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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 184 und 185)

 
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"l x", 
 
Jomud,kleinerTeppich,134x110cm, 
19. Jh., Sammlung Berlin. 
TurkmenischeTeppiche werden seit dem Anfang 
des 20. Jahrhunderts nicht mehr erzeugt. Alte Er- 
zeugnissefurkmenischerKnüpfkunstwurdenvon 
den Nomaden nur für den eigenen Gebrauch zur 
Ausstattung der Kibitka (Wohnzelt der Turkme- 
nen) erzeugt. Dieses Wohnzeltwarje nach Fteich- 
tum der Familie mit feinsten Teppichen ausge- 
stattet. Verschiedene Knüpferzeugnisse. die zur 
Ausstattung im Zelt dienten, bezeichnet man 
nach dem Gebrauchszweck als Kapunuk, Tsch0- 
wal, Alsmalik, Hatschlu, Torba, Okbash, etc. 
Die Wolle für alte turkmenische Teppiche wurde 
mit Naturfarben in warmen, gedämpften Rot- 
Braun-Tönen eingefärbt. Bei neueren Stücken 
werden bereits chemische Farben verwendet, 
Hier herrscht ein grelles Rot vor. 
Der von Adil Besim anläßlich der Wiener Antiqui- 
tätenmesse gezeigte Teppich zählt zu den ganz 
besonderen Stücken mit "außergewöhnlichem 
Ornamentikundgibtdeminteressierten Sammler 
dieOhance, ein bereits in der Literaturerwähntes 
Stück zu erwerben. 
Der vorliegende Teppich wird in dem Buch iiTurk- 
menische Teppichek von Werner Loges (Abb. 52) 
beschrieben: vSieben senkrecht nebeneinander- 
stehende Figuren, jeweils oben spitz zulaufend, 
erinnernim erstenAugenblickaneinen Reihenge- 
betsteppicnDiese Möglichkeit ist abermit ziemli- 
cher Sicherheit auszuschließen, zumal bisher 
kein vergleichbarer Teppich turkmenischer Her- 
kunft bekannt ist. Auch spricht das Format dage- 
gen. 
DerTeppichähneltentternteinem bei Fieed Nr. 17 
abgebildeten Stück, bei dem die senkrechten Fi- 
guren schmaler sind und nur noch als Streifen er- 
scheinen. Auch hier könnte es sich um einen Ge- 
bets- oder Begrabnisteppich, vielleicht sogar um 
einen Wiegen- oder Kinderteppich handeln. Die 
Frage muß jedoch unbeantwortet bleiben. 
Die Arbeit ist aufgrund der neun Farben mit Si- 
cherheit jomudisch. Die schmale weißgrundige 
Bordüre und die Farbzusammenstellung spre- 
chen ebenfallsfürdieZuordnung. Das Kolorit und 
die gestuften Feldornamente weisen auf nord- 
westpersischen Ursprung hin. Vermutlich han- 
deliessich um einWerkder DjafarbeLeinerGrup- 
pe der Jomud." 
Der Teppich befindet sich in einem erstklassigen 
Erhaltungszustand. Obere und untere Abschluß- 
kante, Fransen und Schirasl noch original erhal- 
ten. Teppiche dieser Art werden in Sammlerkrei- 
sen besonders gesucht. aceslprlkonrad 
Keramikfigur von Emilie Schleiss-Simandl 
Wien, um 1908 
H : 80 cm 
Inhaber Christa Zetter 
Lobkowitzplatz 1 
A-101OWien1 
Tel. (0222) 531416 
WIENER 
KUNST- UND ANTIQUITÄTEN MESSE 
1982 
13. 11.-21. 11. 1982 
Zeremoniensaal 
Stand 49 
Telefon 57 5571 -O 
ER
	        

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