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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

tgasse schuf zusammen mit den Decken- 
ern im Stiegenhaus der italienisierte Pari- 
Lodavica Dorigny, ein Schüler Le Bruns 
Marattas". Die einzige noch verbliebene 
e fiel Peter Strudel zu, der die Apothease 
'rinzen im Zeichen Apolls (Treppenhaus) und 
ules (Prunksöle) durch eine Gerechtigkeits- 
iorie ergänzt. lm Nebeneinander mit der van 
gnesischen Malern 16 und dem sensiblen 
sizismus Dorignys dominierten Ausstattung 
Palais wird neuerlich sowohl Strudels aus 
gleichen Quellen schöpfender Akademismus 
JVCh der bedeutende Anteil der veneziani- 
n Tradition [vom glühenden Farbklang 
urrot-Weiß-Tiefblau bis zum „Decoro" der 
elfiguren) deutlich, der sein Werk von denen 
anderen scheidet. 
Xleugestaltung der Reprösentationsräume der 
burger Residenz in den Jahren von 1709 bis 
im Auftrag von Erzbischof Franz Anton 
i Harrach, der vorher Bischof in Wien war, 
Hildebrandt Martino Altomonte und Johann 
ael Rottmayr als Maler der großteils in 
te Stuckdecken eingelassenen Deckenbilder 
der Geschichte Alexander des Großen her- 
. Der Anlaß für diese erste Beschäftigung 
montes bei einem Auftrag Hildebrandts 
ite in den engen Kontakten beider Künstler 
eter Strudel liegen, der eine Mittlerfunktion 
unmittelbaren Konfrontation mit dem frucht- 
n und robusten Salzburger Konkurrenten 
nayr vorgezogen haben mag. Trotz der 
en Erzühlfreude in bewegten, Strudel frem- 
Massenszenen ist die in den ersten Wiener 
en Altomontes zu beobachtende stilistische 
e beider Maler auch hier noch faßbar. 
erlich wird diese Nähe erklärt durch die für 
überlieferte „Gehilfen"tätigkeit Altomontes 
trudels Akademie 2B. 
kaiserlichen Aufträgen war das Nahverhölt- 
Peter Strudels zu Hildebrandt schon durch 
er Stellung als Hofkünstler bedingt. Dies 
besonders für den Marmoraltar in der kai- 
chen Gruft bei den Kapuzinern in Wien zu, 
en verwirrende Entstehungsgeschichte nach 
plötzlichen Tod Kaiser Josefs I. 1711 mit 
m Entwurf Hildebrandts in ein entscheidendes 
ium tritt". Peter Strudel bereicherte in einer 
ante Hildebrandts Figurenvarschlag, fügte 
' auch einen eigenen Entwurf bei (Abb. 17). 
ere Nachrichten über die Stellung beider 
(ünstler zueinander in bezug auf dieses 
ekt sind bisher nicht bekannt geworden. In 
ern Zusammenhang ist aber bemerkenswert, 
der Hildebrandts Riß zur Ausführung an 
r Strudel und den Steinmetz Pacassi weiter- 
nde Hofkammerprösident Gundacker Graf 
hemberg die beiden erstgenannten Künstler 
Bau und Ausstattung seiner Patronatskirche 
ottendorf betraute. Die eigentliche Ausfüh- 
t des Gruftaltars ließ sich durch Archiv- 
ien nicht klären. Bei der kunstgeschichtlichen 
ing dieser Frage wird der Anteil Strudels an 
Ausführung von Hildebrandts Grundproiekt 
anüber der von Pühringer angenommenen 
endung durch Mathias Steinl stärker betont 
den müssen 3'". 
h im letzten Lebensjahr Peter Strudels ent- 
en gleichzeitig Bilder zu drei Bauten Johann 
I5 Hildebrandts für den Hofadel, nämlich 
'ottendorf, das Palais Daun[-Kinsky) in Wien, 
das Schloß Schönborn bei Göllersdorf. Das 
haltarblatt der bereits erwähnten Pfarrkirche 
ottendorf (Abb. 20) wurde vielleicht schon im 
IUS bei Strudel bestellt, wenn man nicht Pla- 
g und Baubeginn des laut Bauinschrift von 
l bis 1717 errichteten Gotteshauses auf Grund 
es Hochaltarblattes vordotieren will. Auf 
hoch über dem Tabernakelaltar Hilde- 
f-ärm . 
brandts an der Apsiswand angebrachten ge- 
schweiften Bild sprengt der heilige Jakobus hoch 
zu Roß in der Art von Rubens und Van Dycks 
Reiterbildnissen über das Schlachtfeld. Er fleht 
zu der mit dem Christkind in Wolken erscheinen- 
den Madonna, die Marattas Formeln tradiert, 
um den Sieg über die Sarazenen". Die schwan- 
kende Haltung des Malers zwischen nach bei- 
behaltener erzöhlend-gefühlsbetonter Schilde- 
rung des Geschehens und der erst zaghaften de- 
korativen Auflösung der Formen unter Vernach- 
lössigung inhaltlicher Bezüge bezeichnet deutlich 
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