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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 190 und 191)

chnet, und ich hoffe, daß ich dieser inneren Stim- 
imer treu geblieben Dill" 
kusspruch über das Fehlen eines architektoni- 
l Programms gibt jedoch nur die halbe Wahrheit 
ir. Aus der Sicht der zwanziger und dreißigerJah- 
s einer intellektuell aufgehitzten Atmosphäre von 
aus und dem iiNeuen Bauenii ist das Werk Ole- 
Holzmeisters in der Tat unprogrammatisch. Die- 
'erk hatjedoch eine Kontinuität, eine Sicherheit in 
zrwendung der architektonischen Mittel aufzuwei- 
lie ihm über die Jahre hindurch eine stets wieder- 
nde Aktualität verleihen. 
ans Holzrrieister hat sich selbst einmal von iiHer- 
und Gesinnungk einen Romantiker genannt. Bei 
rSelbstdarstellung ist Jedoch wenig über den tat- 
ichen Stellenwert seines Werkes ausgedrückt, 
dieseriiromantischeiiAusgangspunkt istvoneiner 
us pragmatischen Grundeinstellung geprägt, die 
1er funktionsgerechten Arbeitsmethodik führen 
e, bei welcher die verschiedensten Bauautgaben 
jeweils ihnen gemäßen Form konzipiert werden 
en. 
tellung des Werkes von Clemens Holzmeister war 
Stellung zwischen den radikalen Fronten, keiner 
nschaulichen Ideologie verhaftet, pragmatisch. 
npulseauseinemHumanismusempfangend,des- 
lurzeln im Bewußtsein der Bedeutung des Künst- 
ir das Leben des einzelnen und der Gesellschaft 
I. Das Fehlen eines theoretischen Überbaues irn 
ektonischen Schatten Holzmeisters kann in heuti- 
icht demnach auch nicht als Mankocangesehen 
an, sondern bietet erst die Grundlage fürjene vor- 
wähntepragmatischeHaltung,nachwelcherjede 
iheAufgabe sowohlvom Material heralsauch von 
amposition und der Umgebung in der jeweils be- 
krt zu lösen ist. 
elspiel der erwähnten Kontinuität und des Einge- 
auf die Umgebung im Sinne einer schöpferischen 
iosezwischenaltund neu mag hierderSalzburger 
pielbezirk angeführt werden. Planungen und bau- 
Arbeiten ziehen sich über einen Zeitraum von 
, 
Clemens Holzmeister über Clemens Holzmeisler 
Aus Herkunft und Gesinnung bin ich immer Romantiker gewe 
sen und geblieben, 
Der Bauherr will von Haus aus meistens weiß Gott was. Und 
man muß ihn, durch Klugheit, durch Reden und Zeichnen zu 
dem überzeugen, was man selber will 
Dieses verdammte Fernsehen, der ganze Krempel der moder- 
nen Technik ruiniert alles. Es ruiniert das Brietschreiben, das 
Reden, es ruiniertdas Musizieren im Haus undvorallem das Sin- 
gen. 
lch habe mir nie vorgenommen, Schüler zu erziehen, so nach 
landlauligem Sinn, wenn du es nichtmachst, wie ich es mache, 
dann ist es falsch, Das ist kein Erziehungssystem für einen frei- 
schaffenden Menschen. Wenn der Schiller nur abschaul, was 
der Lehrer macht, dann kommt nichts heraus, 
(Aus einem Gespräch Clemens Hblzmeislers mit Wolfgang 
Plaundler.) 
 
mehr als einem halben Jahrhundert hinweg und 
hat der gesamte Bereich nach jeder Änderung 
mehr Geschlossenheit und Selbstverständlichke 
baulichen Ausdrucks erhalten. Wie der Bühne: 
des Kleinen Hauses sich ausdern Felsen herauss 
sozusagen noch weiter als künstlerischer Felsei 
vorragt, und die herrliche Mönchsbergstiege (Ab 
gleich einer riesigen Skulptur in sich aufnimmt, wii 
daran die verputzte Umbauung des Bühnenn; 
schmiegt, als ob dieses noch der Felsen wäre, wi 
ser Bauteil dann übergeht in die alte, umgestalten 
sade der früheren Hofstallungen und dem Fische 
Erlachschen Tor am Sigmundsplatz, wie der Turr 
Großen Festspielhauses darüber gleichsam mit 
Berg verwoben ist - dieser komplexen Aulgabei 
keinem theoretischen Architekturkonzept zu b- 
nen. Dies ist höchst sensibles Eingehen, Gest 
Reagieren. Nachernpiinden mit einem gestalteris 
Vokabular, das ein großes Maß an Phantasieverrä 
doch nirgends ungebändigt erscheint. Mit seiner 
bination von dramatischen Flaumlolgen, wie si 
Mönchsbergstiege darstellt, der Plastizität der Ba 
per, derAutnahme regionaler Motivein dieGesarr 
zepticn sowie rein denkmalpflegerischer Maßnar 
ist der Festspielkomplex ein Musterbeispiel für di 
bindung in eine vorhandene Stadtstruktur, ein Bei 
dessen Aktualität erst in unserer Zeit in seinen At 
kungen voll begriffen wird. 
Dieser Salzburger Festspielbezirk hat das Leber 
das Werki-lolzmeisters stets begleitet. Dieletzten. 
waren den Plänen tür den neuerlichen Umbau des 
nen Hauses gewidmet, Unzählige Zeichnungen, 
zepte tür den Saal, die Vorhalle, unzählige Detai 
der greise Meister noch eigenhändig gezeichnet 
Hoffen aut die Verwirklichung der letzten großen A 
be hat seine Tage bestimmt, Es ist ihm nicht verg 
gewesen. diese Verwirklichung noch zu erleben. 
Vermächtnisjedochistvorhanden-undlürdieve 
wortlichen Politiker eine Verpflichtung. diesen eir 
genTheaterkornpleximSinneClernensHolzmeistr 
vollenden.
	        

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