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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

 
um wmmmsu ß- 
wmagmn-ommzmm 
 
Hokusci, Große Woge 
Henri Jussol, Der Ruderer 
Ernes! Chuplel, Vas: mit Wellendekor 
Hiroshige, Wo e von SaNu-Surugu 
Yglellen 
Arnold Kro , 
Hokkei, Me uri-Fesl 
Georges Lucombe, Anrollende Woge 
Franz M. Melchers, 
Siürmische See 
China, Große Silberwo e 
Qguvu Karin, Wogen ( ussrhniH) 
Vlncenl van Gag 
h, Das Meer bei Saimes-Maries 
Erich Heckel, Sprilxende Wellen 
Eridn Henkel, Die Woge 
 
ich möchte Zeichnungen in der Art der Japandrucke 
machen."' 
Die hier gemeinten Zeichnungen (Abb. 59), die insbesondere 
in der Zeit van Februar bis Mai lBBB in Arles entstehen, 
unterliegen der schon erwähnten eigenwilligen Punkt-und- 
Stridi-Tectlnik, die Vincent im iapanisdien Holzschnitt stu- 
diert hatte. Auch in der Zeit von Saint Remy von Mai 1559 
bis Mai 1890 und in Auvers-surrOise Mai bis Juli 139D sind 
diese Merkmale in vielfältiger Variation nadiweisbar. 
Grundsätzlich muB gesagt werden, daß van Gogh keine 
Kopien und keine kopierenda Technik entwickelt, sondern 
das Punkt-und-Stridi-System, verrnutlidl insbesondere Ha- 
kusais, 9m ihm Gls Belehrung und G15 entwicklungsfdhige 
Arllbllrrrlg. Er erwirbt man wie Toulcuse-Laulrec idpürliSdtß 
Pinsel und Tusdle, sandern van Gogh wühlt die Rohrfeder 
und nutzt die braune Bistertusdle und Sepia wegen ihrer 
größeren Aussdllemmung. Dieser Umstand erscheint wichtig, 
denn über die tyiisdie kalligraphische Struktur des Duktus 
beginnt van Gag im Sinne der Vorbilder Tusdllasuren zu 
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legen, die in ihren Tanstufen dem Duktus angepaßt werden. 
Der kantige Federkiel hat überdies den Vorzug, den Dreh- 
bewegungen der iapanischen Hand näherzukommen. Denn 
die chinesische Malanleitung sagt: 
„Zeidlnet man also den Stamm eines Baumes, sa rnuß man 
den Pinsel bei iedem Strich drehen. Auf keinen Fall darf 
man einfach drautlosmalen, was in diesem Fall soviel 
heißt, wie gerade Striche ziehen" (Abb. 581.1 
Wir sehen sehr bald im Spatwerk van Gaghs, wie eine 
Punktierungstedinik einsetzt, die mit den Zielen der Pointil- 
listen nichts gemein hat, denn er bevorzugt Binnenflädlan, 
gfl deren bestimmte Umgrenzungen die Punktierung gebun- 
en ist. 
Wir erkennen, wie Vinzent diese künstlerischen Mittel eksta- 
tisch einsetzt und wie er diese vararltreibt. 
in der Zeidlnung „La Crau, esehen van MontrMa our" 
(Feder, Tusche und schwarze Ereide) (Abb. a1) wir das 
Punkt-und-Strich-System sorgfältig abgewogen SO wie wir 
es in der fernöstlichen Malerei und bei Vdtt dbbirs Varbild 
Hokusai (Abb. 5G, 60) entdecken können. Mit Hilfe der kanti- 
gen Rahrfeder entwickelt sich im gesthwinden Aunrbg iener 
fernöstliche Stil des „trockenen Pinsels" im Schaffen van 
Goghs, der dem individuellen Pinselduktus Japans in seiner 
horhgestimmten nervösen Anschaulichkeit verwandt ist. 
'Fritz Erpel, Vincent van Gogh, Sämtliche Briefe, Zürich 
1965, Bd, 4, S. 94-95 
' Roger Goepper, Im Schatten des 
München 1957 
Das ostasiatische Muster-Grund-Prinzip als Ansatz 
erster Abstraktionsversuche in der westlichen Malerei 
im ausgehenden 19.Jahrhundert (Abb. 62-71) - (S. 58) 
Über viele Stationen führt die Auseinandersetzung mit der 
iapanischen Kunst zu einer immer differenzierteren Auf- 
merksamkeit, sa daß die Gestaltungsmedien Ostasiens den 
europäischen Künstlern vertrauter werden. Ein wesentlicher 
Beitrag ist die Übernahme der Musterungsprinzipien Japans. 
Das Muster-Grund-System erhält nun auch bei den avant- 
Wu-"Fung-Baumes,
	        

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