan leisten ko 
hatte jetzt auch die plattierten Silberwaren, die e. 
lich billiger hergestellt werden konnten, in groß 
Mengen erworben. Das führte auch zu Konkurrenz 
ken unter den einzelnen Firmen. Dem Fortschrit 
Technikwurdedurch ständige Neuerungen derVor 
gungsmaschinen Rechnung getragen. Durch die R
	        

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