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Full text: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 178 und 179)

 
schließend dominieren kinetische Objekte. Zu 
nennen sind: Alberto Biasi, Toni Costa und Enzo 
Mari. 
Bei den Objekten, die Mitte der sechziger Jahre 
entstanden sind, wurden deutlich die Einflüsse 
der Pop-art ersichtlich. S0 sind mit reportagearti- 
gen Elementen Mimmo Rotella und Gianni Bertini 
zu nennen. Hier wird wenig vorn amerikanischen 
Vorbild abgewichen, was vielleicht auf das Stu- 
dium Flotellas in Kansas City zurückzuführen ist. 
Die Figurationen des nächsten Teilabschnittes 
sind etwas zufällig gewesen. Arrangements von 
verschiedenen Gegenständen folgten. Beispiel- 
haft sind Gianni Pisani und Lucio del Pezzo. Die 
frühen siebziger Jahre waren wieder mit Struktu- 
ren vertreten, eine langsame Hinwendung zur 
Minimal-art und Land-art folgte, Mauro Staccioli 
ist nur ein Beispiel. Etwas zu einfache Ambiente 
folgten, auch die Stapeiungen eines Ugo Nespolo 
oder die Reihungen eines Maurizio Nanucci sind 
nicht sehr überzeugend. Da zeigt die nächste Pha- 
se mit dem Titel "Rivisitazione storicisticau mit 
Verfremdungen vieler bekannter Werke weit mehr 
Ideenreichtum. Arbeiten mit starkem ideologi- 
schen Hintergrund folgten. Besonders Enrico Baj 
gehört hier genannt; Fotos und Fotomontagen 
kommen zum Zug. Mit Konkreter Poesie, Indivi- 
dueller Mythologie, Aktionismus, Spurensiche- 
rung und schließlich mit Video - Gianfranco Ba- 
ruchello wäre zu nennen - schließt die Übersicht. 
Sicher gab es in den genannten zwanzig Jahren 
noch manch andere Kunstäußerungen in Italien, 
und sicher gab es auch manch andere wichtige 
Künstler, die diese Schau nicht berücksichtigte, 
aber sicher brachte die Ausstellung sehr gute Bei- 
spiele italienischer bildender Kunst jener Richtun- 
gen, die zwanzig Jahre im internationalen Kunst- 
geschehen dominierende Strömungen waren. 
Die Galleria Editalia in der Via del Corso brachte 
spannungsreiche Bilder des 1956 in Rom verstor- 
4 Piero Dorazio, i-Fa giorno, Vassilyu, 1971, Öl, 270x 
190 cm (links)_,- Achille Perilli, i-Gesetz des Laby- 
rinths-i, 1975, Ol, 200x280 cm (Mitte) - Arnaldo Po- 
modoro, iiFiotante primo sezionale terzoix, 196671968. 
Stahlplastik in Kugelform. Durchmesser 1,6 m (rechts). 
Palazzo delle Esposizioni 
Sergio Ceccotti, i-Diabolik ii! 5 1216m, 1968. ÖlILein- 
wand, 78x 47 crn 
 
4 
benen Enrico Prampolini. Die Werke dieses futuri- 
stischen Malers und Szenographen, der zu den 
frühen Avantgardisten der Zwischenkriegszeit 
zahlt, gehören heute schon zum historischen Be- 
stand der modernen Malerei. Viele von ihnen ha- 
ben noch immer, im Abstand der Jahre, die glei- 
che faszinierende Spannung wie zur Zeit ihrer Ent- 
stehung. Weiters muß Mario Ceroli genannt wer- 
den, den diese Galerie brachte. Der Bildhauer ver- 
fertigt seine Objekte meist aus Kistenbrettern. 
Halte er früher vergrößerte Objekte unserer Um- 
welt gebaut, so zeigte er hier menschliche Figu- 
ren, die aber immer wieder von fledermausartigen 
Verwandlungen bedroht sind und oft auch in Ge- 
häusen, die an Käfige erinnern, festgehalten wer- 
den. 
Die in der Via del Fiume gelegene Galerie Fiumar- 
te brachte Anfang des Jahres die monochromen 
Bilder von Edoardo Palumbo. In verschiedenen 
Strukturen trägt der Maler die Farbe auf, wodurch 
der Bildfläche eine sehr verhaltene, aber doch- 
spürbare Spannung gegeben wird. Am ehesten ist 
der Künstler mit dem Österreicher Bischoffshau- 
sen zu vergleichen. Ganz anders ist das, was die 
Galleria d'Arte il Gabbiano in der Via della Frezza 
bot. Tommasi Ferroni zeigte 11 großformatige Bil- 
der, die man einem phantastischen Realismus zu- 
schreiben könnte. Seine meist in tonigen Farben 
gehaltenen Szenen haben parodistische Untertö- 
ne mit auffallend zeitbezogenen Attributen. Ähnli- 
ches will, natürlich auf andere Art, scheinbar auch 
Sergio Ceccotti anstreben, der in der Via Alibert in 
der Galleria il Narciso ausstellt. Hier allerdings 
mit einer neorealistischen Gestaltung und mit Be- 
vorzugung von Ausschnitten. Die diabolischen 
Bildinhalte wirken freilich eher erheiternd als er- 
schreckend. Die ausgewaschenen Farben geben 
den Bildern eine Ansichtskartenkoloristik. 
Beachtenswert war die Zusammensteiiung der 
Galeria La Medusa in der Via del Babuino. Unter 
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