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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 196 und 197)

  
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res eine Reihe von Öfen zu identifizieren. Zu den 
runter der Leitung von Bernhard Erndt hergestell- 
id heute noch erhaltenen Heizkörpern zählen zum 
iel die 1877 entstandenen Rokokobfen in den vier 
ern der Radetzky-Appartements (Abb. 1 1) (heute: 
es Konferenzzentrums) sowie im ersten Bellaria- 
er. im heutigen Arbeitszimmer des Bundespräsi- 
n und im Gobetinsalon der Präsidentschafts- 
ei", ebenso wie der 1883 geschaffene Rokoko- 
n Audienzzimmer Kaiser Franz Josephs" (heute: 
iräumelunddievier Kachelöfen im Kaiserin-Elisa- 
Xppartement (Wohn-Schlafzimmer. Toilette-Turn- 
er. Großer Salon. heute: Schauräumefä. 
international konnte Bernhard Erndt, der bald zu 
iedeufendsten Hafnern Wiens zählte. Ansehen 
en. Seine 1873 auf der Wiener Weltausstellung 
;ten Heizkörper und Kacheln wurden in den offi- 
i Ausstellungsberichten gelobt: iiObenan steht in 
Bernhard Erndt, welcher mehrere hübsch model- 
in Braun und Grün glatt glasierte und mit Farben- 
lndnis colorierte Oefen sowie eine große Menge 
imackvoller Einzelkacheln jeder Farbe ausge- 
wettert" 
rvar er mit Tonölen, Kaminen und Kachelmustern 
ir Pariser Weltausstellung vertreten. 
tikel in derZeitung irlllustrirtes Oesterreichisches 
alir vom 23. Juli 1879 rühmt ihn als einen der aller- 
l seiner Branche. Bernhard Erndt irhat der Ton- 
iabrikation in Oesterreich eine nie geahnte künst- 
ne Richtung gegeben. auf welcher sie gewiß noch 
verharren und fortschreiten wird. Seine Erzeug- 
namentlich zeichnen sich durch große Vollkom- 
eit und edlen Styl aus. seine im echten italieni- 
und deutschen Renaissance-Styl gehaltenen 
wurden gelegentlich der Wiener und Pariser 
usstellungen vielfach bewundert und von Fach- 
rn mit großem Lob ausgezeichnet, wir gehen 
nicht zu weit, wennwirbehaupten. daß Herr Erndt 
der hervorragendsten Mitglieder der Keramik 
aupt istß" ' 
ard Erndt vergrößerte die Firma und gründete in 
Klein-Pöchlarn, dessen reiche Tonvorkommen seit 
1329 bekannt waren", eine Ofenfabrik. in der ca. 100 
Arbeiter beschäftigt waren." Neben Kachelöfen und 
Kaminen wurden auch Sparherde, Wandverkleidun- 
gen. Klinker. Mosaikplatten, Stall- und Hofoflasterun- 
gen erzeugt. 
UnlerseinendreiSöhnenwurdedieseFabrik1909indie 
iiTonölen- und Tonwarenfabrik Bernhard Erndt Ges. m. 
b. Hi: umgewandelt, die bis 1977 fortbestand. jedoch ab 
1909 nicht mehr von der Familie geleitet wurde." 
Nachdem es 1977 zu einer Verschmelzung mit der 
iiFranz Malaschofsky Ges. m. b. H." kam, werden zwar 
bis heute in der Fabrik Tonöfen und Tonwaren erzeugt. 
jedoch ist der Name "Erndtii nur mehr ein registriertes 
Markenzeichen "Eine Firma Erndt besteht nicht mehr. 
Heute erinnert noch an die Familie die Erndtgasse im 
18. Wiener Gemeindebezirk."' 
Nach diesem biographischen Überblick sollen die Ent- 
wurfszeichnungen von Franz Erndt sen. und jun., ihre 
stilistische Einordnung und künstlerische Bedeutung 
besprochen werden." Ob der Nachlaß von Bernhard 
Erndt noch erhalten ist. ist mir leider unbekannt. 
