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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 196 und 197)

f2 Pvramidalei Felsen- 
brurrrieri iri Form einer 
iiMeta sudansn im 
Garten der Villa d'Este in 
Tivoli Ausschnitt eines 
Stichs von Giovaririi 
Frarrcesco Venturini in 
der Siichloige 
iiLe Fonturie del Giardino 
Estense in Tivolin die als 
vierter Teil von Grovaririi 
Battista Faldas 
iiLe Foritane di Flomaii in 
Rom t691 erschienen 
Anmerkungen 39 n 46tArtm 3B S S 20. 47 A 53 S S 24) 
1' DilslrälitlitilihlitniClilllChdCl izieeneinungunddeieiiegeiieerieiiisedeu. 
ltiltg des nesrdffllzbtuttftelß vorr wieniigken D oneirid iwie Anm 31 
s m? iri nlrlll den pidqianiniansen veikundenden aezud des 
aaiirninn Tiltuiismi iiainennieeneniiheggie deiseienanaiiidzuni sun, 
rn-nniiirisi inie i OVIÜS Mefarrtülphüserr heraus 
i" HyglltllS Piiniieu ASllOriürltlca fl. 23 
1' p lltlltrpttllitlrüll "t dindn zeitgcrrossische oueiieneennrienqeei- 
eiiini Vgl lwriulidtärs Pieimesberger und Kaullmartn iwie Arrrir ari 
11 Ditlll ibtllrrlullrllßlt inn Nachweisen 7 auch unter Ahluhrurig des Rdsi 
Gtllllillllllllüllß als iaeisniei 7 Kaullmartrr (wie Arirri 37) s f72 
I1 oiiri dies keine beschreibende Verselbstaridigurrg lSl, sondern sien 
darin eine weseniiien ihlertdlCrtC Siilkorrrponertte des is rir Jahrhurt 
dilflädllrnlüllliirtdmlllilll bezeugen aiienwerdendieheieedencnievdi 
den wasseiiiunsien italienischer urid auchlluhetef lrarrzoslschcr (am 
ien DOrl warerr last alle großen Wasserarrlageri rnii ereiuiiiiiieniiiiin 
Schallwerkcnverbtihdcri iiDerBaruCklieblddsStarklbrtsrrdw(Hurt! 
rich Wolfllirr Ficrraissarice iind Barock W888 s 130i? selbst (kill 
wo das Wasser nur allein Zu ndren war vernnnrnr man dafles ZISCVWYY 
seufzeri tauchen drurtrrcrt gurgeln ZwrlSCherrt oder Zoritrg inndi-in 
kann imubflgßftlithüimRtrsldelrlbrultfterlänGIESylIBSITICtlSCVIUItWiin 
killtgtrll uns Hülltwltrk: uiir der Festung urid des Glockertsbiels i i 702 
dlllläli Gtlldtrbulüi Halbbruder Jürlärtft Emil mstallierll ZU CllhflÜUl 
1- siaiwie Aiini iis SBt 
ß wegendeiduiieiiigreiidesdndersnerverziirieeen ieidei uniniriiid diß 
Bocklers Anwni vom Rcsidurtzbrurtrterr in der iom (WSCVtitWlyWtiiri 
"Aifllilttt"IlHiICUIIOSAMIWlEÄYVTt asiiii BödlesertalserrtiigerrBriirurtvli 
sOZEiQI daiidiesiuieneienausdeinwessererneiien eniisrunntni der 
SlttrtglöichsamwirtvirtclrtseltliSeirteriteigertertElQrftcrifFtiishlrlrrttl sni 
VPIKNXPH Rllfitßidvl duuei aus, denn Bockler schließt seiirs iseseiiiei. 
