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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

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üge, die vOr allen Dingen durch neuartige Gestal- 
gsmittel bestimmt wurden. Die Brücke hat in Ostasien 
an hahen Bedeutungsgrad, sie gilt als die Verbindung 
Land lU Land, aber dddi ini übertragenen, geistigen 
n ist es die Verbindung zu allen Lebens- und Aktions- 
eizhen. Die Brücke war in den Rollbildern der Chinesen 
ichsam die Klammer aller Bezüge in der sog. „Wan- 
landschalt", die durch den Blick gleichsam „begehbar_" 
de. Wiederum wurde die Brücke im 19. Jahrhundert in 
dn bevorzugt dargestellt, denn HOkLISUi hat in seiner 
ge der wunderbaren Ansiditen berühmter Brücken in 
i Provinzen (Shökoku meikyo Kiran) gerade dieses 
ma hervorgehoben. Die Japaner sind die besten Zim- 
"leute Ostasiens, sie haben Brücken gleichsam als 
islwerke erridiret. Das von Plasten getragene Balken- 
'k oder die sduwebende Hängebrücke wurde zur ge- 
ischten Ansicht in Farbhalzsdmitten erhaben (Äbb. i, 
16, 19, 21). Welches sind iedodi die neuen Merkmale 
Brückendarstellung in Europa? Durch die Anregung der 
ostasiatischen Kunst sind es nun die arnamentalisierte Form 
der Traggerippe, die Verspannung und Sattelhölzer, diidi 
der Rapport der Widerlager und seine Versteilungen 
interessieren die Maler. Funktionen des Holzbaues wurden 
gleichsam zu einem Brückenornament gesteigert, die euro- 
päischen Graphiker haben sich vor allen Dingen mit die- 
sen Prablemen auseinandergesetzt. Es lassen sich sehr 
gute Beispiele dafür zeigen, die den allmählichen Eintluß 
dieser Großbrückenkonstruktianen im Landschaltsraum be- 
stätigen (Abb. 11, 15, 17, 20, 22). 
Nodi wichtiger ist iedodi die neue Einblicksöffnung. die 
einmal durch den Bildaussdmitt gegeben wird, andererseits 
aber in unmittelbarer Form in der Durdisicht durch die 
Strompfeiler gewährleistet wird. Die Einblicksöllnung des 
radikalen Naturausschnittes wird also wie ein Echo inner- 
halb des Bildes wiederholt und kann soga mehrfach in die 
Bildtiete transpartiert werden (Abb. 12). Die gestulte Sicht, 
die eine spezifische und neue Blickvermittlung durch Einbe- 
ziehung van Brückenarchitekturen in der Landschaft betont. 
Die chinesischen Malanleitungen hatten nämlich mit Recht 
empfohlen: „Die ari-idre soll dort, WO das Land unterbro- 
dien ist, weitertühren, dadurch kann rridn die Menschen 
daraufhinlenken, in die landschaftliche Schönheit einzu- 
dringen." 
Ein weiteres Thema sind die Torii, große, im flachen Meer 
stehende Halzportale; Iahlreldte Ansichten sind im iapani- 
schen Holzschnitt diesem Kultobiekt gewidmet, eriinrrir nur 
das rechte oder linke Trägerwerk. JamesWhistler dürfte nridi 
diesen Kompositionen sein Bild „Ndeiiirne oid Ballersea 
Bridge" entworfen haben; die radikale Überschneidung 
spricht deriir iind zeigt inidr die individuelle Einblick:- 
dnnnne, die die idndrriedien Maler ir-ir sidi entwickelt hatten 
(Abb. w. m. 
Die Diagonale als extremer Sichlverlauf im 
iapanischen Holzschnitt und in der europäischen 
Malerei und Graphik des 19. Jahrhunderts 
(Abb. 23, 24) - (S. 53)
	        

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