Bei den genau ausgeführten. aquarellierten Feder- und 
Bleistiftzeichnungen handeltessichtastdurchwegsum 
eine Art Musterkollektion, woraus die Auftraggeber 
Öfen auswählen konnten. Nur die zum Teil unvollständi- 
gen Skizzen sind reine Entwurfszeichnungen. 
Die frühesten Zeichnungen von Franz Erndtsen. zeigen 
Öfen im Empirestil und sind um 1820 entstanden. Man 
lindet sowohl den in Wien allgemein gebräuchlichen 
Flundolen (Abb. 2) als auch wesentlich häufiger den 
Viereckofen (Abb. 3 - 5). der in Form eines hohen, 
kunstvoll gegliederten Postamentes, das eine Tonpla- 
stik oder Vase trägt. gestaltet ist. Über quadratischem 
oder rechteckigem Grundriß erhebt sich auf einem 
Sockel von geringer Höhe der Ofenbau. den schmale. 
scharfe Profile in mehrere Zonen von unterschiedlicher 
Hohe gliedern. Neben dem Quader ist auch die Pyra- 
mide als Ofenaufsatz über dem Sockel beliebt. Als obe- 
rerAbschlußdientern ausladendes Gesims, haufig über 
ornamentiertem Fries. Treopenförmig sich verjün- 
gende Platten bilden die Standlläche der Plastil 
der Vase Einige derÖfen zeigen keine Bekrönung 
rakteristisch fur den Emoireofen ist seine groß 
fachheit. Strenge und monumentale Wirkung 
besondere Reiz besteht in der plastischen Dekor 
die sparsam über den Ofenmantel verteilt ist unr 
von dem in zarten Pastelltonen gehaltenen Unter 
abhebt. Vor allem die dekorativen Zierelemente s 
unter starkem Einfluß der Antike. Einige der Au 
und Fteliefgliederungen zeigen stark archaisi- 
agyptisierendeZüge(Abb. 3); anderestehen der K 
des griechisch-römischen Altertums näher (Ab 
Weitere beliebte figurale Zierelemente waren M 
Ions mit Portratköpfen, fliegende Genien. Adler l 
beerkränzen (Abb. 5) und antike Masken. Als tloral 
ornamentale Dekoration wurden etwa Lorbeerki 
Weintraubenornamente. Kanelluren und Palmette 
zierungen verwendet. 
Die Entwurtszeichnungen für Vierecköfen von 
Erndt sen zeigen in Aufbau und Dekoration s 
Parallelen zu den Heizkörpern. die in der 1780 ge 
deten Höhlerschen Fabrik in Berlin" hergestellt 
den und lassen sichzum Beispiel gut mit Ofenentw 
von Ftiedel d.J. oder Unger"vergleichen. Gewiß 
ten Franz Erndt sen. als Anregungen für seine S- 
fungen die Berliner Ofenentwürfe, die sich g 
Beliebtheit erfreuten und durch das "Journal des l 
und der Modem?" sowie durch eine Zeitschrit 
Oberbaurat Ftiedel d.J. von 1803 - 10 herausgab. 
Verbreitung erreichten. Letztlich jedoch war 
Sammlung von Ofenentwürfen der Fayence- unr 
zellanlabrik Olivier in Paris" sowohl für die Berlin 
auch für die Wiener Arbeiten vorbildhatt. 
Franz Erndt sen. schuf auch eine Anzahl von Enfv 
Zeichnungen für Etagenöfen (Abb. 6)", auch sch 
sche Öfen genannt, die seit Anfang des 19. Jah 
derls weit verbreitet waren, und schmückte si 
klassizistischem. zum Teil stark ägyptisierei 
Dekor. Besaßen in den vorausgegangenen Epc 
sämtliche Heizkörper nur einen durchgehenden F 
raum und wurden fast ausnahmslos von außen be
	        

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