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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 186 und 187)

 
BUIÄDE ZUM VERBAUUNGSPLABLGRUPPEIB VDM 'BESITZ DES HERRN ' F. HEININGHÄUS, 
 
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)lf Loos: Ein Zinshaus- 
iekt in Graz 
Fritz Reininghaus 
Fritz Reininghaus war eine ebenso ökonomisch denkende wie der Kunstzugetane Persönlichkeit. Seinem einzigen 
Sohne Sigurtermögiichte er dasArchitekturstudium. Nachoffenbarnichtzufriedenstellenden Erfahrungen mltzwei 
anderen VllienerArchitekten versicherte sich Fritz Heininghaus dann der Mitarbeit von Adolf Loas fürsein bedeuten- 
des Bauvorhaben in Graz: der Verbauung der rund 50. 000 m? großen vMischangründen westlich des Bahnhofes. 
Mit dem Auffinden derbislang unbekannten Pläne durch Heinrich Prinz von Liechtenstein ist es damit möglich, ein 
nur vermutetes Projekt nunmehr genauer kennenzulernen. 
schnitt aus derGrazerSladtkartevon1914 mildern Areal 
rrMischangründek (umpunklete Zone, rechte Hällte. 
Aitte bei Landwehr Kas.) 
tvorn Westen auf den Baugrund der rwMischangrunder. 
die Franz-Josel-lnfanterro-Kaserne 
f Loos, Ostansrcht des Bebauungsvorschlages für den 
iwestlichsten Block, 1914 
kungen 1 - 3 
vieinerniangen Lebenß, unverottentircntes,menschlich eindrucks- 
Typoskript von Sigurt Heininghaus, geschrieben auf Schioß Ra- 
ein 1980 p zu 
rcne Fianunteriagen stammen ausden Nachlassen Fritzund Sigurt 
rgnaus, WO Sie VON Heinrich Prinz von Liechtenstein entdeckt wur- 
hm verdanken wirsornitdas Aullinden eines bislang unbekannten 
35 von Adoll LOOS lrn LOOS-Arcrilvderläiberllria land sich zwar eine 
zause der Ostiassade, Sie lSt iedoch derart verblaßt. daß Sie mehr 
ullg als eigenes Projekt rdenlllizierl werden konnte (Adoil-Loos- 
v lnV Nr. 0613) 
isrclrl, Variante! 
: 260x625 mm, Bleistllt aulTrartspareritpapler, M : 1.200 
Facade zum Verbauungspiari Gruppe s vom Besitz des Herrn 
nmghaus. Stempelsignatur Baukanziei Adoil Loos. Wien lll, Bea- 
sse 25, handgeschr. Vermerk F Relninghaus erngeiangl am 
zpt. 1914 m Zurich 
lgeschußgrurrdriß, Variante! 
700mm, Plandruck, M : 1.200 
Schematischer Verbauungsplari lur die Fienlabiiitälsberechrtung, 
ue s (1 200). Signatur Adoll Loos im Original und Stempel der Bau- 
91 aul dem Druck. 
lgesclmßglulrdliß, Variante n 
E25 mm, Plandruck, M : 1 ZOO 
Schematischer Verbauungspian tur die Heritäbliilalsberecrinurig 
Grundes im Besitz des Herrn F Reininghaus in Graz, Gruppe 5. 
13b 12200, Signatur Adolf LGOS im Original und Stempel der Bau- 
a: auf dem Druck 
Fritz Fteininghaus war Eigentümer der sogenannten 
vMischangründert, eines rund 51.000 m2 großen Ackers 
und späteren Übungsplatzes der Franz-Josef-lnfante- 
rie-Kaserne in Eggenberg. Dasbrachliegende Areal hat- 
te ein Ausmaß von ca. 315 x 162 rn und war in etwa 
Nord Süd gerichtet. 
Die hervorragende Lage an der südlich vorbeiführen- 
den Eggenberger Straße ließen eine Verwertung dieses 
beträchtlichen Teils des Fritz Reininghausschen Ver- 
mögens naheliegend erscheinen. Sein Sohn Sigurt er- 
innerte sich: 
nMeinVaterzeichneteHäuserplanefürMietwohnungen 
mit größtmöglicherAusnützung der Flächen und mit zu- 
gehörigen Rentabilitätsberechnungen für einen Ver- 
kauf der Bauplätzexß Dies dürfte im Jahre 1913114 der 
Fall gewesen sein. Mit 19. Dezember 1913 nämlich ist 
ein Projekt des Wiener Architekten Richard Staudinger 
datiert, das eben diese wMischangründerr betrifft. Ein 
weitererseinerVorschlägeträgtdie Unterschriftn-nach 
dem Grundrisse des Fritz Reininghaus v. 3. l. 1914m 
1914 zeichnete auch der Otto-Wagner-Schüler Hans 
Fritz Entwürfe für dasselbe Grundstück und machte ei- 
nen Entwurf für die Gesamtverbauung des 1913bereits 
parzellierten Ackers. 
Auf allen diesen Plänen finden sich Korrekturen, Ver- 
merke und Berechnungen Fritz Reininghaus. der ohne 
Zweifel mit der Materie bestens vertraut warf 
Die spätest datierten Plane zum gleichen Bauvorhaben 
stammen von Adolf Loos? Loos kanntedie Familie Rei- 
ninghaus seit Jahren, für einen der älteren Brüder von 
Fritz, Carl, richtete er 1905 dessen Wohnung in Wien 
ein; Fritz lernteermöglicherweise schon trüherkennen, 
anläßlich seiner zahlreichen Besuche in Vevey in der 
Schweiz ab 1903. Hier baute Loos seine erste Villa und 
zwarfürden Wiener Physiologen Dr. Theodor Beer, und 
hier hatte auch Fritz F-leininghaus ein Domizil. Es kann 
alsziemlichsicherangenommenwerden.daßdiesebei- 
den prominenten und extrem liberal gesinnten Österrei- 
cher einander spätestens im kleinen Vevey kennenge- 
lernt hatten. 
In seiner ersten Variante entwarf Loos ein Sgeschossi- 
gesMiethausaufU-törmigemGrundriß;dieotfeneSeite 
des zentralen lnnenhofs schaute nach Osten. Diese Art 
derGrundrißgestaltungfindenwirbei Loosbereitsöfter, 
vorher und nachher, bis 1931 . Er entspricht damit einer 
Forderung Carniilo Sittes. der durch diese Gestaltung 
die sonst nur wenigen Bewohnern dienenden allseits 
geschlossenen lnnenhofe auch den Passanten zu Ge- 
sicht bringen wollte. 
Insgesamt plante Loos pro Geschoß 32 Wohneinheiten 
mit 2, 3 oder4 Wohnzimmern,jeweils zuzüglich Dienst- 
mädchenkammer, Küche. Bad, WC und Vorraum. Alle 
Wohnräume liegen an der Straße oder dem gemeinsa- 
men Innenhof; Belichtung durch Lichthote war nur für 
die Nebenräume vorgesehen. 
 
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