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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 196 und 197)

 
Ich biri, du Werßl es, Meer. dem SCllUlEr 
und rrwg im IrIE verleugnen, dar} du mein Meister bist . 
Meer rrl deinem Anblick, ach, hab ich die Ersten grauen Haare 
bekommen 
Wre- gluCklrcrr war ich, Meer, Ich war soweit zu glauben. 
ich 56'! du, und alle riefen mich schon 
mit deinem Namen. Rafael Albert! 
 
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ves Grafische Bildanalysen. die er zu neuer Aussage bringt 
Monirees Grafik zeigt 7 von Inhalt und Anlage her 7 Ansatze 
zur Kunst des Zenga Zum Unterschied setzt er keine reichen, 
ausladenden, formbildenden Pinselschwunge Daiur breitet er 
außerst streng die Komposition aus. Vom iiEruptieren-i des 
Magma, des ersten Ausstoßens der großen Grundform, geht er 
aus, Reduziereind entstehen erosionelle. granulische Ellekte 
Meist in Blauskalen. Kobalt, monochrom oszillierend, sieht ihm 
für die Grundfarbe des Elements Modulaiionsreichtum 
erwachst aus starker emotioneller Anspannung Gralische 
Sequenzen mit meditativem Charakter. iMondo Marinoii, als 
Beispiel, eine blauschwarzliche Strukturhaulung von globaler. 
gleichsam topografischer Anlage Ein Mikrokosmos seines 
Elements 
Montree begann7 nach verschiedenen Phasen und Zwischen- 
spielen 7 in den 70er Jahren verstarkt zu malen. Arn Beispiel 
des Triptychons iiLa conchiglia biancaii Grundsätzliches Alles 
Bewegliche und unbewegte. Jedes Ding oder Lebewesen. 
erhält seine Urfarbe. In rhythmischen Sequenzen. meist in 
Schwarz, bindeteralles in ein Kompositionsgefüge Alles trans- 
iormiert sich homogenisierend zu intensivster Farbsinnlichkeit 
des Submarinen. Abstrakt wirkende Bilder einer neuen 
Zustandswelt, charakterisiert durch die Reinheit der Farbe 
i-Vita riet mare-i in Blau. Ocker und Schwarz ZEIgLWlE der Kunst- 
lerversteht.dasAbsoluteseinerinneren GesichleausallenSin- 
neswahrnehmungen potentiell umzusetzen 
Mdntree interpretiert sein Werk kaum, Wenn, dann attizislisch 
knapp Selber von theosophisch-pantheistischer Natur, ent- 
wickelte er eigene Ideologien, ohne diese streng fungieren zu 
lassen. Über der i-Wunderbarkeit-i seines Elements, des Was- 
sers, erfahrt er, daß Gott und Welt eins sind. Aus dieser Haltung 
heraus malt er seine submarinen irnaginationen. Frei nach dem 
Sinne Baudelaires. die dieser als die konigiichste menschliche 
Fahigkeit sieht. Montrees ausgebragte innere Musikalitattließt 
lrei nach Sunderrnarinschen Prinzipien in sein Werk ein. So wird 
universaler die Natur des dargestellten Elements, wird zur rei- 
chen, weit ausholeriden Gebarde. Unperspektivisch, span- 
nungsreich durch polychrome Rhythmen, Vibrationen und 
Reflexionen. Packend dargestellter Organismus einer imma- 
nenten fluktuierenden elementischen Dinglichkeil. Eine höhere 
ideale Natur entsteht, und Montree gelingt es, das Wesen, das 
Simple, Virulent-Soiriluelle des Elements zu hohen, ohne es sei- 
ner Naturlichkeit zu entfremden 
Künstler werden gerne in ihrer Entwicklung aufgezeigt. Die 
Montrees ist eine wesenentsprechende evolutionäre Montree 
malt wie erlebt. Frei, in sich fest. ohne stilistische und tenden- 
ziose Scheuklappen Starke des Primus, des wahren Autono- 
men, Weg und Mittel seiner Kunstsinddiegleichen wie in seinen 
Anrangen Ein Wandel in der Bildsprachewenn uberhaupt, voll- 
zieht sich unmerklich Unter Einlluß innerer Konstanten. Viel- 
leicht bestimmt die späteren Werke eine intensivere Sehweise. 
ein naturlicheres. psychologisch ausgerichtetes Verhaltnis zur 
Farbe Ein eingehenderes Einwirkenlassen des Lichtes der 
Wassertiere. dessen besonderer Brechungen, Resonanzen. 
Reflexionen. Licht lost immer neue visuelle Prozesse aus, wird 
verslarkl zum Bildtrager. 
i Vor GB! griechischen lrlsei los 
2 IISDlHEECOFtCTtIQIlQii t97l Marocco 
3 Moriliee arbeitet V0! der SlCIikttStC der lrlSCl Mlicl 
4 GHIEHE Tau Bllt der lrrSQl los 
5 Mondo maiino. 1977 NaXOS Grafik 
5 GIIECYHSCHE Inselwelt 
Montrees Hommagen. wie beispielsweisedie Picasso ver 
sind voll Krail eigener Aussage Sein Selbstbildnis zeig 
Künstler als Schemen. Er tritt als Person zuruck, Statist 
Gesamikbrnposition 
Heutestehiriliontree aufder HdheseinesSchaftens. Sich 
treu, dem Element zugeneigt 7 Da ist dann noch sein scl 
risches Verhaltnis zur lotokreativen Elizza Wong. Hier k; 
aus seiner Malerhaul heraus, seine starke kunstlerischr 
druckskraltauslebenWirdaulhochsteinfuhlsarvieWeise 
pretator. Vom Aussehen her prädestiniert, agiert er in V 
aniikischen, poetisch-literarisch fundierten und mytl 
schen Bildsitualionen, ideale Symbiose gleichgeslir 
Künstler Es bindet und wirkt ein ununterbrochener Aust. 
an Ideen, inspirativen Beiruchtensausdesanderen Werk 
estesderZyklus; iiHerrnes 2000",erwirdZeugnistürdieg 
che Doppeischafl ablegen. 
Alle Versuche, Montree zuzuordnen zu iiverwandtenri Gri 
und Bestrebungen, sind fehl im Sinne Er war und ist der 
bleibt Einzelgänger Es gibt Jünger, denen er vorbi 
erscheint Zu seiner Freude Unbehagen und Angste ur 
Element bezeugen sein humanitar-kritisches Engage 
Montree fuhrt allein schon mit seinem ungewöhnlichen 
unprovokant Buch vom (noch heilen?) Zustand seiner elei 
schen Welt Lesen wir aus Montrees Werk außer seiner S 
heit auch die Verptlichtung umderen Reinheit ab. Soenthä 
ses Werk 7 wenngleich er in keiner Phase brandmai 
aggressiv oder anprangernd moralische Lektionen erteil 
auch eine moralisch-ethische Dimension. leopold r 
7 Am Strand, 1977 los 
8 iiLa corichigiia bianca lllllii 198i ld5, 146 X 97 cm 
9 "Hommage a Pablo Picasso llllii i98i los. 146 x 97 crn 
itl Mondo maririo. lSEM 
l l Selbstporträt, 1951 los, 146x437 CrTt 
i? Mortlree in der Serie ßHermes 2000i Folozykius der Eiizza W 

	        

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