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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 190 und 191)

erkennung, denn Gustav Klimt hat sie ja nicht gehei- 
et, sie war nur seine Wegbegleilerin, seine Lebens- 
lährtin. 
ilene Klimt slarb bereits 1936 an Brustkrebs. Es lebte 
r mehr noch Frau Helene Donner. Mir ihrwar ich im- 
er in Verbindung. Ich habe dann nach Oberösterreich 
heiratetund sowar es mireinAnliegen. daß ich sie im 
mmer in ihrer Villa am Attersee besuchte. 
. konnten wir wieder unsere Erinnerungen auffri- 
wen. an verschiedene Kleider haben wir uns erinnert 
d so war es immer sehr nett, mit ihr zu plaudern. Und 
hab ich auch verschiedene Aussprüche von Gustav 
ml und Emilie Flöge in rnir aufnehmen können, 
ld zwar hat sie mir erzählt von den Sommern, die sie 
l Attersee verbrachten in der Oleandervilla in Kam- 
er. untergebracht bei der Baronin Meißfeuffen. Da- 
1ls,ais Gustav Klimt die Skizzen für das Stocletfries in 
griff genommen halte, war er nicht sehr fleißig und 
lsich irrimerablenken lassen. während der Lieferter- 
nimmer näher gekommen ist. Da hat sich einmal die 
rilie Flöge um 5 Uhr früh darangemacht, diese Ara- 
sken auszufüllen und zu bemalen. Wie Gustav Klimt 
nn aufgestanden ist, hatergesagl: iiJa Midi. du kannst 
das besser als wie ich!" 
ch der Bruder der Damen Flöge hat sich am Attersee 
i Haus gekauft oder gebaut, und das war in Seewal- 
en. Ich weiß nicht. ob sie dort auch Sommer verlebt 
ben, aberzumindest die Cousine Trude Flüge hat Gu- 
w Klimt auch sehr ins Herz geschlossen, denn er hat 
iauch einmal porträtiert, und ich habe hier Bilder, auf 
 
 
 
 
Schwarzweiß getupltes Sackkleid, das glouckenarlig aus- 
schwingt, wobei das Glockenmotiv an den Armeln wieder- 
holt wird. Die bewuBle Aufgabe der Wespentaiile ist ein 
wichtiges Element der Fielormmode um die Jahrhundert- 
wende (Nachlaß Flöge). 
Kaskadenartiges Sommerkleid mit Blumenrnuster und 
Langsrippen, welche dem Modell eine impressionistische 
Oberfläche verleihen im Gegensatz dazu das Weiß des 
Schultereinsatzes und der Ärmel, die praktisch nur aus V0- 
lants bestehen (Nachlaß Flöge). 
Frau Herta Wankeuugendfotoaus derZeit, in dersie beiden 
Schwestern Fldge in Wien gelernt hat 
Das Guslav-Klimt-Emilie-Flöge-Modell zu einem Gesell- 
schaftskleiderweitert.demdasMotivderSchleppehinzuge- 
fügt wurde 
Das Gustav-Klimt-Erriilie-Flöge-Modell auf den Gegensatz 
zwischen enganliegendem Oberteil und Rumpf und breit- 
ausladendem Rock komponiert, das sich in der Behandlung 
der Armel wiederholt. Am Brustarisatz schwarzweißes 
Zackenmotiv 
Abbildungen nach Fotos von Gustav Klirnt (Nachlaß Fldge). 
Emilie Flüge und Helene Donner geb. Klimt am Attersee 
1935 (Privatbesitz). 
Gustav Kliml mit Nichte Trude Flüge am Attersee 1913 
(Privatbesitz) 
Emilie und Gustav. Foto im zeitgenössischen Passeparloul 
mit Deckblatt: Darstellung eines Putto, der einer viergellu- 
gelten Fee ein Porträltoto zeigt (Privatbesitz). 
denen er mit dem kleinen Mäderl am Strand abgebildet 
ist (Abb. 20). 
Ich bedaure nur sehr, daß ich das Aquarell mit dem Ju- 
gendbildnisvon Emilie Flöge nicht erwerben konnte. Es 
ging wiederan den Erben Zimpel in Wien, und dawaren 
eigentlich 3 Bilder gewesen: das war am Attersee in ei- 
nem Kammerl, denn sie wollte diese Bilder vor Licht 
schützen, damit sie nicht noch mehr ausbleichen. Da 
war ein Bild von Emilie Flöge, das ich schon beschrie- 
ben habe. Hierhat sichGustav Klimt noch rnitdem alten 
Schriftzug unterschrieben, den Rahmen hat er auch 
selbstgemaitdann haterseineSchwägeringemalLdie 
Helene Klimt und dann noch die Pauline Flbge, die ich 
leider nicht mehr gekannt habe, es war die dritte der 
Schwestern. Nachdem ein Einbruchsversuch in die Vil- 
la gemacht wurde. hat der Erbedie Bilder sofort wegge- 
nommen und natürlich nicht mehr wieder hergegeben. 
SofielendieseSachenan ihmundmanwirddiese Dinge 
höchstwahrscheinlich einmal in einer Ausstellung be- 
wundern können. 
An eine Cousine fielen noch 2 Bilder von Gustav Klimt, 
und zwar eines stellt die Großmama Flöge dar. ui 
andere Bild ist ein Jugendbild von Helene Donne 
beigeschlossen). Unter anderem habe ich auc 
dem Nachlaß von Helene Donner verschiedene 
Amateurbildchen, die ich gernebeischließe undl 
te, wieder an mich zu retournieren. 
Besonders erwähnenswert ist ein Porträt auf Si 
lie,woGustavKlimtmitEmilie Flögeabgebildetis 
das mitbesondererVorsichtzu behandelmdenn- 
unwiederbringlich. Ich möchte nicht, daß es vei 
geht oder beschädigt wird (Abb. 21). 
SehrgeehrterHerrDoktor, ich hoffedaBSiemltn 
Ausführungen etwasanfangen können undin ihre 
schritt verwenden können. Es würde mich sehrf 
wenn ich den Termin ihrer Ausstellung beko 
könnte, denn es wird mir leider nicht möglich s 
kornrnenweilichsehrkrankbin,esistausslchtslc 
da möchte ich gerne meinen Sohn und meine St 
gertochter nach London schicken. 
lchdankelhnenfurlhrVertrauen undzeichnemit 
achtung Herta Wanke, Linz, am 2B. 2. 1982. 

	        

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