MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 178 und 179)

iister MZ, Festsaal. Kupferstich, deutsch, dat. 1500. 
IIAK, K.l. 6190 
raham Bosse, i-VISVS LA VEVEa, Allegorie des Ge- 
ihtssinnes, des Blickes. Kupferstich, um 1640. 
NAK, K.l. 2561 
"iier notierten Gedanken entstanden während 
Vorarbeiten zu einer Ausstellung für Kinder, 
Ende 1981 im Österreichischen Museum für 
zwandte Kunst in Wien stattfinden soll. iiKlei- 
nachen Leute-i ist ein vielschichtiges Thema, 
die unterschiedlichsten Aspekte des Lebens 
hrt und damit für Kinder von spezifischem In- 
sse sein kann. Die Ausstellung soll nämlich 
t Kostüme im Wandel der Zeit und ihre modi- 
H1 Veränderungen zeigen; sie dokumentiert 
iehr die allgemeinen kulturhistorischen Hin- 
'ünde der Bekleidung der Menschen in für Kin- 
rezipierbarer Form. "Warum bekleiden wir 
m, "Woher kommt Kleidung?" oder "Warum 
es unterschiedliche Kleidungihr sind z.B. Fra- 
die die Ausstellung behandelt, "Kleidung als 
itz, als Schmuck sowie als Standessymbolu 
Themen. Historische Objekte aus dem Mu- 
n werden mit der aktuellen Umgebung und mit 
ldeenwelt der Kinder konfrontiert. Das Kind 
I so seine eigenen Kleidungsstücke mit denen 
irer Zeiten, anderer Völker oder anderer Inter- 
ngruppen vergleichen. Da eine Ausstellung 
.inder nur sehr konkrete Beispiele zeigen kann 
chzeitspaar. Fotografie, Atelier Triebel, Wien, Ende 
Jahrhundert. OMAK, K.l. 0. Nr. 
ser Franz Josef, Kaiserin Elisabeth und die neuge- 
ene Erzherzogin Sophie. Biskuitgruppe auf glasier- 
1 Sockel. Wiener Porzellan, um 1855. OMAK, Ke 
[7 
ar in Wanderkleidung. Fotografie, Atelier Victor An- 
er, "Wien und lschl, handschriftlich datiert 12. 8. 
i6. OMAK, K.l. 10348 
ifano delta Bella: Neger in orientalischer Tracht zu 
rd. Radierung aus einer Folge von 1; "Cavaliers ne- 
s, polonais et hongroisu, um 1551. OMAK, K.l. 3594 
ncesco Villamena: Schweizergardist. Kupferstich, 
n, dat. 1613. OMAK, K.l.1681 
srkung 1 
ellar: Die Leute von Seldwyla. an. ll, Stuttgart-Berlin 1912, 
f. 
 
und an einen Katalog nicht gedacht ist, bieten die- 
se Zeilen Gelegenheit, den gedanklichen Hinter- 
grund vorher einmal zusammenfassend zu formu- 
lieren. 
Gottfried Kellers Erzählung iiKleider machen Leu- 
teu aus dem Novellenzyklus "Die Leute von Seid- 
wylatr, 1874 erschienen, gibt mit der Geschichte 
des Schneidergesellen Wenzel Strapinsky ein an- 
schauliches Beispiel für die iiPraxis-i des Sprich- 
wortes: Straplnsky ist in seinem schwarzen Sonn- 
tagsgewand, das er täglich trägt, weil er nur die- 
ses besitzt, und seinem weiten grauen, mit 
schwarzem Samt gefütterten Radmantel eine für 
seinen niederen sozialen Stand uncharakteristi- 
sche Erscheinung. Aber "solcher Habitus war ihm 
zum Bedürfnis geworden, ohne daß er etwas 
Schlimmes oder Betrügerisches im Schilde führte; 
vielmehr war er zufrieden, wenn man ihn gewäh- 
ren und im stillen seine Arbeit verrichten ließ; aber 
lieber wäre er verhungert, als daß er sich von sei- 
nem Fladmantel und von seiner polnischen Pelz- 
mütze getrennt hatte, die er ebenfalls mit großem 
Anstand zu tragen wußterm Der Schneidergeselle 
wird auf Grund seiner vornehmen Erscheinung für 
6 
 
um H!!! Ja um] w I um 
einen polnischen Grafen gehalten und spielt diese 
Ftolle - anfangs unbewußt, später mit Berech- 
nung - ausgezeichnet. Nach der Aufdeckung sei- 
ner wahren Identität kann er dann auch eigentlich 
nicht bestraft werden, denn seine Umwelt hat ihn 
ia selbst zum Hoherstehenden gemacht, außer- 
dem stellt sich heraus, daß er ein tüchtiger 
Mensch ist, der die bevorzugte Behandlung posi- 
tiv ausnutzen kann. Die Erzählung macht deutlich, 
daß das Sprichwort auf die wechselseitige Wir- 
kung von Kleidung zielt: Der Mensch will mit sel- 
nen Kleidern nicht nur sich selbst, seine Überzeu- 
gung, seinen Stand zeigen, er wird auch von sei- 
ner Umwelt auf Grund der Kleidung beurteilt. 
Wohl das bekannteste Beispiel der ambivalenten 
Rolle von Bekleidung in der Literatur, hier im Mär- 
chen, ist Hans Christian Andersens "Des Kaisers 
neue Kleider-i: Zwei Scharlatane behaupten, dem 
Kaiser ein ganz besonderes Gewand anfertigen zu 
können, das jedoch nur jene Untertanen sehen, 
die dem Herrscher treu ergeben sind. Da die bei- 
den dies nur vorgeben, den Kaiser also mit einem 
"unsichtbaren Anzugu versehen, läuft er nackt 
herum. Das Volk wagt nicht, die Wahrheit zu sa- 
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