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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

ten in der Dienerstraße wieder im Jahre 
archivalisch genannt. Unter dem „Ober- 
asbürgermeister" von München Joseph An- 
idlen von Schönberg trug man sich damals 
tadtmagistrat mit der Absicht, alle städti- 
I Brunnen von Grund auf zu erneuern und 
sich die älteren, teilweise noch von dem 
auer Andreas Faistenberger stammenden 
sturen auf anderen Laufbrunnen wieder in- 
l setzen zu lassen. Diese urkundliche Nach- 
beweist, daß es in München eine länger zu- 
uverfolgende Tradition gab, Eichenholz- 
rturen als Brunnenbekrönungen zu ver- 
len. Mit den zu den Brunnen erforderlichen 
ligen technischen Einrichtungen wurde An- 
)enck, der damalige „Stadtprunrneister", be- 
Zu diesen umfassenden Erneuerungsarbei- 
auf die hier nicht näher eingegangen wer- 
kann, zog die Stadtkammer auch die Faß- 
r, die Schlosser, die Schreiner und die 
rnerschmiede heran. Insgesamt gab Mün- 
dafür den überaus ansehnlichen Betrag von 
Gulden, drei Schillingen und viereinhalb 
ringen aus. So erhielt der Bildhauer Johann 
if für die aus Eichenholz angefertigte 
ua . .. den Hercules genannt" für den Brun- 
ll'1 der „Kauffingergassen" nahe dem Schö- 
Turm im Jahre 1751 150 fl. ausbezahlt, 
end der Stadtmaler Anton Zächenberger 
:las Fassen 30 fl. erhielt'. Wie noch zu 
1 ist, waren die eben genannten Summen 
ieitswerte", denn sie tauchen urkundlich 
bei anderen Brunnenskulpturen bzw. bei 
1 Fassungen auf, die im gleichen Jahre 
Münchener Stadtmagistrat in Auftrag ge- 
n werden waren. 
zrhaltenen Urkunden (München, Stadtarchiv) 
:hen im übrigen eine ganz eindeutige 
che: im Mittelpunkt der städtischen Brun- 
uftröge [ener Zeit stand unstreitig der 
:hener Hofbildhauer Johann Baptist Straub. 
llerfertiger von Brunnenskulpturen muß er 
dies schon vorher einen besonderen Ruf ge- 
hoben. Sein erster Auftrag, den er nach 
ir Rückkehr von Wien in München als selb- 
liger Meister erhielt, war kennzeichnender- 
2 eine nicht erhaltene Brunnenplastik. Mit 
er Wahrscheinlichkeit handelte es sich dabei 
ein Werk, das wie die später zu erwähnen- 
Skulpturen gleichfalls aus Eichenholz ge- 
tzt war. Nach der „Kurzgetaßten Nach- 
' (1772) von J. K. v. Lippert war dies eine 
ren Schuh" hohe Venus „samt dreyen Ge- 
', die Straub für den Springbrunnen im 
fkönigsfeldischen" Haus (ehemals Holstein - 
e Erzbischöfliches Palais) in München im 
2 1736 schuf. Da in diesem von Francois 
lies d. A. erbauten Palais der natürliche 
des Kurfürsten Karl Vll. Albrecht - Franz 
rig Graf Holstein aus Bayern (1723-1780) - 
ite, wurde auf Grund dieser Arbeit Straub 
. Juni 1737 zum kurbayerischen Hafbildhauer 
nnts. Fünfzehn Jahre später, d. h. am 
uni 1751, berichtet dann die „Specification" 
Kämmerei 31248, München, Stadtarchiv)f 
der dominierenden Rolle, die Straub in die- 
eit als Brunnenplastiker in München spielte. 
Akt berichtet: „Van einigen Vncassten, so 
die neu errichte Prünen an der Dieners, 
Purggassen auch an der Weinstraße, item 
Ründermarckht (zu erg.: vom Jupiterbrun- 
der für 250 fl. „mit den vier Elementen in 
en vorgestellt war") und an der Sendlinger- 
an". Vom Magistrat wurden damals an J. B. 
1b „Chfstl. Hof-Bilthauer" folgende Zahlun- 
geleistet (unter Nr. 1): 12 fl. zu „Verfertti- 
der Statuen zu den Clötfern (: Röhrküsten) 
,Ründermarckht" bzw. an der „5endlinger- 
an", ferner 150 fl. für die Gruppe „St.- 
1 Johann Baptist Straub, Apollo. Eichenholz, et 
vergoldet, H 183 cm. Wien, Privatbesitz 
2 Johann Baptist Straub, Apollo (Abb. 1) 
3 Johann Baptist Straub, Apollo (Abb. 1), Kopf 
Anmerkungen 1-6 
'P. v. Stellen, Gewerbe- und Handwerksgeschidite 
Reichsstadt Augsburg, Augsburg 1779, s. 44a. 
'Zit. nach der Neuausgabe (Hrsg. v. L. Hallw 
München 1970. 
"Th-B. XXVI, s. 1301m (J. J. Marper) -. N. I 
Münchener Barockhaumeister, München 1941, Anmerl 
707, S. 237. 
'K. Steinhart, Johann Georg Greift 1653-1753, B 
1935, S. M5 mit Anmerkungen 55l56, S. 26l27. 
fTh-B. XXXll, S. 1631164. 
'Es ist mir ein aufrrchti es Anliegen, an dieser S 
wiederum Archivdirektar Er. Max Schattenhofer, Münr 
Stadtarchiv, für alle Hilfsbereitschaft mit: herzlichst: 
danken. Ihm verdanke ich die frdl. gewährte Einsid 
die Ardtivalien, ohne dtB der vorliegende Aufsatz 
Stückwerk geblieben wäre.
	        

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