iiiing iItlHdltiCkllClr inii der Feststellung rund stehel dieser Brdrirt in 
enieiii reiein Noch neuie lSl eine Senkung des Reeidenzpuizen illlll 
Briirtncrihirr Etiilfnilig Es; ist nieiii ausgeschlossen daß rriarr nnniienwiii 
in ROM i'm iii-i Prim Nltvoita Zu lestlicherr (seiedenrieiien einen 
Wiissiti ÜUVJOIlllllfrlirlllülßlilrrt Sirtrrhalte (Vgl PülllrllSbällliltfhlPÜill 
stelluriq eines solchen Wasserfestes ifl ridni was Dlcsc wiiesin 
Schauspiele fanden eeii August 1652 Statt und karrtert efsl im in Jiilrr 
iiundeiiwiedered Vgl L v PasinrceeenicniedeiPedeie,ad tA Fnii 
binq iszu s 251i}Mhrilichcvorrriuturigehteilte aiien pi Adolf Hittllll 
Salzburg lfOltndllCrttffwülsilifrtßeäpiäßltmll Arizurrtorkcrrblvitrlutrer- 
dies (iitli itllltllljll Wlt} man beiden FlQrCrrtifter Festlichkeiten den 
Anid niii illlllliflüg mw desArnpniineeiei des Palazzo Piiii iinier Was 
"ihr titllllt? 7 Hurt auch in Salzburg gerade das urrgestuine Wasser der 
Silllmjlt Itlfll seiiuuniuiz neidis-enei Vorstellungen machte so ein der 
Doltlwelhe iseaund beim kaiserlichen Empfang f665ivgl SlCiltllI wit- 
Arrrrt 2ri 
i- Nach rnierne Becker Kurtstlüflexlkürt Bd 2a s iiuz wurdnrniiinni 
rneanen veieinnni is Nüvbflflbet f643irtSallburqgebüfcrrlihdisldits 
dedeiiir-ndnie Miigniid dieser Kurislleifamilie sein vaiei Fiririz Pininii 
Wtlttlütlfll um irrAugSblirg geddrenieuie SC-il Ca isiain Salzbuiq und 
stxirn tIrJIl icm im zeienniirig ist icchis aul der untersten Brunnen- 
Eältlli" signiiiii uorienn Fiideneri Penein in n ikdin Wallraf-Richarlz 
Museum Kupierkablltell z am: Foto rineinieenee Eildarchiv Kciri) 
Durch den innvoniiii Ziismz ist die Zeichnung ausdiuckiicri als i-igi-nir 
Eiinidiing gekennzeichnet Ohne reden Zweifel setzt sie den fürligqc 
slvllttiri Residenzoiiinnen voraus vorr dein das leritlale Gtgarllertmotiv 
ätlllglrrltlfrtflltttlwlld AtlßOtiirlAugSbufgEr Brunnen (vgl insbesondere 
LfcgeligiiiiziidesAligusfiisbluhherts)erirrrrerrrmaricheZugeaucltrtoch 
itfl di-n Miini-nrniiiinen in Aflotling, der t537 vori Paris Ludrrm gestiftet 
wtiiuiin will 7iii stilislischch Eingrenzung vgl Pater Nilsclie, siudien 
tkii monumentalen Slßlitplfiätlk lrt Salzburg vorr etwa iGWU bis Plwii 
tlttl rxiiiini ruis:i,s lbl iinds v2 Zum Marieribruririerr siatwieAnin 
iis 15f itltdAhh 4B Aufscrilußreicrilstdie aekrdnuiiddie dehwirki 
iiennn ziinein iini ißsririvoo verrel. bei Gesichlstyp ahrrelt udnunn 
krttsl (trat Trtim [tüblicfiül Irr Salzburg 1687 7 1709), allvltllrtgtä Widxrl 
Sprrcrrl Qifief praziseh ldeitllläl rftfl ihm dor Kurrtut uber dem Müditillnri 
  
13 Mirabellgarten Salzburg, Figurengruppe iiHerkuies und 
Aritausi (Element Erde)v0n Ottavio Mosto 1690 (Detail des 
Sockelaufbaus) 
kehrt spürt man bei derSalzburgerZeichnung (Abb. 1 t) 
die Berechtigung, mit der sie als mögliche ldeenskizze 
lur den Residenzbrunnen bzw. als ein Entwurf seines 
unbekannt gebliebenen Meisters gilt." 4 Ein elemen- 
lar-praller Kern wird hier zu körperhafter Dynamik 
gesteigert, ein Impuls, der auch die kompakte, zentrie- 
rende Schwere im Amphorentriton undden Meeresrösw 
sern mit ihren Reitern durchdringt. DieAuffassung vom 
Wasseralsvitalem Element zeigtsich in diesen Figuren 
als schwellende, animalische Ballung der Leiber zu 
einer Brunnengestalt. Das entspricht ganz der Art Ber- 
ninis, der die leibliche Sensation des Wassers bei sei- 
nen Entwurfszeichriungen für den Trrton so sinnlich 
sichlbarmachtedaerdas Naturstofllicheiri poetischer 
Gestaltverdichteteuriddariri aufgehenließ Spezielfaut 
der Entwurtszeichrrung in Windsor Castle zeigt sich 
noch das Erdnah-Höhlenhafte, was noch jenem Milieu 
entspricht, aus dem Madernos Triton irr der Fohtarta 
dellaquila hervorgeht." 
