MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 190 und 191)

5 Michael Leopold Wlllmann (1630- 
xAjax bedrängl Kassandra im Hei! 
Minervas-uÖIaul Lw.,62,7 X 53.5 cm 
burger Barockmuseum 
g und allein seiner künstlerischen Urteilskraft, die 
höchste Qualität als Voraussetzung fordert. Dann 
)egann Ftossacher methodisch seine morphologi- 
n Beobachtungen anzustellen. die last immer, ab 
u unter Hilfe von treuen Freunden wie Kiara Garas 
Bruno Bushart, zur wahren Erkenntnis des Autors 
en. Der erzählerische iiinhaltrl war ihm immer von 
ndärer Wichtigkeit. auch wenn er - wie zum Bei- 
im Falle von Martino Altomontes iiAiiegorie aufdie 
iählung Maria Theresiasf - schließlich die iden- 
riären half. 
l dem Willen seines Gründers ist es Aufgabe und 
ies Saizburger Barockmuseums, unter Einsatz mo- 
ster technischer Hilfsmittel als lebendiges Kunst- 
inis "Visionen des Barocke: zu vermitteln. In sorgfäl- 
isgearbeitetenTonbiidschauen sei,wie Flossacher 
H19, am Beispiel einer bedeutenden Epoche das 
irsale Schöpfungseriebnis großer Kunst aufzuzei- 
iwGerade diese Entwurfssammiung gibt für eine 
'tige Darstellung die besten Möglichkeiten. Sie 
,wie monumental denkende Kunst derVergangen- 
als gültige Gegenwartskunst empfunden werden 
. wie modern der Barock in seinen Abstraktions- 
an ist, wie wenig ihn von der modernen informellen 
ttrennt; wie wenig uns schließlich kreatüriich vom 
tundert Keplers trennt, mögen wir auch mittlerwei- 
le den winzigen Sprung zum Mond geschafft haben? 
Dank des großen Verständnisses, das Stadt und Bun- 
desland Salzburg dem Umbau des Gärtnereigebaudes 
im Mirabellgarten entgegengebracht haben, konnte ein 
maßgeschneidertes Museum entstehen, in dem, bisher 
nirgends in solcher Art angewandt, audiovisuelie Mög- 
lichkeiten genutzt werden: Farbdiapositive von ausge- 
führten Decken- und Kuppelfresken können aufden Pla- 
fond des Hauptraums des Museums projiziert werden; 
auf einer senkrechten Schauwand dazu erscheinen in 
ebensogroßtormatiger Projektion kühne zeichnerische 
Entwürfe bedeutender Architekten und erweitern die 
Illusion eines freskierten um die Königin der Künste, die 
Architektur. Doch nicht nur dies - durch faszinierende 
Bilder aus dem Weltall können die astronomischen Ge- 
setze der Neuzeit mit ihrer Provokation barocker Glau- 
benslrömmigkeit ebenso deutlich gemacht werden wie 
die Konstruktion der Kuppel als Ab-Bild der Sphäre. 
Wenn unterden festlichen Hymnen einer vEcclesia tri- 
umphansu und unter virtuosen Arien die freskierten 
Kuppeln und die Piafonds mit ihren Bildern und Allego- 
rien des Christentums und der Antike erscheinen, dann 
ist die Idee Kurt Rossachers verwirklicht, nämlich auf- 
zuzeigen, vdaß jede große Kunst um die Erklärung der 
Schöpfung ringttt 
Es gibt Leute in Europa, deren fixe Idee es ist, daB das 
Kunstmuseum sich in einer Krise befinde, die es(a 
tei für eigene Proliiierung) für nötig halten, die Mt 
aus ihrem angeblichen Dämmerschlaf zu wecket 
Jahren schon hatte Otto Pacht davor gewarn 
Kunstgeschichte, vnoch ehe die Gefahr einer Mon 
sierung der Interpretation von Kunstwerken durr 
lkonologie gebannt ist, in das Schlepptau der Sozit 
zu bringenaa. Trotz dieser und vieler anderer We 
gen ist es allgemein Mode geworden, in gestenre 
Führungen geschwätzig und genüßlich die neben 
lichsten historischen. gesellschaftspolitischen 
ikonographischen Details auszubreiten, Doch 
wird nur erreicht i was in vielen Ausstellungen: 
allzu deutlich geworden ist -. daß das Kunstwer 
bloßen historischen lnformationsobjekt degr. 
wird. Nicht Information aber ist das primär Wicht 
einem Kunstmuseum, sondern Faszination, Nac 
ziehen künstlerischer Schopfungsprozesse und 4 
ger Erlebnissemitailen seinen Sinnen, Dies istgar 
gar nicht einer bestimmten Elite vorbehalten, dies 
dermann zugänglich, soferne er nur dazu bereit is 
tur soll man nicht haben, Kultur muß man leben; Sll 
iiberieselnu zu lassen, genügt nicht. Und: iiEin Bill 
nicht beunruhigt, ist kein Bildtt - so soll ein Groß 
Malerei einmal gesagt haben. Wahrhaftige Muset 
daktik hat also auf alle schuimeisterlichen Belehrt
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.