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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

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mayrs, Altomontes oder Carlones herangezogen. 
Die Konfrontation mit der ihm wesensfremden 
Monumentalmalerei blieb Peter Strudel somit 
erspart. Van seiner engen Beziehung zu dem 
großen Architekten geben die noch lange nach 
seinem Tod seinen Schülern an Bauvorhaben des 
Hofarchitekten gestellten, meist iedoch zweit- 
rangigen Aufgaben Zeugnis. Wie erwähnt, hat- 
ten Johann Josef Scheubel, Johannes Kalbheim 
und Johann Georg Schmidt bereits zu Lebzeiten 
Strudels durch Kopien, Ergänzungen oder in 
16 Peter Strudel, Allegorie des Sieges der Gerech- 
tigkeit über den schlechten Herrscher, um 1710 bis 
1712 entstanden. Deckenbild im ehem. Arbeits- 
zimmer des Prinzen Eugen (ietzt Finanzministe- 
rium, Wien 1) 
Peter Strudel, Gemalter „Pensiero" für den von 
Hildebrandt entworfenen Marmaraltar in der 
Kapuzinergruft in Wien, um 1712 (derzeit ver- 
schollen). Ausschnitt 
Peter Strudel, Glorie des hl. Karl Borromöus. 
Altarbild der Schloßkapelle von Schloß Sch 
selbständiger Form an der Ausstattung der bei- 
den Schönborn-Schlösser mitgewirkt. Schmidt 
malte nicht nur 1715 im Stile Strudels die 
Pendantifs der Kuppel der Wiener Peterskirche 
aus, sondern schuf auch mehrere Altarbldtter 
(Abb. 21) für von Hildebrandt entworfene Kir- 
chen und deren Altäre". Seinem vor allem auf 
die religiöse Historienmalerei gerichteten Talent 
gibt aber erst die Partnerschaft mit Mathias 
Steinl die Möglichkeit, Hauptaltarbilder bedeu- 
tender Kirchen auszuführen". 
born bei Göllersdorf, NÖ, heutiger Zustand 
19 Schloß Schönborn bei G" lersdorf, Altar der 
Schlaßkapelle, zeitgenöss. Stich (Wien, Stadt- 
bibliothek) 
20 Peter Strudel, Der hl. Jakob erfleht Mariens 
Hilfe gegen die Sorazenen. Hachaltarblatt der 
Pfarrkirche von Pottendort, NÖ, um 1714 
21 Johann Georg Schmidt, Kruzifix und 
1721 entstandene Bilder des von Hildebrandt 
entworfenen Altares der Schloßkapelle zu 
Aschach, OÖ 
rkungen 32-42 (Anm. 32-40 s. Text S. 34, 
1' Die heute nicht mehr erhaltene Stuckdecke ist a 
bei A. llg, Das Palais Kinsky auf der Freyung 
Wien 1894, Tf. XX. Andererseits sind die Bilder E 
In dem „lnventarium über das fiirstl. Kins 
Palais . . . nach dem Bestande des Jahres 1561 L 
Benützung des vom fürstlich Kinskyschen Arcl 
Herrn Friedrich Stache 1860. .. verfaßten lnventa 
(Wien, Palais Kinsky) nicht verzeichnet. Demnach 
Zugehörigkeit zum ursprünglichen Bestand des 
Daun-Kinsky ungeklärt. Angesichts der Eigenhüi 
der Bilder, ihrer innerhalb Strudels Werk sicher 
Entstehung und den beachtlichen Maßen (ca. 240 Z 
ter Durchmesser) bildet dieser Stadtpalast Hilde 
aber noch immer den glaubwürdigsten Bestimmi 
Ihre Wiederanbringurig nach Restaurierung dur 
Werkstätten des Bundesdenkmalamtes ist vorg 
i" lnventarium über die österreichischen Herrschafti 
Realitäten nach dem Tade des Reichsvizekanzlers 
riCh Karl 4+ 2a. Juli 1746 in Bamberg] 
Schönbarn cum appertinentiis . 
1749, Wien, Schönbarn-Archiv, F , 312. r g 
Entgegenkommen bin ich Frau Elisabeth Schönbi 
und Herrn Verwalter Ing. Kalt nk verp 
"t Vgl. dazu Quellen Schönborn zit. Anr 
Nr. 391, 392. Diese bestanden vermutlich aus ef 
gruppierten Kinderpastoralen in heroisch bewegte 
schaff in später Nachfolge Tizians mit einem t 
Dyck orientierten Puttenideal, hnlich den 
„Bacchanalen" Strudels in Pommersfelden und M 
35 Quellen Sthbnborn 1931 (z . Anm. 17), Nr. 397. 
"Sammelband Schanborn-Schlösser (zit. Anm. 19), 
(lhro Excell Schlaff-Zimmer), 41 (Das Ordinari 
Zimmer), 42 (Vorzimmer vor dem Saal) und 43 [ 
Saal : Abb. 62 bei Grimsdiitz 1959, lit. Ar 
1' Quellen Schönborn 1931 (zit. Anm. 17), Nr. 340. 
1' Grlmschitz 1959 (zit. Anm. 2), Abb. 94. 
"Sammelband Schönbarn-Schldsser (zit. Anm. 19), 
(„Das Sommer Zimmer bey denen Orangerien i 
Lustgarten zu Schönborn in fresco alla grattes 
malt"). Vgl. W. Kitlitschka, Der Gartenpuvill: 
Schlosses Obersiebenbrunn, in: Usterr. Zeitschi 
Kunst und Denkmalpflege, XXI, Wien 1967, S. 4 
H. Rosenmayr, Die Gratesken des Janas Drentv 
Belvedere, in Prinz Eugen und sein Belvedere, E 
heft der Mitteilungen der Osterr. Galerie, Wiel 
Abb. 55. 
'" U. a. W. Kurth, Die Raumkunst im Kupferstich t 
und 18. Jahrhunderts, Bauformen-Bibliothek, B 
Stuttgart a. J., Abb. 125, 130i"1. 
"Altarblätter in den Kapellen der Harrach-Schlös 
Bruck an der Leitha und Aschach an der Danai 
Seitenaltarbilder der Priesterseminarkirche in Lin. 
Hochaltar d Pfarrkirche in Aspersdarf 1730. 
" Hochaltdre n Wien-Heiligenstadt 1723, Breslau - 
herzige Bruder 1724, Zwettl 1726 und Klostern 
im. Vgl. L. Pühringer-Zwanowetz, Mathias Steinl, 
München 1966, S. 35, 40. 
.7 Unser Autor: 
Dr. Manfred Koller 
Oberrestaurator am Bundesdenkmalamt 
A-1030 Wien, Arsenal
	        

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