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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

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Im Zuge dieser Ausstellung interessierter 
sonders Lackmäbel dieser Länder aus dem 
ten 17. Jahrhundert, weil sie zu den früh 
Chinoiserie-lnventarstücken zahlen, die in 
preußischen Schlössern nachweisbar sind. l 
Tat handelt es sich hierbei um ausgespro 
Chinaiserien, die vielfach nach Stichvorlage 
Jahn Stalker und Petrus Schenk sen. OUSQl 
wurden. Es lassen sich daneben auch rein 
päische Darstellungen ausmachen, die ma 
denkenlos mit Chinoisem vermischte. Eine 
Richtung brachte die Lackschule des G 
Dagly, den der Große Kurfürst 1686 nach 
lin holte. Dagly, der es zum „lntendan 
Ornaments" in Preußen brachte, wurde zu l 
der hervorragendsten Nachahmer ia panischr 
chinesischer Lackkunst, so daß er in den 
dacht geriet, selbst ein „lndianer" zu sein 
ben einer größeren Anzahl von Berliner 
möbeln aus der Zeit von 1700 bis 1720 
besonders die Dresdener Lackschule des h 
Schnell mit einigen hervorragenden Beisi 
vertreten, der in Berlin tätig war, bevor A 
der Starke ihn zum sächsischen Hoflac 
ernannte. 
Um den Versuch einer heimischen Konki 
gegenüber dem teuren ostasiatischen Por: 
geht es vielfach auch bei den europäi 
Fayencen, von denen neben Delfter und 
vorragenden Frankfurter Fayencen, die z. "l 
chinesischen Wan-li-Porzellanen trotz der 
terialverschiedenheit erstaunlich ähnlich s 
vor allem die brandenburgischen Fayence 
Manufakturen Wolbeer, Funcke und v. ( 
(Plaue an der Havel) gezeigt wurden. 
Eine ausgesprochen anti-chinoise Haltung 
Böttger ein, der mit seinem roten Steinzeug 
seinem ersten europäischen Porzellan den 
such unternahm, mit Hilfe von Goldschm 
und Glasschneidern eigenständige Forme 
kreieren, da nach seiner Auffassung die „i 
nischen Künstler plumpe Facons und Gemö 
machten. Dennoch findet sich auch bei c 
frühen Meißener Zeugnissen eine ganze 
von Nachahmungen ostasiatischer Porze 
die hier z. T. mit ihren Vorbildern konfrc 
wurden. Die große Welle der Ostasien- 
tionen Meißens begann erst in den zwar 
Jahren und endete bereits wenig mehr als 
Jahre später. Gegen 1738 kamen auch in 
ßen die „indianischen" Blumen wieder au 
Made. Den Vorzug hat Meißen bei dieser 
varragenden Nachahmungen den iapani 
Kakiemon- und lmari-Dekoren gegeben, 
rend die chinesischen Famille verte- und Fc 
rose-Muster weit seltener anzutreffen sind. 
allel zu dieser offensichtlichen Begeisterun 
anspruchsvolle Japan- und China-Dekore 
sich anderwärts auch das Gegenteil testst 
ln Amsterdam, Augsburg und bei lgnaz Pre 
in Böhmen wurden ostasiatische Porzellan 
ihren Originaldekoren durch zusätzliche l 
rationen zumeist willkürlich und ohne Sinr 
fremdet. Man ging sogar gelegentlich so 
die ostasiatischen Dekore abzuschleifen, u 
durch eigene Staffierungen zu ersetzen, ei 
weis, wie fremd und unverständlich den 
päern doch vielfach diese fernöstliche We 
wesen sein muß. 
Aus dieser Haltung, die sicher nicht HUl 
Unkenntnis, sondern auch aus einem gev 
Ressentiment gegenüber der ostasiatischen h 
welle resultiert, erwächst gleichzeitig aucl 
karikierende China-Bild, wie es beispiels 
bei den Augsburger Hausmalern mit ihre 
houettenhaften Goldchinesen vielfach in 
der bei Martin Engelbrecht in Augsburg er 
nenen Chinesenserien anzutreffen ist. Jr 
Gregor Hoeroldts karikierende „Chinesen
	        

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