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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 178 und 179)

9 Otto Eckmann, Textumrahmung zum Gedicht nHelm- 
wehu von Hans Bruckner, in Jahrgang I, 1895196 
und (all, 
frei wie" Du; 
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Brief Bodenhausens etwa stand zu lesen: "Sol- 
ches Zeug wle Scheerbart, Croissant muß man mit 
Feuer und Schwert vertilgen  in den Dehmei- 
schen Gedichten stehen ja haarsträubende Scheuß- 
Iichkeiten, Geschmacklosigkeiten, TaktIosigkei- 
ten. Überhaupt der Takt in der modernen Literatur! 
Und dann wieder dieses infame Streiten an die 
Gotteslästerung; das empört mich geradezu, ob- 
wohl ich doch gewiß nicht fromm und Frömmling 
und gläubig bin. Und dann berufen sich diese 
Zwerge immer auf den Riesen Nietzsche; Nietz- 
sche mlt seinem heiligen Ernst, der jedes von ihm 
gesprochene Wort adelte und dieser Meister des 
feinen Taktes, des vornehmen GeschmacksJ-ß 
Obwohl man beim PAN vor Parteilichkeit warnte 
(etwa Lichtwark), steht außer Zweifel, daß sich die 
Redaktion nachdrücklich um Beiträge schon be- 
kannter Künstler bemühte. Unfähigkeit und Hilflo- 
sigkeit kamen noch hinzu: wich gebe mir redlich 
Mühe zu begreifen und Standpunkt zu finden, aber 
es wird mir sehr schweru, klagte Lichtwark in ei- 
nem Brief an Bierbaum." wich muß vorsichtig 
sein, weil ich vielleicht nie verstehen werde...u" 
Und schließlich gestand er ein, daB er sich 
n... über die jüngste Literatur des Urteils enthal- 
ten müssen." 
Bei den literarischen Beiträgen überwogen im 
PAN Lyrik und lyrische Prosa. Den 270 lyrischen 
Veröffentlichungen stehen nur ca. 60 in Prosaform 
gegenüber. Neben etwa zehn dramatischen Skiz- 
zen finden sich drei Flomanfraomente. Ursorünu- 
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9 
lich hatte man vor, sogenannte Themenhefte zu 
gestalten: einem hervorragenden Meister der Lite- 
ratur oder der bildenden Kunst wollte man ein 
Heft widmen. Dies ist aber nur im nBöckiin-Heftrl 
gelungen. Themenhefte über Dichterkreise oder 
Schriftsteller kamen nicht zustande. Innerhalb der 
Aufsätze sind allerdings Stefan George und Theo- 
dor Fcntane behandelt worden. Siebzehn auslän- 
dische Beiträge erschienen in Übersetzung, fünf 
in Originalsprache. Bel nahezu allen Schriftstel- 
lern der letzten Jahre vor der Jahrhundertwende 
stand der PAN In bemerkenswert hohem Ansehen, 
obwohl die Beitrage der darstellenden Kunst im- 
mer mehr überwogen. So ist es kein Wunder, daß 
der PAN für die Entwicklung der deutschen Buch- 
kunst und des graphischen Jugendstils richtung- 
weisend wurde. "Der PAN war erster Ausdruck des 
Jugendstils, eines Stils, der die ekiektische, histo- 
ristische Nachahmung und die Stilmaskeraden 
des 19. Jahrhunderts abschloß und Neuland be- 
trau" 
In seinem wVerbissenen Credou hatte Arno Holz 
dem PAN folgenden Nachruf geschrieben: 
Pan, 
eine zwar dazumal, ehemals und weiland 
hinlänglich teuere und prächtigst stolze, 
seitdem aber gründliche! verkrachte deutsche 
Zeitschrift, 
an der ich selbst einmal 
mitgearbeitet 
habe." 
9 utto leckmann, lexrumranmung zum uedlcnl ltHßlm- 
weh-r von Hans Bruckner, in Jahrgang I, 1895196 
Anmerkungen 15 - 20 
ß aller an Lichtwark vom 1c. Jull 1895. 
1' aller an Eierbaum vorn 29, April 1395. 
V Brief an Eierbaum vom 29. Juni 1895. 
" Briel an Meier-Graele vorn 19. Juli 1595. 
" KH. Salzmann, xPAN-r. Geschichte einer Zeitschrift. Op. CiL. 
S, 203. 
1" Arno Holz, Verbissenes Credo. Zit. nach: Salzmann, op. clt., 
s 9m
	        

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