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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

„Qfßüm  
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e. 
   
Hiroshige, Felsen im Meer - BO-RO-WA 
Paul Guuguin, Felsen im Meer 
Hiroshige, Felseneilcnd mil PilgernfTri rydnon 
Claude Monel, Felsen im Meer [Belle- Ie-en-Mer) 
Hiroshige, Felseneilnndl„60 Provinzen" 
Henri Riviera, Felsen am Meer 
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Einflüsse der iapanischen Geisterdarstellun en auf 
den BUFOPÖISChEH Symbalismus um 1900 (Ab 10-44) 
Der japanische Geisterkult, der das tägliche Leben be- 
herrschte, der Mittelpunkt des Volkstheaters Kabuki war 
und im No-Spiel seinen geistigen Höhepunkt fand, wurde 
durch den Holzschnitt und insbesondere durch die zahl- 
reichen Manga-Bönde Hakusais in Europa bekannt. Der Mut 
1ur Deformation, der bei Hokusai durchaus ins Groteske 
führen konnte, zeigt das Kultische mit dem Bizarren, 
Valkstümlidien als eine Einheit, und viel Weltansdiaulidies, 
Tiefgründiges, Existentielles erregte die Europäer, vor allem 
Odilon Reden, der in den Werken Hokusais die Bestätigung 
seiner künstlerischen Absichten gefunden haben dürfte. 
Odilon Redan, dessen Frau Camille Falte eine Kreolin 
war, die Beziehungen zur ostasiatischen Kunst haiie, be- 
kannte sidi in verschiedenen Äußerun en xum Wesen 
buddhistisdi-asiatischer Kunst. Das Chara teristisüte seiner 
Aunassung liegt in dem traumhaften Element, deni wir vor 
allen Dingen in den Geisterdarstellungen bei Hokusai in 
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ähnlicher Form begegnen. Der Japaner zeigt Monstren und 
mythologische Wesen, Drachen und Geister, die durch den 
Luftraum kreisen. Ebensa stellt Odilan Reden den sub- 
marinen Bereich dar, iedodi ist der Unterton sdiwerrnütig, 
und bei Hakusai sind die Themen oftmals drastisch burles . 
Die Saniuraikämpfer und Gaukler leigen sich in un er 
wöhnlidier Haltung. Ein Riesengeist blickt über das e- 
lände, einäugig beugt er sich über die menschliche Ge- 
stalt, so vermittelt Hakuscii einen Verstorbenen in seinem 
Blatt Kasane, das Odilon Reden umzusetzen weiß in seine 
Zyklapengerviälde (Abb. 43). Hier sind die Beziehungen 
greifbar, und ein anderer Künstler, nämlich Alfred Kubin, 
nimmt ebenfalls Kontakt auf zur ostasicitisdien Kunst, in- 
dem er van Utagawa Kuniyashi mit seinem Blatt „Das 
Seegespenst (Abb. 40) angeregt wird, seine Komposition 
„Das Grausen" xu entwerfen (Abb. 41). In beiden Fassun- 
gen tanzt das Schiff zwischen den wagen, aus denen der 
Riesenkopf emportaudit. Die Naturobiekte sind austausch- 
bar geworden bei Hokusai sowohl als auch bei Kubin. Die 
Realität einer nicht geheuren Umgebung des Zwir 
und Zweideutigen, der fabelhaften Aus eburten, li 
in das Gegenteil verkehren, in eine ma abre Verfi 
der Mensch wird zum Tier, das Tier zum Mens: 
Grenzen des Animalisdien und Vegetabilen wer 
wisdit. 
Die Welle als Bild- und Ornamentform in dt 
nischen Kunst und ihr Einfluß auf Europa im 
beginnenden 10. Jahrhundert (Abb. 45-57] - (1 
Ein beliebtes Thema Ostasiens und insbesondere 
panischen Kunst war die Welle, deren Ondulatian 
Vielfältigkeit zu einer drastischen und einprägsar 
lät geführt wurde, Die Japaner entwickeln da! 
den differenziertesten Sinn für den rbythmisdiel 
der Wellenbewegung mit ihrer entgegenv 
Sdiwerkraft, mit dem Herabsinken und Änstei 
Wellenkammes. Die chinesischen Malanleitungen, 
stark die iapanisctie Kunst beeinflußten, umreißen
	        

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