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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

Kreative Prozesse wurden entweder durch 
inlagen nachgebildet oder van diesen weit- 
d bestimmt. Kreativität wurde hier unter 
rationalistischen, durchgehend in operati- 
:hritten quantifizierbaren Aspekt vollzogen. 
der Arbeit der Gruppe „ars intermedia" 
asehen, hatte Otto Beckmann solche auta- 
erte Kunstprozesse in „Alte und moderne 
', Heft 93 aus dem Jahr 1967 und Heft 
'69, beschrieben.) Und noch in einem ent- 
enden Maße von einem anderen Stand- 
aus begann nach 1950 das Erfassen und 
chen des Phänomens „Kreativität": näm- 
om Standpunkt der exakten Wissenschaf- 
ler naturwissenschaftlich orientierten Psy- 
gie, der Kybernetik und hier besonders der 
irnetischen Anthropologie". 
ehend von der von Karl Steinbuch in seinem 
,Automat und Mensch - Auf dem Wege zu 
kybernetischen Anthropologie" als grund- 
d dargestellten These: „Was wir an gei- 
Funktionen beobachten, ist Aufnahme, 
beitung, Speicherung und Abgabe von In- 
tionen. Auf keinen Fall scheint es erwie- 
chologische Untersuchungen zu dem Thema zu 
fördern und zu finanzieren" (R. Lautsch, Studie 
zur Kreativität, Diss., Universität Wien, 1971). 
Schon bald nach dem intensivierten Forschungs- 
beginn gab es eine umfangreiche Literatur und 
zahlreiche Kreativitötstheorien. Rudolf Lautsch 
hat in seiner zitierten psychologischen Disser- 
tation „Studie zur Kreativität" einen umfassen- 
den und aktuellen Überblick über den Stand 
der Kreativitätsforschung gegeben. Seine zu- 
sammenfassende Definition der Kreativität wird 
hier als Grundlage für die weiteren Ausführun- 
gen zu dem Problem der maschinellen Nachbil- 
dung kreativer Prozesse zitiert: „Kreativität ist 
das geistige Potential, basierend auf bestimm- 
ten intellektuellen Fähigkeiten und Persönlich- 
keitsvariablen, einer Person - wobei das krea- 
tive Potential, wenn auch in höchst unterschied- 
lichem Ausprägungsgrad, ieder Person gegeben 
ist -, das es erlaubt, Denkergebnisse beliebiger 
Art hervorzubringen, die im wesentlichen neu 
sind. Kreativität kann die Bildung neuer Systeme 
und Kombinationen aus bekannter, vorher un- 
bezogener Information implizieren sowie die 
Automat 
(Digitaler, programm- 
gesteuerter) 
Sdialtclernent 
Ar: 
Anzahl 
Größe 
Einige 10' 
Dioden, Transistoren, 
Femtkerne usw. 
10" . . . 10" cm" 
Mensch 
(Zentral-Nervensystem, 
ZNS) 
Neuronen 
etwa 1,540" 
10'" . . . ID's cma 
Speicher 
Vorgang 
10'...10ibit 
101...10"s 
Kapazität 
Zugriffszeit 
Meist Hysteresis ferro- 
magnetisd-ier Stoffe 
Vermutlidi meist 
Veränderung in Synapsen 
(z) 10' . . . 10" bit 
104 . . . 10" S 
Ein- und Ausgabe 
Art 
Kapazität 
Fernsdmreibgeräte, 
Lochkartengeräte usw. 
10' . . . 10' bitls 
 
etwa. 105 Rezeptoren 
Muskeln, Drüsen 
unbewußt: ca. 10' bitls 
bewußt: max. 10' bitls 
 
 
 
  
 
in im} tive 
Übergeordnete 
Ideen weit 
Komposiltions- 
Gbßnt 
Sehaflens - 
fethi-tik 
manuelle 
Ausfgimmg 
Hund 
 
  
  
 
 
 
Äuslese, 
Koh hat): 
V Werk 
Szßvdrfensmoriell 
der auch nur wahrscheinlich zu sein, daß 
klärung geistiger Funktionen Voraussetzun- 
yemacht werden müssen, welche über die 
c hinausgehen", soII hier die Frage nach 
töglichkeit - und dann vor allen Dingen 
nach dem gesellschaftlichen Sinn - der 
zhinellen l: artitiziellen) Kreativität" auf- 
ifen werden. Die Auseinandersetzung mit 
' - auch die Möglichkeiten der Computer- 
entscheidend mitbestimmenden - Frage 
eine kurze Auseinandersetzung mit dem 
amen Kreativität voraus. In der klassischen, 
wissenschaftlich orientierten Psychologie 
zwar die Intelligenz, kaum aber zunächst 
reativität im Blickpunkt der Forschung. Vor 
nicht 20 Jahren konnte sich dann vor allen 
In in der amerikanischen psychologischen 
iung das Phänomen Kreativität aus einer 
geordneten Betrachtungsweise lösen. Aus- 
id von den Arbeiten von J. P. Guilford, ent- 
Ite sich im englischsprachigen Raum eine 
ive Kreativitätsfnrsrhunn Ilnrl in PinPr fiir 
Übertragung bekannter Beziehungen auf neue 
Situationen und die Bildung neuer Zusammen- 
hänge. Kreativität ist ein Prozeß, der in einem 
neuen Produkt - das künstlerisch, literarisch und 
wissenschaftlich Form annehmen oder durch 
führungstechnischer oder methodologischer Art 
sein kann - endet, das von einer Gruppe zu 
irgendeinem Zeitpunkt als nützlich, dauerhaft 
und befriedigend angesehen wird." Vor allen 
Dingen betont Lautsch auch, daß sich in der 
neueren Entwicklung die Kreativität aus der 
Dominanz der Intelligenz gelöst hat: „Logisches 
Denken wird bei diesen Ansätzen nicht mehr so 
stark bewertet, die Bedeutung des originellen, 
selbständigen und von der Norm abweichenden 
Denkens wird besonders hervorgehoben." 
„Maschinelle Intelligenz" - 
"Artilizielle Kreativität" 
In der Kreativitätsforschung unterscheidet man 
zwischen der Analyse 
1 rlnr Irruntivnn Pr-renn 
3 
2 Vergleich einiger Kenngrößen von Automat 
und Mensch (aus K. Steinbuch, Automat und 
Mensch) 
3 Schaffensmodell. Für die Erstellung des Konzepts 
für den Kunstcomputer a. i. 70 wurde als 
Arbeitshypothese die Modellvorstellung der 
mehrschichten Struktur des Schaftensprozesses 
angenommen, die, angefangen von den Wurv 
zeln in der übergeordneten Ideenwelt und im 
Unterbewußtsein des Künstlers, über die bereits 
besser durchschaubare Kampositionsebene und 
Schaftenstechnik zur manuellen Ausführung des 
Kunstwerks führt (siehe Schema). Wichtiger Be- 
standteil dieser Arbeitshypothese sind dabei die 
Modellvorstellung der Rückkopplung, die wäh- 
rend des Schattensprozesses eine Kontrolle, 
Auslese und neue Impulse schafft, und die 
Modellvorstellung der „intuitiven Impulse", die 
direkt in den Schaftensprazeß eingreifen
	        

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