Mit Recht verweist P. Nitsche unter der Vielzahl motivi- 
scher Anregungen für den Residerizbrunrieri auch auf 
Hellbrunner iivortormerrif", die er einschränkend 
irbescheidenii nennt. Für den motivischen Bereich mag 
das zutreffen. Doch die salzburgische Eigenart einer 
stets iiriatursichtigii bleibenden strukturellen Nähe zur 
FelsAWasser-Ursprüriglichkeit zeugt von immanenter 
Konsequenz, die Anregungen ganz spezifisch inte- 
griert. Das findet ebenso in der Beziehung von 
Herkulesn und Residenzbrunnen seinen Ausdruck. wie 
in der Formulierung des Brurrrienberges. Die Salzbure 
ger Entwurtszeichriurig stellt ihn ja i'm Grunde bei ihrer 
aninrialisch durchgeformten Bewegung bereits dar. 
Berniriis Felsensockel am Vierströrrrebrurinen war 
gewiß ausschlaggebend f'ur den Flesidenzbrurtnen, 
doch stelltdieserebenso wiebei Berhirii eigentlich eine 
Transformation dar, die letztlich auf den "Meta- 
14 Ferdinandblivier: Blick vom Mdncrisberg aul die A 
1817118, gehöhte Bleisiittzeicrinung, Wien, Atbertin 
sudarisri-Brunnen zurückgeht (Abb, 12)." Dieses 
eine der weitreichendsteri Formulierungen des 
rustiqueir, zeigt sich seinerGrundlorm nach aucr 
Hellbrunher Midas-Grotte. Dort veranschaulicht 
iiMetari den Antagonismus eines apollinisch- 
schenWettstreitsDie NaturgestalteinesmitSch 
Krote und Schildkröte besetzten Felssockels kulr 
in einem auf? und absteigenden, regulierbaren W 
sprung. der so eine Spitze formiert." Gleich 
inwieweit hier die kegellormige, auf- und abtan 
"goldenes Spottkrone des Midas tatsächlich ai 
(eher etwas zweifelhafte) ursprüriglich-progrz 
tische Idee zurückgeht 7 ganz sicher ist insg 
eine durchgehende Hauptabsicht auszumachei 
nisch inszeniert erscheint sie gleich beim Eiritrit 
Grottehinterdem Felskegel als bühnenartigeriiA 
einer Marmorgruppe, die die Schindung des M. 
durch Apoll darstellt. So, wie hier das harmc 
solare Kunstprinzip der apollinischen Kithara i 
über dem satyrisch-wilden Naturprinzlp der Sy 
straiender Schärfe obsiegt, so wird das ganze l 
dieses Baues von diesem Gegensatz durchdri 
Dem Innenraum voll wildwüchsigem Tuffstein sti 
hohergelegerie Umgang gegenüber, der nscht 
wol geziertii iri der klar gegliederten Wanddeko 
dem iiLasurwerchii der Fayencen, aufschim 
Und über dem chthorrischen Brunnfelsen voll . 
bisch-ambiguem Erdgetier erhebt sich das he 
Quellwasser in zierlich leichten Sprüngen. h 
mutandistließtmitdieserThematikbereitseinele 
vische Disposition irr die kunstvolle spätere Foi 
rung des Residerrzbrurtnens als einem forerts 
Wettstreit von ars und natura ein. Ein schiedsr 
liches Echo gerade dieses erklärten Vorsatzes vi 
dobald Thun tönt aus derapollinisch-solaren Betr
	        

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