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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 178 und 179)

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4 Christian Seybold, Selbstbildnis. München, Privatbe- 
sitz 
tist im Auftrag des kaiserlichen Hofes zu der 1749 
erstmals erwähnten Ernennung zum nTiiular-Gam- 
mer-Maieru geführt haben. Die gleichen Voraus- 
setzungen werden ihm den bereits auf dem Uffi- 
zieribildnis von 1747 (Abb. 2) geführten Titel eines 
sächsischen Hofmalers wie auch den anderweitig 
bezeugten Rang eines lothringischen Hofmalers 
eingetragen haben. 
Die ihm dadurch erwiesene Anerkennung scheint 
Seybold - wie bereits angedeutet - nicht zuletzt 
aufgrund seiner ebenso selbstbewußt wie pedan- 
tisch getreu vorgetragenen Selbstbildnisse beför- 
dert zu haben. Dafür spricht jedenfalls, daß diese 
in der Mehrzahl offenbar schon zu seinen Lebzei- 
ten als geschätzte Sammelobjekte in mehrere der 
namhaftesten europäischen Museen gelangten. 
Neben den oben erwähnten Beispielen sei hier 
nur noch an die weiteren Exemplare im Louvre so- 
wie in der Dresdener Galerie erinnert, wobei letz- 
teres bereits im dortigen lnventar von 1754 er- 
scheintä. 
Einen Nachklang dieses vergleichsweise hohen 
Maßes an Wertschätzung vernimmt man noch bei 
Friedrich Nicolai, als dieser anläßlich seiner 
Durchreise in Wien im Jahre 1781 Seybold zu den 
trruhmvollenu Künstlern der Wiener Akademie 
zählt, während sich Leopold Graf Stolberg gut 
zehn Jahre später schon damit begnügt, auf die 
t-Virtuosenlauneu des Malers hinzuweisenß. Unein- 
geschränkte Kritik im Sinne unseres eingangs zi- 
tierten Wiener Gewährsmannes meldet sich dann 
erstmals in Naglers Künstler-Lexikon zu Wort, 
wenn es dort u.a. heißt: "Er malte die Runzeln an 
dem Haupte, die einzelnen Barthaare, die Augäp- 
fel durch's Vergrösserungsglas, so dass in seinen 
Werken ein gewisser Mechanismus ohne Geist 
sich kund gibLW Tatsächlich hat die Kunst Sey- 
bolds seitdem an allgemeinem Interesse merklich 
eingebüßt, so daß seine Bilder in den öffentlichen 
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